Krebserregende Farbstoffe in Fanschminke: Untersuchungen werden ausgedehnt

Gift in Schminke
Nach einer Laboruntersuchung wurden alle getesteten Schminkstifte in Deutschlandfarben wegen gesundheitlicher Bedenken aus dem Verkehr gezogen. Die Analysen hatten gezeigt, dass zwei von drei Schminkstiften krebserregende Stoffe enthielten © Fotolia

In deutscher Fanschminke wurden in Laboruntersuchungen krebserregende und nicht deklarierte Farbstoffe gefunden. Das gab das für die Untersuchung verantwortliche Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg bereits am Donnerstag bekannt. Nun soll die Untersuchung auf weitere Kosmetikprodukte ausgedehnt werden.

Wie das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium mitteilte, wurden insgesamt 14 Fan-Schmink-Stifte in Deutschlandfarben auf ihre Inhalts- und Farbstoffe untersucht. Gestern wurde „das herbe Ergebnis“ bekannt gegeben. Von den 14 getesteten Stiften war keiner „verkehrsfähig“ oder gesundheitlich unbedenklich. Wie das Ministerium auf seiner Webseite bekannt gab, wurden „alle 14 untersuchten Proben beanstandet.“

In neun der 14 Schminkstifte ist nach Angaben des Verbraucherministeriums sogar der krebserregende Farbstoff „Lackrot (CI 15585)“ gefunden worden. Zudem wurde im Labor ein gelber, vermutlich nicht zugelassener Farbstoff identifiziert. Weitere Beanstandungen der Prüfer bezogen sich auf Mängel bei der Kennzeichnung von Inhaltsstoffen oder der Haltbarkeit der Produkte.

 

Alle getesteten Farbstifte wurden eingezogen

Letztlich seien alle 14 Schminkstifte von der Verbraucherbehörde aus dem Verkehr genommen worden, sodass sie weder verkauft noch nach Deutschland eingeführt werden dürften. Bereits vor der Weltmeisterschaft war die Untersuchung vom baden-württembergischen Verbraucherschutzministerium bei den lizensierten Kosmetiklaboren der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) in Karlsruhe und Freiburg in Auftrag gegeben worden.

 

Ausdehnung der Untersuchung

Da „Fußballfans zu Recht erwarten, dass Fanartikel sicher sind und die Schminke in Nationalfarben unbedenklich verwendet werden kann“, kündigte das Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg nun in einer Pressemitteilung an, dass weitere Proben von Fanschminke in den Laboren untersucht werden sollen. Dabei sollen die Inhaltsstoffe von insgesamt 30 weiteren Schminkstiften untersucht werden. Auch der offiziell von der FIFA vertriebene Fanstift rückt dabei in den Fokus der Überprüfung. Auffallend war nach Aussagen der Behörde, dass die meisten Schminkprodukte mit krebserregenden Farbpigmenten aus China importiert worden waren.

 

Woran erkenne ich schädliche Schminkstifte

Wie die Untersuchungen gezeigt haben, sind die Inhaltsstoffe auf vielen Schminkstiften gar nicht oder nicht vollständig deklariert – vor allem die EU-weit verbotenen Farbstoffe wurden nicht angegeben und sind so nur im Labor erkennbar. In manchen Fällen waren die gemachten Angaben nicht zutreffend. Hinzu kommt, dass das Verbraucherschutzministerium aus rechtlichen Gründen keine Angaben zu den Herstellern der Schminkstifte machen darf, wodurch der Verbraucher fast keine Chance hat, gesundheitsschädliche Fanstifte zu erkennen.

Da aber alle getesteten Farbstifte gesundheitlich bedenklich sind und zwei von drei Stiften sogar krebserregende Farbstoffe enthalten, ist aus medizinischer Sicht die beste Empfehlung, vorerst keine Fastifte zu verwenden.

Hamburg, 27. Juni 2014

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