Experten warnen: Pfefferminztee krebserregend

Kräutertees sind krebserregend
Einer Analyse zufolge enthalten Kräutertees Pflanzengifte, die gesundheitliche Schäden hervorrufen können © Fotolia

Pfefferminztee ist eines der beliebtesten Teesorten der Deutschen. Doch Experten fanden jetzt heraus: Viele Fertig-Mischungen enthalten bedenklich hohe Schadstoff-Konzentrationen.

Kräutertees sind so stark mit Pflanzengiften belastet, dass deren Konsum als gesundheitlich bedenklich eingeschätzt wird. Das ergab eine Recherche des NDR-Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“. Bei einer Laboranalyse wurden in vier von sechs Pfefferminz- und Kräutertees sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) entdeckt – Pflanzengifte, die schon in kleinsten Mengen krebserregend sein können. Die Gifte sind in Unkraut enthalten und gelangen bei maschineller Ernte fälschlicherweise in das Erntegut.

 

Kräutertees im Labortest

Es gibt bislang keinen in der EU vorgeschriebenen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat dennoch eine unbedenkliche Höchstaufnahmemenge für PA bestimmt. Dieser Wert liegt bei 0,42 Mikrogramm pro Tag – für einen Erwachsenen. Die Experten hatten bei ihren Stichproben u.a. Produkte aus REWE, Edeka, Aldi und Lidl untersucht. Der große Verlierer ist die Sorte "Ja! Pfefferminze" von Rewe: Das Labor ermittelte eine Gesamtmenge von 0,67 Mikrogramm pro Tasse. Damit überschreitet bereits eine Tasse des Getränkes die empfohlene Höchstaufnahmemenge pro Tag. Der Kräutertee "Kloster Kräuter Mischung" der Edeka-Eigenmarke erreichte 0,36 Mikrogramm pro Tasse. Die Laboranalysen zeigten auch im Pfefferminztee von Aldi und im Kräutertee des Herstellers Meßmer die gefährlichen Pflanzengifte auf – wenn auch in geringeren Mengen. Der Tee von Aldi enthielt 0,02 Mikrogramm PA pro Tasse, das Produkt von Meßmer 0,005 Mikrogramm.

Toxikologe Prof. Edmund Maser von der Kieler Christian-Albrechts-Universität fordert, dass alle Lebensmittel frei von PA sein sollten. Die betroffenen Unternehmen teilten dem Verbrauchermagazin mit, dass sie bereits umfangreiche Maßnahmen zur Minimierung der schädlichen Substanzen durchführen ließ.

TV-Tipp: "Markt" am 11.01.2016 um 20:15 Uhr im NDR Fernsehen.

 

Pfefferminze selbst anbauen

Wer seine Pfefferminze selbst anbaut, kann sicherstellen, dass keine giftigen Pflanzenstoffe mit in den Tee gelangen. Die Pfefferminze kann wunderbar im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultiviert werden. Wie das funktioniert und was bei der Zubereitung des beliebten Heißgetränks zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Hamburg, 11. Januar 2016

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