Krank ohne Schuld – Passivrauchen erhöht deutlich die Gefahr für Hörverlust

Rauchen ist schlecht
Eine aktuelle Studie britischer Forscher belegt, dass für Passivraucher eine deutlich erhöhte Gefahr für einen Gehörverlust besteht © Fotolia

Passivraucher haben ein stark erhöhtes Risiko für einen Hörverlust. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Manchester. Menschen, die Zigarettenqualm ausgesetzt sind, werden demnach häufiger taub und erleiden schwere Ohren- und Gehörgangskrankheiten. Die britische Untersuchung bestätigt damit US-amerikanische Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2011.

Das britische Forscherteam fand in einer breit angelegten Studie heraus, dass für Personen, die Zigarettenqualm passiv inhalieren, ein um rund 30 Prozent erhöhtes Risiko für einen Hörverlust besteht. Besonders Kinder, Jugendliche und Frauen sind von diesem Effekt betroffen. Die Studie zeigt zudem, dass Passivrauchern nicht nur Hörverlust, sondern auch andere schwere Ohrenkrankheiten – wie Mittelohrentzündungen – drohen, die letztlich ebenfalls zu chronischen Einschränkungen des Gehörs führen.

Für die kürzlich veröffentlichte und groß angelegte Studie haben die Forscher der Universität Manchester beinahe 165.000 Probanden untersucht. Die Untersuchung gehört damit zu den umfangreichsten Studien, die sich mit den Folgen des passiven Rauchens auf die Gesundheit auseinandersetzen.

 

Kein Zweifel in Fachkreisen

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse besteht in Fachkreisen kein Zweifel, dass die statistisch ermittelten Daten auf eine echte Gefahr hinweisen. Die britische Studie bestätigt damit eine vorausgegangene Untersuchung des Langone Medical Centers der New York University School of Medicine, bei der bereits 2011 die Folgen des Passivrauchens für Jugendliche und Kinder analysiert wurden. Dabei hatten die US-amerikanischen Forscher sogar bei rund 50 Prozent der Probanden, die geringen Mengen Passivrauch ausgesetzt waren, langfristige Gehörschädigungen und Hörverlust nachgewiesen.

Die genauen Gründe für die Schädigungen sind allerdings noch weitgehend unbekannt. Vieles deutet aber nach Meinung der Forscher zur Zeit darauf hin, dass der Hörverlust von Passivrauchern mit einhergehenden Gefäß- und Herzerkrankungen im Zusammenhang steht.

Professor Piers Dawes von der Universität Manchester erklärte zudem, dass auch die Giftstoffe im Tabakrauch direkt und ohne Umwege über das „Krankmachen“ des Herz- und Kreislaufsystems zu Gehörverlust führen können. Der Wissenschaftler betont aber, dass es für die Betroffenen nebensächlich sei, ob Passivrauchen direkt oder indirekt – über die Schädigung des Herzens oder des Kreislaufsystems – für den Verlust des Gehörs und andere schwere Krankheiten bei so vielen Nichtrauchern verantwortlich ist. Der Grund: Laut Studie ist passiv eingeatmeter Zigaretten-Qualm eindeutig ursächlich für die schweren Erkrankungen.

 

Die Folgen des Passivrauchens werden unterschätzt

Die Forscher erhoffen sich, durch ihre Erkenntnisse in Zukunft noch mehr für die Gefahren des Passivrauchens sensibilisieren zu können. Die tödlichen Risiken, die durch den Kontakt mit Zigarettenrauch entstehen, gelten immer noch als unterschätzt. Eine Studie der Universität Münster ergab, dass in Deutschland jährlich 3300 Menschen durch die direkten Folgen des Passivrauchens sterben. Die WHO errechnete in einer Studie, dass weltweit rund 600.000 Menschen an der passiven Inhalation sterben – davon alleine 165.000 Kinder, deren Eltern rauchen. 

Hamburg, 31. Mai 2014

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