Kräuter und Gewürze fürs Gehirn

Redaktion PraxisVITA
Ein Gänsebraten ist auf einem Tisch angerichtet
Petersilie hat einen hohen Anteil an Apigenin – dieser Pflanzenstoff fördert laut einer aktuellen brasilianischen Studie die Bildung von Gehirnzellen © Fotolia

Wer sein Essen mit Thymian, Petersilie oder rotem Pfeffer würzt, tut nicht nur seinen Geschmacksnerven etwas Gutes. Auch das Gehirn profitiert laut einer aktuellen brasilianischen Studie.

Petersilie, Thymian, roter Pfeffer – diese Kräuter und Gewürze könnten dabei helfen, das Gehirn jung zu halten und Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson aufzuhalten. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Federal University of Rio de Janeiro in ihrer aktuellen Studie.

 

Apigenin verbessert die Gächtnisleistung

Der Grund dafür ist ein Pflanzenfarbstoff namens Apigenin, der zu den sogenannten Flavonoiden zählt. Frühere Studien zeigten bereits, dass andere Stoffe aus dieser Gruppe die Gedächtnisleistung verbessern können.

Für die neue Studie setzte das Team um Stevens Rehen menschliche Stammzellen im Labor Apigenin aus. Diese Zellen haben die Fähigkeit, sich zu jedem Zelltyp eines Organismus zu entwickeln. Nach 25 Tagen beobachteten die Forscher, dass sich die Stammzellen in Neuronen (Gehirnzellen) verwandelt hatten – ohne Zugabe von Apigenin taten sie das nicht.

Außerdem fiel auf, dass die Verbindungen, die sich zwischen den Neuronen bildeten (sogenannte Synapsen), besonders stark ausgebildet waren. „Starke Verbindungen zwischen Neuronen sind entscheidend für eine gute Gehirnfunktion, das Verfestigen von Erinnerungen und  Lernen“, erklärt Rehen.

Apigenin fördert die Bildung von Neuronen und Synapsen
Apigenin fördert die Bildung von Neuronen und Synapsen: Es bindet sich an sogenannte Östrogen-Rezeptoren im Gehirn© istock
 

Wie fördert Apigenin die Bildung von Neuronen?

Weitere Untersuchungen zeigten, wie Apigenin die Bildung von Neuronen und Synapsen fördert: Es bindet sich an sogenannte Östrogen-Rezeptoren im Gehirn. Rezeptoren sind Proteine oder Proteinkomplexe, an die sich andere Stoffe binden können – durch diese Verbindung werden bestimmte Prozesse in Gang gesetzt.

An Östrogen-Rezeptoren bindet sich normalerweise das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Frühere Studien zeigten, dass dieses Hormon die Entwicklung von Alzheimer, Schizophrenie, Depressionen und Parkinson verlangsamen kann. Allerdings birgt solch eine Östrogen-Therapie ein verstärktes Risiko für Tumorwachstum und Herzprobleme.

Die brasilianischen Forscher vermuten, dass durch die Bindung von Apigenin an die Östrogen-Rezeptoren die gleichen Prozesse ausgelöst werden wie durch die Gabe von Östrogen. Darum glauben sie, dass der Pflanzenstoff in Zukunft eine Rolle bei der Behandlung neurogenerativer Erkrankungen spielen könnte – also bei Erkrankungen, bei denen vermehrt Neuronen absterben.

Roter Pfeffer hält das Gehirn jung
Roter Pfeffer könnte dabei helfen, das Gehirn jung zu halten und Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson aufzuhalten© istock
 

Apigenin in Lebensmitteln

Doch die Erkenntnisse eröffnen auch neue Möglichkeiten, die Gehirngesundheit mittels der täglichen Ernährung zu stärken, so Rehen: „Flavonoide sind in einigen Lebensmitteln in großer Menge vorhanden und wir können vermuten, dass eine Ernährung, die reich an Flavonoiden ist, die Bildung von Neuronen und ihre Kommunikation untereinander beeinflusst.“

Welche Kräuter und Gewürze einen besonders hohen Apigenin-Gehalt haben und Ihnen dabei helfen, Ihr Gehirn jung zu halten, können Sie hier nachlesen.

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