Krätze: Die Ursache sind Milben

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei der Krätze ist die Ursache die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei – ein Spinnentier, das kaum einen halben Millimeter groß und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen ist. Der Parasit ernährt sich von menschlichen Hautzellen und Lymphflüssigkeit und ist so stark auf den Menschen spezialisiert, dass er weder ohne den Menschen noch auf einem anderen Wirt – zum Beispiel einem anderen Säugetier – langfristig lebensfähig ist.

Außerhalb des Menschen stirbt die Milbe bereits nach ein bis zwei Tagen, unter ungünstigen Bedingungen sogar schon nach wenigen Stunden. Sie überträgt sich deshalb fast ausschließlich durch direkten und intensiven Körperkontakt von Mensch zu Mensch. Nur bei sehr starkem Befall können Menschen sich auch an Kleidungsstücken, Bettwäsche oder anderen Gegenständen anstecken.

Zwar kann im Prinzip jeder Mensch an der Krätze erkranken, allerdings gibt es einige Risikofaktoren und Auslöser, die manche Menschen empfänglicher für eine Krätze-Infektion machen oder die Verbreitung der Krätzmilben begünstigen.

 

Eine Infektion mit der Krätze-Milbe hat verschiedene Ursachen

  • enger, intensiver Körperkontakt (zum Beispiel bei Kindern oder bei Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern)
  • geschwächte Immunabwehr (zum Beispiel bei alten Menschen, Menschen mit einer HIV-Infektionen oder bei Krebskranken)
  • schlechte hygienische Verhältnisse
  • eine beengte Wohnsituation
Die Krätzmilbe ist ein winziger Parasit und wird hauptsächlich durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen.
Die Krätzmilbe ist ein winziger Parasit und wird hauptsächlich durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Krätzmilbe pflanzt sich auf der Hautoberfläche fort© Corbis

Für eine Ansteckung ist bereits ein einziges begattetes Krätzmilben-Weibchen ausreichend. Dieses bohrt mit seinen Mundwerkzeugen Gänge in die Hornhaut, in denen es lebt und Tag für Tag seine Eier ablegt. Aus den Eiern schlüpfen nach drei bis vier Tagen Larven, die sich auf der Haut zu neuen, geschlechtsreifen Milben entwickeln. Durch die Aktivität der weiblichen Milben wird die Haut geschädigt, und an den befallenen Hautstellen entstehen kleine Knötchen und Pusteln, die brennen oder stark jucken können.

Eine weitere wichtige Krätze-Ursache sind die Hinterlassenschaften des Krätzmilben-Weibchens – insbesondere große Mengen an Milbenkot – die es während seines mehrwöchigen Aufenthalts in den Milbengängen ausscheidet. Diese aktivieren das menschliche Immunsystem und verursachen einige Wochen nach der Infektion eine allergische Reaktion mit einer Entzündung der Milbengänge und einem stark juckenden Ausschlag. Dieser betrifft nicht nur die tatsächlich von der Milbe befallenen Hautbereiche, sondern kann sich auf große Teile des Körpers ausbreiten.

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