Krämpfe in den Zehen: Ursachen und Tipps

Verena Elson Medizinredakteurin

Krämpfe in den Zehen kommen plötzlich und sind äußerst unangenehm. Selten deuten sie auf ernsthafte Erkrankungen hin. Doch in den meisten Fällen kann man sie mit einfachen Tricks schnell wieder loswerden.

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Inhalt
  1. Wie entsteht ein Krampf in den Zehen?
  2. Ursachen von Krämpfen in den Zehen
  3. Was hilft, wenn die Zehen krampfen?
  4. Krämpfen in den Zehen vorbeugen: Geht das?

Krämpfe in den Zehen können zwar sehr schmerzhaft sein, sind aber in der Regel harmlos und verschwinden schnell wieder. Zum Problem werden sie, wenn sie nicht nur hin und wieder auftreten, sondern im Alltag zum regelmäßigen Begleiter werden – dann können Sie die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Häufige Zehenkrämpfe können auch auf eine Grunderkrankung hinweisen, die behandelt werden sollte.   

 

Wie entsteht ein Krampf in den Zehen?

Bei einem Zehenkrampf ziehen sich die Muskeln in den Fußzehen anfallsartig stark zusammen und bleiben für einige Sekunden oder Minuten maximal angespannt, was zu starken Schmerzen in den Muskeln führt. Krämpfe können in allen Muskeln des Körpers auftreten – da Füße und Zehen aber vergleichsweise stark belastet werden, kommen sie hier besonders häufig vor.

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Ursachen von Krämpfen in den Zehen

Hinter Krämpfen in den Zehen können viele verschiedene Ursachen stecken. Folgende Faktoren gehören zu den häufigsten Auslösern für die Krämpfe:

  • Mineralstoffmangel: Eine Störung des Elektrolythaushalts, insbesondere Magnesium- oder Kalziummangel, kann zu Krämpfen führen. Dieser kann beispielsweise durch starkes Schwitzen, eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, einen Magen-Darm-Infekt oder Alkoholkonsum entstehen.
  • Medikamenteneinnahme: Muskelkrämpfe können Nebenwirkung verschiedener Medikamente sein, beispielsweise von einigen Antidepressiva, harntreibenden Mitteln und Asthma-Medikamenten.  
  • Überlastung: Durch Überanstrengung, beispielsweise beim Sport, kann der Muskel anfangen zu krampfen – Fußfehlstellungen begünstigen eine solche Überlastung noch.
  • Erkrankungen: Seltener stecken Grunderkrankungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion, Diabetes, Gefäßerkrankungen, ein Bandscheibenvorfall, Nerven- oder Nierenerkrankungen hinter wiederkehrenden Zehenkrämpfen.
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Was hilft, wenn die Zehen krampfen?

Bei einem akuten Zehenkrampf hilft folgende Dehnübung: Im Sitzen die Zehen mit der Hand zum Körper ziehen. So werden die krampfenden Muskeln gedehnt und der Krampf löst sich in der Regel schnell.

Wer immer wieder an Krämpfen leidet und seine Lebensqualität dadurch beeinträchtigt sieht, sollte einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Vielleicht lässt sich das Problem dann schnell beheben, beispielsweise durch die Einnahme von Magnesiumpräparaten oder das Tragen von orthopädischen Schuheinlagen. Falls tatsächlich andere Grunderkrankungen hinter den Zehenkrämpfen stecken, können diese vom Arzt erkannt und behandelt werden.

 

Krämpfen in den Zehen vorbeugen: Geht das?

Wer zu Krämpfen in den Zehen neigt, kann mit folgenden Tipps vorbeugen:

  • Vor dem Sport Füße und Beine aufwärmen
  • Beim Sport ausreichend trinken, am besten isotonische Getränke
  • Eventuelle Fußfehlstellungen behandeln lassen
  • Die Durchblutung der Füße stärken, beispielsweise durch Fußbäder oder Fußmassagen
  • Bei nächtlichen Zehenkrämpfen: Füße und Zehen vor dem Schlafengehen dehnen  
  • Regelmäßig die Zehen trainieren: Die Zehen abwechselnd einkrallen und wieder loslassen. Um den Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen, mit den Zehen nach einem Gegenstand, beispielsweise einem Handtuch oder einem Stift, „greifen“  

Mit diesen Maßnahmen lässt sich die Häufigkeit der Krämpfe in den Zehen verringern – treten sie dennoch immer wieder auf, ist ein Arztbesuch angeraten.

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Quellen:  

Causes and home remedies for toe cramps, in: medicalnewstoday.com

Hallegraeff, Joannes M., et al. (2012): Stretching before sleep reduces the frequency and severity of nocturnal leg cramps in older adults: a randomised trial, in: Journal of physiotherapy

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