Kontaktallergie – Symptome und Behandlung

Anne Körbel
Bei einer Kontaktallergie reagiert der Körper mit Irritationen der Haut
© iStock/AzmanL
Inhalt
  1. Symptome
  2. Die häufigsten Auslöser einer Kontaktallergie
  3. Diagnose
  4. Behandlung

Von Ihrer neuen Jeans brennt der Knopf auf der Haut und es bilden sich Bläschen? Sie können auch keine Latexhandschuhe mehr beim Abspülen des Geschirrs tagen? Und von Ihrer neuen Gesichtscreme bekommen sie einen Hautausschlag? Höchstwahrscheinlich leiden Sie an einer Kontaktallergie. Aber keine Angst, Sie sind nicht allein! Ein Viertel aller Deutschen, das heißt fast jeder Fünfte ist betroffen von einer Kontaktallergie.

 

Symptome


Bei einer Kontaktallergie (in der medizinischen Fachsprache auch „allergische Kontaktdermatitis“ oder „allergisches Kontaktekzem“ genannt) reagiert die Haut des Betroffenen gereizt auf jeglichen Kontakt mit einer bestimmten Substanz. Die Irritationen der Haut äußert sich durch Hautrötungen, die brennen und jucken. Neben Rötungen und Schwellungen kann der Ausschlag auch in Form von Ekzemen, Quaddeln, Krusten- und Schuppenbildung, nässenden Knötchen und Bläschen auftreten. Es sind mehr als 3.000 Stoffe bekannt, die eine Kontaktallergie auslösen können, wobei darunter natürliche sowie auch künstliche Substanzen fallen. Die Kontaktallergie zählt zu den „Allergien vom späten Typ“, d.h. die Symptome treten erst 24 Stunden bis drei Tage nach dem Kontakt mit einer bestimmten Substanz auf. Die sogenannten T-Zellen des Abwehrsystems gelten als verantwortlich für die Reaktion. Sie schütten bei Kontakt mit den Allergenen Botenstoffe aus, die eine Entzündung hervorrufen in Form einer sichtbaren Hautveränderung. Vergleichbar mit anderen Allergien liegt bei der Kontaktallergie also eine Überreaktion des Immunsystems vor.

Eine Kontaktallergie unterscheidet sich von anderen Allergien insofern, dass sich die Reaktion in Unterschied zu anderen Allergenen in erster Linie nur auf die Haut bezieht. Es gibt keinen anaphylaktischen Schock.

Bei Duftstoffen gibt es allerdings eine Ausnahme. Durch Raumerfrischer oder Räucherstäbchen berühren die Duftmoleküle nicht nur die Haut, sondern auch beim Einatmen die Schleimhäute der Atemwege. Daher kann es in selten Fällen zu Atemwegssymptome wie Luftnot kommen. Dies geschieht meistens bei Betroffenen, die sehr sensibel reagieren und bereits andere Erkrankungen oder Allergien haben, wie beispielsweise bei Asthmatikern.

 


Die häufigsten Auslöser einer Kontaktallergie


-Nickel:
Ist ein Metall, dass sowohl in der natürlichen Umwelt vorkommt, als auch in der Industrie häufig genutzt wird. Darunter fallen Schmuck, Münzen, Knöpfe, Verschlüsse, Batterien und Prothesen. Nickel kommt aber auch in Pflanzen, Lebensmitteln und im Zigarettenrauch vor.
-Duftstoffe:
Sind meistens enthalten in Parfüms und Körperpflege-Produkten, wie z.B. Gesichtscremes, Bodylotion, Duschgel usw. Die Duftstoffe stammen entweder aus natürlichen Quellen wie Pfanzenteilen oder Tiersekreten. Oder sie können auch künstlich in Chemielaboren hergestellt werden. Meistens wird auf Gewürze reagiert wie Zimt, Vanille, Piment und Muskatnuss sowie Fruchtsäuren, aber auch auf Bestandteilen gewisser Pflanzen wie Kampfer, Gartennelken, Hyazinthen, Veilchen und Tannen.   

Duftstoffe sind viel in der Kosmetik, aber auch in Alltgasgebrauchsgegenständen wie Waschpulver enthalten
Duftstoffe sind viel in der Kosmetik, aber auch in Alltagsgebrauchsgegenständen wie Waschpulver enthalten. © istock/Anna-Ok

-Farbstoffe und Konservierungsstoffe:
Sind ebenfalls oft in Kosmetikartikeln enthalten. Auslöser für Kontaktekzeme sind beispielsweise Parabene (künstlich hergestellte Konservierungsstoffe, die für die Haltbarkeit der Kosmetikartikel verantwortlich sind)
-Wollwachs:
Ist in Salben und Rasierschaum zu finden. Es dient als Grundlage für Salben, findet aber auch als Inhaltsstoff bei Polituren seine Verwendung.
-Pflanzen:
Pflanzenextrakte sind oft in Pflegeprodukten enthalten, wie z.B. in Shampoo. Schätzungsweise sind zwei Prozent der Bevölkerung von einer Kontaktallergie durch Pflanzen betroffen. Es gibt viele Pflanzen, die zu den Auslösern einer Kontaktallergie zählen. Die häufigsten sind, Kamille, Arnika, Schafgarbe, Zwiebel, Buschwindröschen, Ackergauchheil, Aster, Maiglöckchen, Zaunrübe, Erdbeeren, Schneeglöckchen, Sonnenröschen, Orchideen, Hahnenfuß und Fetthenne.

Auch Kamille gilt als Auslöser einer Kontaktallergie
Auch Kamille gilt als Auslöser einer Kontaktallergie. © IStock/Rouzes
 

Diagnose


Sollten Sie den Verdacht auf eine Kontaktallergie haben, suchen Sie unbedingt Ihren Dermatologen (Hautarzt) auf. In einem Gespräch wird dann u.a. geklärt, wann die Symptome das erste Mal aufgetreten sind. Der Hautarzt kann einen Allergietest, den sogenannten Epikutantest, durchführen, bei dem auf Verdacht bestimmte Substanzen auf den Rücken des Patienten aufgetragen werden. Anschließend wird ein spezielles Pflaster auf den Bereich geklebt. Nach 48 bis spätestens 96 Stunden wird das Pflaster entfernt und die Haut auf Reaktionen einer Kontaktallergie (Ekzeme, Rötungen usw./ siehe Symptome) untersucht.

 

Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie führt der Hautarzt einen Allergietest (Epikutantest) durch
Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie führt der Hautarzt einen Allergietest (Epikutantest) durch © istock/Neeila
 

Behandlung


Eine Desensibilisierung wie bei anderen Allergieformen ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich. Da die Kontaktallergie ein Leben lang besteht, gilt es für den Patienten auf jeglichen Kontakt mit der oder den auslösenden Substanzen einer Kontaktallergie zu verzichten. Im Anschluss an die Diagnose wählt der Arzt die passende Therapie für den Patienten. Es können verschiedene Salben oder Cremes mit Kortison verschrieben werden, die aber nur kurzzeitig verwendet werden sollten. Um den Säureschutzmantel der Haut zu stärken, empfehlen Experten außerdem auf alkalische (basische) Seifen zu verzichten und eher zu ölhaltigen Produkten und rückfettenden Cremes zu greifen. Bei chronischen Ekzemen kann auch eine Lichttherapie mit UVB-Strahlen helfen.

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