Kommt jetzt die Impfung gegen Lungenkrebs?

Ärztin prüft Aufnahme der Lunge
Bislang können Ärzte relativ wenig bei Lungenkrebs im Endstadium tun – ein neues Medikament könnte das ändern © Fotolia

Einige Medien berichten zurzeit über einen Impfstoff gegen Lungenkrebs: Cimavax. Doch was ist dran an dem vermeintlichen Wundermittel? Praxisvita klärt auf.

 

Was ist Cimavax?

Cimavax wurde in Kuba entwickelt, um eine Lungenkrebsunterform zu behandeln, das sogenannte nicht-kleinzellige Lungenkarzinom. Zu dieser Gruppe gehören etwa zwei Drittel aller Lungenkrebsfälle.

Ziel des Medikaments ist ein bestimmtes Protein, das das Zellwachstum regelt: der Epidermale Wachstumsfaktor (EGF). Bei manchen Krebsarten produziert der Körper zu viel EGF, was zu einem unkontrollierten Zellwachstum führt. Auch bei Lungenkrebs ist das der Fall. Cimavax stimuliert das Immunsystem so, dass es EGF erkennt und gezielt bindet. Der Krebs wächst dadurch langsamer. Der Prozess ist mit dem einer normalen Impfung vergleichbar.

 

Wie ist die Studienlage?

Einige kleine Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse: Bereits 2008 wurden 80 Lungenkrebspatienten nach einer Chemotherapie mit dem Medikament behandelt. Sie lebten dadurch im Schnitt um vier bis sechs Monate länger und Symptome wie Husten oder Atemnot wurden schwächer. Ebenfalls positiv: Nebenwirkungen wie Fieber oder Übelkeit waren zwar vorhanden, aber relativ mild. 

 

Wirkung noch nicht endgültig bewiesen

Doch, ob Cimavax unter realen Bedingungen Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Erst eine sogenannte Phase-3-Studie kann darüber Aufschluss geben. Eine solche wird gerade in Kuba durchgeführt. Auch in den USA werden für das Jahr 2016 erste Studien geplant. In Deutschland gibt es das Medikament bislang noch nicht – ob sich das in Zukunft ändert, hängt von den Ergebnissen der Studien ab.

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