Kommt jetzt das Verhütungs-Gel für den Mann?

Phyllis Kuhn Medizinredakteurin
Spermien
Mit Verhütungsgel werden diese Spermien keinen Weg in eine Eizelle finden. © iStock

Die Pille für den Mann lässt noch auf sich warten. Dafür könnte es schon sehr bald eine neue Form der Verhütung für Männer geben. Und die kommt ganz ohne Hormone aus.

Für Frauen gibt es eine ganze Bandbreite an zeitlich begrenzten Verhütungsmitteln. Pille, Spirale, Verhütungsring - sobald frau sich dagegen entscheidet, ist sie normalerweise bald wieder fruchtbar. Bei Männern besteht die Auswahl an Verhütungsmitteln bisher aus Kondom und einer Vasektomie. Bei einer Vasektomie werden in einer Operation die Samenleiiter durchtrennt. Das kann zwar im Prinzip wieder rückgängig gemacht werden, setzt jedoch eine weitere Operation voraus. An der vergleichsweise kleinen Auswahl an Verhütungsmitteln für Männer könnte sich in Zukunft etwas ändern. Wissenschaftler aus den USA haben jetzt ein Verhütungsgel für Männer entwickelt, weder in den Hormonhaushalt eingreift, noch die Wahrnehmung beim Sex beeinflusst.

 

Chemiefrei und ohne Hormone

Das Gel wurde bisher erfolgreich an Hasen und Affen getestet. Wenn die Tests beim Menschen ebenfalls sicher und ohne Nebenwirkungen verlaufen, könnte es „Vasalgel“ bald auf Rezept vom Arzt geben. Anders als Verhütungsgels für die Frau, die durch chemische oder hormonelle Zusätze Spermien abtöten, wirkt das Gel rein mechanisch. Es wird in die Samenleiter injiziert. Diese transportieren die Spermien normalerweise von den Hoden in den Penis. Das Gel füllt den Hohlraum im Samenleiter jedoch und bildet dort eine semipermeable (nur teilweise durchlässige) Barriere. Spermien sind zu groß, um dieses Barriere zu durchbrechen. Sie werden vom Körper wieder absorbiert.

 

Entfernung per Ultraschall

Da das Gel per Spritze verabreicht werden muss, ist davon auszugehen, dass es nur von einem Arzt verabreicht werden kann. Anders als herkömmliche Verhütungsmittel muss Vasalgel weder ausgetauscht noch nachgespritzt werden. Es wirkt solange, bis sich der Mann entscheidet, das Gel entfernen zu lassen. Das funktioniert mit Hilfe von Ultraschall. Durch die Erschütterungen löst sich das Gel und wird abtransportiert. Ob durch die Entfernung die Gefahr einer Verletzung besteht, ist noch nicht gänzlich erforscht. Im Versuch mit den Hasen klappte das Verfahren einwandfrei.

Für Paare, die auf Kondome keine Lust haben, die Frau sich jedoch keiner hormonellen Beeinflussung aussetzen will, könnte das Verhütungsgel in Zukunft eine sinnvolle Alternative sein.

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