Kommt bald die Verhütungsspritze für den Mann?

Die Verhütung für Männer
Das neue Verhütungs-Gel für Männer kommt ganz ohne Hormone und Chemikalien aus © Fotolia

Es gibt viele Gründe für Frauen, nicht zu verhüten, weil die in vielen Verhütungsmitteln enthaltende Hormone gesundheitliche Risikien bergen, wie zum Beispiel Blutgerinnsel und Lungenembolie. Will der Mann das doch mal übernehmen, bleibt ihm die Wahl zwischen dem oft bei beiden Geschlechtern unbeliebten Kondom und der für zukünftige Kinderwünsche ziemlich endgültigen Sterilisation. Doch ein neues Verfahren könnte das bald ändern – mithilfe von Kunststoff-Gel. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Seit den 1990er Jahren arbeiten Forscher an der Entwicklung des Vasalgels: Einer polymerbasierenden Verhütungsmethode für Männer.

Wie die beteiligten Forscher in einer aktuellen Pressemitteilung erklären, verfügt dieses Kunststoff-Gel – anders als die meisten Verhütungsmittel – über keine Hormone. Zudem könne seine Wirkung auf Wunsch wieder rückgängig gemacht werden, sodass die Zeugung von Kindern möglich sei.

 

Spermien werden blockiert

Technisch ist das Verfahren denkbar einfach. Das Kunststoff-Gel kommt mithilfe einer Injektion in den Samenleiter, wo es im Grunde einfach den Weg der Spermien versperrt. Diese Behandlung verspricht einen langfristigen Verhütungserfolg von mindestens zehn Jahren – die Wirkung des Vasalgels selbst setzt einige Tage nach der Injektion ein. Dabei kommt dieses neue Verhütungsmittel auch ohne jeglichen chemischen Zusatz aus und war in zahlreichen Tests bereits sehr erfolgreich.

 

Nächster Studien-Halt: Mann

Die Forscher schreiben, dass die sogenannte präklinische Studienphase – also die letzte Phase der Studie, bevor an Menschen oder besser gesagt an Männern getestet wird – bald abgeschlossen ist.

Für die aktuelle Studie seien drei „glückliche Pavian-Männer“ mit dem Kunststoff-Gel behandelt und dann jeweils für sechs Monate in ein Gehege mit zehn bis 15 Pavian-Damen gesetzt worden. Das Vasalgel zeigte dabei seine Wirkung. Keine der Pavian-Damen wurde bis heute schwanger.

Ein großer Vorteil des Vasalgels ist die Tatsache, dass seine Wirkung wieder rückgängig gemacht werden kann. Deswegen wird zeitgleich in einem anderen Versuch mit Kaninchen getestet, ob die Polymer-Verstopfung des Samenleiters mit einer weiteren Injektion – einer Art Spülung – aufgelöst werden kann. So jedenfalls ist der Plan der Forscher. Bereits 2017 soll das Gel in den USA  zugelassen werden.

Hamburg, 12. September 2014

Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.