Kommen Sie gesund durch den Sommer

Mückensprays können einer Leishmaniose vorbeugen
Wichtig vor allem in exotischen Ländern: Schützen Sie sich mit einem Spray vor Krankheitsüberträgern – etwas Stechmücken – die beispielsweise Leishmaniose übertragen können © Fotolia

Was tun bei Reisedurchfall oder Mückenstichen? Hier erfahren Sie alles, was Sie über typische Reisekrankheiten wissen müssen und vor allem wie Sie sich schützen können.

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A

 

Allergien

Schätzungsweise jeder Fünfte reagiert mehr oder weniger empfindlich auf Pollenflug. Die Ursache ist ungeklärt. Viele Experten machen die Umweltverschmutzung für die Zunahme von Allergien verantwortlich.

Symptome: Niesen, tränende und juckende Augen, Husten, Asthma.

Was hilft: Allergiehemmende Medikamente, sogenannte Antihistaminika, gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Wer lieber zu pflanzlichen Arzneien greift: Indisches Lungenkraut (Apotheke) wird seit Jahrtausenden gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt.

Wann zum Arzt: Bei starken Beschwerden den Hausarzt ansprechen: Er verschreibt eventuell Kortison oder rät zu einer Immuntherapie, etwa mit sogenannten Gräser-Tabletten.

 

 

B

 

Blasen am Fuß

Rutschende Socken, scheuernde Riemchen – unser Körper hilft sich selbst und bildet zur Entlastung flugs ein kleines Wasserkissen: eine Blase.

Was hilft Sofort: ein Blasenpflaster (Apotheke) drauf. Wenn möglich, die Schuhe wechseln. Blase auf keinen Fall aufstechen.

Wann zum Arzt: Bei Entzündung.

 

 

C

 

Cabriosyndrom

Klingt nach Freiheit und Abenteuer, meint aber nur die Beschwerden, die von zu viel Zugluft kommen. Dafür braucht es kein Cabrio, schon ein geöffnetes Fenster im Auto reicht.

Symptome: Steifer Nacken, Schulter- und Ohrenschmerzen.

Was hilft: Schmerzende Partien mit Wärmesalbe (Apotheke) einreiben, Schal tragen.

 

 

D

 

Durchfall

Der Klassiker im Urlaub, meist ausgelöst von Bakterien, die über Speisen und Getränke in den Darm gelangen.

Was hilft: Durchfall sollte schnell behandelt werden, weil der Körper in kurzer Zeit große Mengen an Flüssigkeit und Mineralstoffen verliert. Der Wirkstoff Loperamid (Apotheke) beruhigt den Darm, ohne ihn lahmzulegen.

Wann zum Arzt: Wenn die Beschwerden nicht nachlassen, Fieber und Kreislaufbeschwerden hinzukommen.

 

 

E

 

Erkältung

Manche Menschen sind im Sommer häufiger erkältet als im Winter. Der Grund: nackte Füße, nasse Badesachen, schulter- und rückenfreie Kleidung. Wenn wir – meist unbemerkt – auskühlen, stockt die Durchblutung, und Erreger haben leichtes Spiel.

Was hilft: Studien haben gezeigt, dass Wasserdost (Apotheke) das Immunsystem stärkt und sogar Viren abtötet. Auch Efeu hat die Wissenschaft überzeugt. Extrakte der Kletterpflanze (Apotheke) lindern rasch Husten.

Wann zum Arzt: Wenn hohes Fieber (ab 39 Grad) und Luftnot dazukommen.

 

 

F

 

Fußpilz

Die Sporen lauern nicht nur im Schwimmbad, in der Sauna und auf dem Hotelzimmerteppich: Mit Fußpilz kann man sich bereits beim Anprobieren neuer Schuhe infizieren.

Symptome: Gerötete und schuppige Haut zwischen den Zehen, Juckreiz.

Was hilft: Unbedingt die Füße konsequent mit Anti-Pilz-Mittel behandeln, auch Antimykotikum genannt (Apotheke). Aus Fußpilz wird sonst nicht selten Nagelpilz – und der ist richtig fies.

Wann zum Arzt: Wenn rezeptfreie Mittel nicht anschlagen.

 

 

G

 

Grippe

Wer von Sommergrippe spricht, meint meist eine harmlose Erkältung. Die echten Influenza-Viren lieben es kalt und feucht, deshalb ist Grippe in der warmen Jahreszeit eher selten.

Symptome: Urplötzlich extremes Krankheits- und Schwächegefühl, Schüttelfrost, Glieder- und Kopfschmerzen, hohes Fieber.

Was hilft: Bettruhe, Hühnersuppe und Schmerztabletten. Siehe auch bei Dengue-Fieber und Erkältung.

Wann zum Arzt: Wenn das Fieber nach drei Tagen nicht sinkt und Kreislaufprobleme hinzukommen.

 

 

H

 

Hepatitis

Die Leberentzündung wird von Viren ausgelöst, die über verunreinigte Speisen und Getränke (Hepatitis A) oder Körperflüssigkeiten (Hepatitis B) in den Organismus gelangen. Bei Urlaubsreisen nach Süd- und Osteuropa, Afrika und Asien sollte man sich vorher impfen lassen. Es gibt eine Kombi-Immunisierung gegen A und B: zwei Injektionen im Abstand von vier Wochen und eine dritte Spritze nach sechs Monaten. Der Impfschutz hält zehn Jahre.

Symptome: Hepatitis macht sich frühestens nach 15 Tagen bemerkbar. Durch Erbrechen, Bauchweh, Durchfall, gelbe Haut und Schwächegefühl.

Wann zum Arzt: Sofort! Hepatitis A heilt meist ohne Probleme aus, doch Hepatitis B kann chronisch werden.

 

Hitzschlag

Überanstrengung bei großer Hitze kann die Körpertemperatur auf lebensgefährliche 40 Grad erhöhen. Nicht zu verwechseln mit Sonnenstich.

Symptome: Starke Muskelkrämpfe und Bewusstseinsstörungen.

Was hilft: Den Körper mit feuchten Tüchern abkühlen. Viel trinken.

Wann zum Arzt: Sofort!

 

 

I

 

Insektenstiche

Mücken pumpen beim Stechen einen Blutverdünner in die Haut. Das ist harmlos, doch der Körper reagiert mit Juckreiz und kleinen Quaddeln. Schmerzhafter und dicker sind die Beulen, die Bremsen hinterlassen, ihre Beißwerkzeuge sind weitaus größer als die von Mücken.

Was hilft: Stiche mit halber Zwiebel abreiben, das wirkt entzündungshemmend und lindert den Juckreiz.

 

 

K

 

Kreislaufprobleme

Wenn der Blutdruck im Sommer in den Keller rauscht, liegt in der Regel Flüssigkeitsmangel vor.

Symptome: Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Sternchensehen.

Was hilft: Viel trinken, bei warmem Wetter mindestens zwei Liter am Tag, am besten kaltes Wasser ohne Kohlensäure. Im Akutfall dem Kreislauf mit Cola oder Kaffee wieder auf die Sprünge helfen. Gute Vorbeugung: morgendliche Wechselduschen.

Wann zum Arzt: Wenn Ohnmacht auftritt oder die Beschwerden zunehmen.

 

 

L

 

Leishmaniose

Diese Infektionskrankheit kommt weltweit in warmen Ländern - zum Beispiel im Mittelmeerraum - vor und wird von Sandmücken übertragen. Der beste Schutz: ein Anti-Mücken-Mittel (Apotheke).

Symptome: Leishmaniose tritt erst Wochen nach der Infektion auf und äußert sich meist durch blaurote Geschwüre auf der Haut. Wenn geschwollene Lymphknoten, Fieber, Appetitlosigkeit und Schwäche hinzukommen, können auch innere Organe betroffen sein.

Wann zum Arzt: Wenn die Symptome auftreten. Mit Medikamenten lässt sich Leishmaniose gut behandeln.

 

 

M

 

Magen-Darm-Grippe

Während im Winter vor allem Viren - etwa das berüchtigte Norovirus – auf den Magen schlagen, sind es im Sommer Bakterien: auf Eiscreme, Mayonnaise, Fleisch, Fisch, Sahne und Eischnee gedeihen sie prächtig – je ungekühlter die Speisen, desto effektiver.

Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall – unser Körper versucht mit allen Mitteln, die Erreger wieder loszuwerden. Schwäche, bisweilen Fieber.

Was hilft: Ein Krampflöser gegen Bauchweh (Apotheke) und viel Kräutertee (Pfefferminz, Fenchel, Kamille). Zum Ausgleich des Mineralstoffverlusts ist eine Elektrolyt-Lösung (Apotheke) ratsam.

Wann zum Arzt: Wenn die Beschwerden nicht nach drei Tagen nachlassen.

 

 

O

 

Ohrenschmerzen

Kalter Wind am Strand, Zugluft im Auto, Meer- oder Chlorwasser – wer empfindliche Ohren hat, muss im Sommer besonders aufpassen. Wenn Bakterien in den Gehörgang gelangen, können sie dort schmerzhafte Entzündungen auslösen. Wichtig zu wissen: Der Gebrauch von Wattestäbchen entfernt die Fettschicht im Ohr, die vor Bakterien und Pilzen schützen soll.

Was hilft: Eine Zwiebel hacken, in ein Taschentuch geben, aufs Ohr legen und Schal drumwickeln. Zur Vorbeugung: Bei Wind und im Wasser Ohrstöpsel tragen (Apotheke).

Wann zum Arzt: Wenn die Schmerzen anhalten, eitrige Flüssigkeit austritt oder Hörprobleme auftreten.

 

 

P

 

Pigmentflecke

Sonne ist wunderbar und macht uns glücklich, doch leider lässt sie auch häufig unschöne Altersflecke auf der Haut erblühen. Sie sehen aus wie große Sommersprossen und treten meist im Gesicht, auf Händen und Dekolleté auf. Die Ursache ist das braune Pigment Melanin, das der Organismus bildet, sobald wir ungeschützt in die Sonne gehen. Mit den Jahren funktioniert der Abbau dieses Farbstoffs nicht mehr vollständig und zurück bleiben die Flecke. Auch Parfüm und Johanniskrautpräparate vertragen sich nicht mit Sonnenlicht und können zu Pigmentflecken führen.

Was hilft: Sind die Flecke stark ausgeprägt, hilft nur eine Laserbehandlung beim Hautarzt. Bei helleren Flecken kann man es zunächst mit Schüßler-Salbe Nr. 6 (Apotheke) versuchen.

 

 

R

 

Reiseübelkeit

Die Vorfreude auf den Urlaub ist groß – wenn da nicht die Anreise wäre. Vielen Menschen wird schlecht, wenn sie auf einem Schiff sind, andere vertragen längere Auto- und Busfahrten nicht. Ursache: Ungewohnte Bewegungen bei gleichzeitigem Stillsitzen irritieren das Gehirn, es überreagiert mit Übelkeit.

Was hilft: Der Wirkstoff Dimenhydrinat (Apotheke) blockiert die Ausschüttung von bestimmten Botenstoffen und beruhigt so das Brechzentrum. Er kann allerdings müde machen.

 

 

S

 

Sonnenbrand

Dass zu viel UV-Licht die Haut frühzeitig altern lässt und das Risiko für Hautkrebs erhöht, weiß jeder. Doch manchmal ist die Sonne einfach doch stärker als unser Schutzmittel.

Was hilft: Haut mit nasskalten Tüchern kühlen. Quark oder Joghurt wirken entzündungshemmend und stärken den Säureschutzmantel der Haut.

Wann zum Arzt: Bei großflächiger Verbrennung mit Blasenbildung. Bei Fieber und Kopfschmerzen.

 

 

T

 

Tollwut

Bei Reisen nach Osteuropa, in ländliche Gebiete der Türkei, nach Afrika und Asien sollte man sich gegen Tollwut impfen lassen. Nach Angaben der WHO sterben weltweit rund 55 000 Menschen an dieser Virusinfektion, die durch Tierbisse übertragen wird. Vor allem streunende Hunde und Fledermäuse können gefährlich werden.

Symptome: Kopfweh, Appetitlosigkeit, Brennen und Jucken der Bisswunde, später Schluckbeschwerden mit Aversion gegen Wasser, schlimme Krämpfe.

Wann zum Arzt: Nach jedem Wildtierbiss! Eine rasche nachträgliche Impfung schützt meist vor der Infektion.

 

 

V

 

Venenprobleme

Unsere Beinvenen müssen Schwerstarbeit leisten. Rund 7000 Liter Blut pumpt das Herz täglich durch den Körper, die Hälfte davon von unten nach oben, also gegen die Schwerkraft. Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut nicht in die Füße sackt. Doch dieser Mechanismus funktioniert nur, wenn die Venenwände stabil sind: Leiern sie aus, schließen die Klappen nicht mehr richtig, und das Blut fließt nach unten zurück. Fast jede Frau jenseits der 40 hat schwache Venen.

Symptome: Schwere Beine, vor allem abends und bei warmem Wetter, geschwollene Knöchel, Besenreiser.

Was hilft: Beine hochlegen, kalte Beingüsse, regelmäßige Bewegung. Rosskastanien-Extrakt (Apotheke) hat sich zur Venenstärkung bewährt.

Wann zum Arzt: Wenn die Adern stark hervortreten. Krampfadern sollten auf jeden Fall behandelt werden.

 

 

W

 

Wespenstich

Bienen- und Wespengift richtet meist keinen größeren Schaden an: Die Stichstelle schmerzt anfangs höllisch, schwillt an und beginnt bald danach zu jucken. Doch etwa drei Prozent der Deutschen sind überempfindlich: Ihr Organismus reagiert auf das Insektengift so stark, dass der Kreislauf zusammenbricht. Mediziner sprechen von einem anaphylaktischen Schock, der unbehandelt sogar tödlich enden kann.

Symptome: Kribbeln in Handflächen und Fußsohlen, Rötungen am ganzen Körper, Luftnot, Herzrasen, Übelkeit.

Was hilft: Drei Medikamente sollten Allergiker griffbereit haben: Antihistamin-Tropfen, Kortison-Tropfen, Adrenalinspritze. Verschreibt der Hausarzt als Notfall-Set.

Wann zum Arzt: Wenn Symptome auftreten. Zur Sicherheit auch nach Einnahme der Allergie-Medikamente.

 

 

Z

 

Zeckenstich

Zecken lauern überall in der Natur, sind aber weniger bedrohlich als vielfach befürchtet. Selbst wenn die kleinen Spinnentiere gefährliche Viren oder Bakterien in sich tragen, ist das Risiko einer Infektion relativ gering. Zehn bis 35 Prozent der Zecken können die Infektionskrankheit Borreliose auslösen, aber nur maximal sechs Prozent der Menschen, die gestochen werden, infizieren sich tatsächlich. Es gilt: Je rascher die Zecke entfernt wird (Pinzette oder Zeckenzange), desto geringer das Risiko. Noch seltener ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Nur 0,1 bis 5 Prozent der Zecken tragen das FSME-Virus in sich, und sie kommen fast ausschließlich in Süddeutschland und Osteuropa vor. Viele Menschen merken von einer Infektion gar nichts, überdies kann man sich gegen FSME impfen lassen.

Symptome Borreliose: Nachtschweiß, geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Fieber.

FSME: grippeähnliche Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen.

Wann zum Arzt: Bei FSME-Symptomen sofort. Ansonsten: Wenn sich an der Stichstelle kreisrunde Rötungen zeigen. Mit einem Bluttest beim Arzt lässt sich schon acht Tage nach einem Zeckenbiss testen, ob eine Infektion vorliegt und eine Antibiotika-Therapie angezeigt ist.

 

Das gehört in die Reiseapotheke

Die Grundausstattung: Tabletten gegen Durchfall und Schmerzen, die sich auch ohne Wasser einnehmen lassen. Ein Gel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand. Ein Repellent, also ein Mittel zur Abwehr von Insekten. Ein sogenannter Säurebinder, das ist ein Mittel gegen Magenschmerzen und Sodbrennen. Pflaster, Mullbinde, Fieberthermometer. Die Reiseapotheke gehört ins Handgepäck, im Auto unter den Sitz. Die Medikamente sollten nicht allzu großer Hitze ausgesetzt werden, am Urlaubsort am besten im Gemüsefach des Kühlschranks oder in der Minibar aufbewahren.

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