Koloquinte - ein starkes Abführ-, aber kein Heilmittel

Die Koloquinte kann durchaus eine heilende Wirkung haben. Doch sie kann heftige Nebenwirkungen hervorrufen und sollte darum nicht selbst angewandt werden.

Eine Koloquinte in der Wüste
Die Frucht der Koloquinte ist giftig. Gegessen kann sie zu einer Reizung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und blutigen Durchfällen führen. Weitere mögliche Folgen sind: Nierenschäden, eine abortive Wirkung, Geschwüre, Wanddurchbrüche, Peritonitis, Blutungen der Niere, Hyperämie im Gehirn, Delirien, Kollaps und der Tod durch Atemstillstand© Fotolia
 

Koloquinte: Anwendung und Heilwirkung

Definition Koloquinte

Bezeichnung: Citrullus colocynthis Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) Gattung: Citrullus Art: Koloquinte

Obwohl die Frucht der Koloquinte, der sogenannte Koloquintenapfel, gewisse Heilkraft besitzt, gehört die Anwendung dieser Pflanze nicht in die Hände von Laien. Sie enthält Zellgifte, die zu sehr schweren Nebenwirkungen führen können. Auch in Fertigpräparaten ist sie kaum vertreten. Angesichts der Risiken rät die Kommission E (BfArM/BGA) von einer Verwendung ab.

Die Koloquinte ist ein drastisches Laxans, was so viel wie eine stark abführende Wirkung bedeutet.

 

In der Koloquinte enthaltene Wirkstoffe

Cucurbitacine (Triterpene); Phytosterole; Fette; Fruchtsäuren.

 

Verbreitung

Die Heimat der Koloquinte liegt in Nordafrika und Südwestasien. Allerdings ist sie Südeuropa, Zentralafrika, Indien und Australien verwildert und inzwischen auch dort heimisch geworden. Sie wächst bevorzugt an Flussniederungen und –ufern und an Straßenrändern. Sie wächst auf Höhen von bis zu 1.200 Metern.

 

Botanik

Die Koloquinte stammt ursprünglich aus den steinigen und kargen Gebieten Nordafrikas
Die Koloquinte stammt ursprünglich aus den steinigen und kargen Gebieten Nordafrikas© Fotolia

Die Koloquinte zählt zu den krautigen, ausdauernden Pflanzen. Sie wird 10 Zentimeter hoch, wächst niederliegend und kletternd und erreicht Durchmesser von mehr als 2 Metern. Die Blätter haben einen Stiel und sind 3 bis 9 Zentimeter breit und lang. Sie haben die Form einer Hand und sind drei- bis fünffach gelappt. Der Blattgrund ist herzförmig. Die Blüten stehen meist einzeln in Blattachseln und haben in der Regel eine gelbe Färbung. Die Koloquinte blüht von Mai bis September. Die Frucht ist eine 25 bis 70 Millimeter lange Panzerbeere und grün, weiß oder gelb.

 

Andere Namen für die Koloquinte

Pomaquinte, al-Handal, Koloquintenkürbis, Purgiergurke oder Teufelsapfel

Wissenswertes über die Koloquinte

Die Koloquinte zählt zu den Giftpflanzen. Die Einnahme kann deshalb zur Reizung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und zu blutigen Durchfällen führen. Nierenschäden sind ebenfalls möglich. Die Wirkstoffe gehen in Muttermilch und Harn über. Bei einer Überdosierung wird in der Regel eine Magenspülung durchgeführt. Zur Ersten Hilfe werden Natriumsulfat und Aktivkohle sowie danach sehr viel Flüssigkeit verabreicht.

Trotzdem war die Koloquinte war 2012 in Deutschland Heilpflanze des Jahres (NHV Theophrastus). Auch bei den antiken Ärzten – Plinius und Dioskurides schreiben über sie – war die Pflanze als Abführmitteln bekannt. Nach einem überlieferten Rezept aus der Zeit wurde ein Koloquintenapfel ausgehöhlt, mit Wein gefüllt, dann wohl zum Lösen von Inhaltsstoffen erwärmt und anschließend als Laxans getrunken.

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