Kognitive Verhaltenstherapie: Gedanken, Verhalten und Gefühle im Einklang

Michelle Kröger

Die kognitive Verhaltenstherapie (kurz: KVT) ist eine Form der Psychotherapie, die häufig mit der klassischen Verhaltenstherapie kombiniert wird. Der Leitgedanke dieser Therapieform? Gedanken, Gefühle und Verhalten sind eng miteinander verknüpft. All diese Faktoren nehmen Einfluss auf unser Leben und unser Wohlbefinden. 

Mann sitzt in Sprechzimmer auf Stuhl, Arzt schreibt in ein Buch
In einer kognitiven Verhaltenstherapie knüpft der Therapeut eine enge Verbindung mit dem Patienten Foto:  iStock/g-stockstudio
Inhalt
  1. Was ist eine kognitive Verhaltenstherapie?
  2. Wie läuft eine kognitive Verhaltenstherapie ab?
  3. Wann ist eine kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll?
  4. Wie lange dauert eine kognitive Verhaltenstherapie?
  5. Welche Nebenwirkungen gibt es?
  6. Wer trägt die Therapiekosten?
 

Was ist eine kognitive Verhaltenstherapie?

Es handelt sich bei der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) um eine Ausprägung der Verhaltenstherapie. Im Fokus dieser Behandlungsmethode stehen die Wahrnehmung des Patienten genauso wie Veränderungen der Kognition. Während einer KVT soll der Patient Gedanken, Einstellungen und Zielvorstellungen bewusster wahrnehmen.

Ziel der kognitiven Verhaltenstherapie ist es, negative Einstellungen und Denkmuster abzubauen, die Betroffenen das Leben erschweren können. Belastende Einstellungen sollen aufgedeckt und verändert werden. Durch spezielle Methoden kann der Patient im Zuge einer KVT lernen, diese negativen Überzeugungen durch realistische, positive Gedanken auszutauschen. Sprich: Gedanken sollen besser kontrolliert und das Leben erleichtert werden.

 

Wie läuft eine kognitive Verhaltenstherapie ab?

Der Ablauf einer kognitiven Verhaltenstherapie orientiert sich an den folgenden Phasen:

  1. Analyse und Vertrauensaufbau: Anamnese und Symptomatik sind zu analysieren. Neben der Identifizierung der Probleme, ist es wichtig, die Beziehung zwischen Therapeut und Patient zu stärken und Vertrauen zu schaffen.
  2. Therapieplanung: Der Therapeut erläutert dem Patienten die aus der Analyse hervorgehenden individuellen Therapieschwerpunkte und verdeutlicht die Kernprobleme.
  3. Therapie: Einführung von regelmäßigen Aktivitäten und Förderung angenehmer Tätigkeiten. Oft sollen die eigenen Wahrnehmungen und Gedanken in einem Tagebuch festgehalten werden. Zur Therapie gehören spezielle Problemlöse-Strategien, Entspannungsübungen sowie Stress- oder Schmerzbewältigung. Das allgemeine Ziel: Steigerung der sozialen, interaktiven und problemlösenden Fähigkeiten.
  4. Rückfällen vorbeugen: Um Rückschläge oder Krisen zu verhindern, gibt der Therapeut seinem Patienten Lösungen mit auf den Weg, die ihm in schwierigen Situationen helfen können. Erlernte Verhaltensmuster sollen beibehalten werden.

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Wann ist eine kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll?

Die kognitive Verhaltenstherapie kann nicht nur bei psychischen Problemen helfen, sondern auch bei körperlichen Beschwerden. Zu den häufigsten Problemen, die mit einer KVT behandelt werden gehören:

  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • Suchtprobleme
  • Phobien
  • Sexuelle Probleme
  • Burnout
  • Chronische Schmerzen (Rücken- oder Kopfschmerzen)
  • Tinnitus
  • Stottern
  • Zwangsstörungen
 

Wie lange dauert eine kognitive Verhaltenstherapie?

Während andere Therapieverfahren mehrere Jahre dauern können, handelt es sich bei der kognitiven Verhaltenstherapie um eine kurzzeitige Behandlungsmethode. In der Regel sind zehn bis 30 Sitzungen nötig. Die genaue Dauer einer KVT lässt sich nur schwer vorher festlegen, sie hängt maßgeblich von der Ausprägung der Beschwerden und Probleme ab. Meistens findet im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie wöchentlich eine Sitzung in einer Praxis, Klinik oder sonstigen Einrichtung statt.

 

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Es kann durchaus passieren, dass eine kognitive Verhaltenstherapie auch Nebenwirkungen hervorruft. Diese sind jedoch meistens nicht körperlicher Natur. Die Konfrontation mit den eigenen Problemen kann durchaus belastend für den Patienten sein – und unter Umständen auch dazu führen, dass Beziehungen aus dem sozialen Umfeld darunter leiden. Deshalb sollten Betroffene zu jeder Zeit mit Ihrem Therapeuten über ihre Ängste, Probleme und Wünsche sprechen.

 

Wer trägt die Therapiekosten?

Sobald eine psychische Erkrankung (z.B. Depression, Angststörung, Suchterkrankung) diagnostiziert wurde, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer kognitiven Verhaltenstherapie. Genauso werden die Kosten einer KVT übernommen, wenn eine chronische Erkrankung zu einem starken Leidensdruck führt. Bis ein Therapieplatz in Aussicht steht und die Behandlung von der Krankenkasse genehmigt wird, können jedoch einige Wochen vergehen.

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