Können Wissenschaftler bald Herzzellen nachwachsen lassen?

Redaktion PraxisVITA
Maus auf Hand
Herzzellen nachwachsen lassen. Was bei Mäusen möglich ist, könnte die Herzinfarkttherapie beim Menschen revolutionieren © Fotolia

Forscher regten in einem Versuch mit Mäusen deren Herzzellen an, sich zu teilen. Sollte das auch beim Menschen möglich sein, wäre es eine Revolution in der Therapie von Herzinfarkten.

Bei einer Studie an Mäusen konnten Wissenschaftler die Zahl der Herzzellen um bis zu 45 Prozent steigern. Dazu stimulierten sie einen Teil der sogenannten Neuregulin-Gruppe, ein Verbund von vier zusammenhängenden Proteinen, die wichtig für die Signalübertragung innerhalb des Herzens sind.

Laut Studienleiter Professor Richard Harvey ist das Ergebnis ein wichtiger Schritt um schwere Schäden zum Beispiel nach einem Herzinfarkt zu heilen. „Anders als Blut-, Haar- oder Hautzellen, die sich während des gesamten Lebens erneuern können, stoppt die Zellteilung im Herzen kurz nach der Geburt. Als Folge lassen sich Schäden später im Leben nie komplett beheben“, so Harvey.

 

Herzzellen wachsen nach

Zwar ist es zuvor schon anderen Wissenschaftlern gelungen Herzzellen zur Teilung anzuregen – jedoch nie in vergleichbarem Ausmaß. Während ihres Versuchs führte das Team um Harvey bei Mäusen künstlich einen Herzinfarkt herbei. Danach stimulierten sie einen Co-Rezeptor des Neuregulins, ERBB2. Dieser regte die Herzmuskelzellen der Mäuse an, sich zu teilen. Die neuen Zellen ersetzten geschädigtes Gewebe und ermöglichten es dem Herz, ähnlich effektiv wie vor dem Infarkt zu arbeiten.

Ob sich mit der Methode auch wirklich Menschenleben retten lassen, wollen die Wissenschaftler innerhalb der nächsten fünf Jahre herausfinden. „Der Traum ist, dass wir eines Tages in der Lage sind, geschädigtes Herzgewebe so zu regenerieren, wie es ein Salamander macht, wenn ihm ein Feind ein Glied abbeißt“, so Studienleiter Harvey.

Hamburg, 08. April 2015

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