Können Süßigkeiten meinen Augen schaden?

Auge
Bei einer Makuladegeneration nimmt die Sehschärfe rapide ab. © Alamy

Lebensmittel mit viel Zucker und Weißmehl stehen im Verdacht eine altersbedingte Makuladegeneration zu begünstigen. Kann eine Ernährungsumstellung vor der Augenkrankheit schützen?

Je älter man wird, desto schlechter werden die Augen. Häufig ist dafür eine sogenannte altersbedingte Makuladegeneration (AMD) verantwortlich, in Deutschland gibt es etwa zwei Millionen Betroffene. Diese Erkrankung ist in den westlichen Ländern auch die häufigste Ursache für einen völligen Sehverlust.

Bei AMD kommt es zu einem vermehrten Abbau von Sehzellen. Das äußert sich zunächst  durch ein verschwommenes Sichtfeld und beginnende Farbenblindheit. Dunkle Flecken in der Mitte des Blickfeldes zeugen von einem fortgeschritten Stadium. Bei einer fortgeschrittenen AMD sind Betroffenen meist von Hilfsmitteln wie Blindenstock oder Assistenz im Alltag abhängig.

 

Hoher glykämischer Index schadet auch den Augen

Doch wodurch wird eine Makuladegeneration üblicherweise ausgelöst? Wie der Namenszusatz "altersbedingt" schon sagt, tritt die Krankheit im Alter auf. Gendefekte führen dabei meist zu einer Abnahme von Proteinen im Auge, dadurch lagern sich weiße Partikel in der Pigmentschicht der Netzhaut ab, die Aderhaut wird schlechter durchblutet und Sehzellen sterben ab.

Wissenschaftler aus den USA haben kürzlich herausgefunden, dass auch unsere Essgewohnheiten Einfluss auf die Entstehung einer AMD haben können. Die Forscher um Allen Taylor und Chung-Jung Chiu vom Jean Mayer U.S. Department of Agriculture Human Nutrition Research Center on Aging konnten zeigen, dass vor allem Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index eine Makuladegeneration begünstigen können. Lebensmittel, die einen hohen glykämischen Index haben, lassen den Blutzucker schnell steigen. Dazu gehören alle Produkte mit viel Zucker aber auch Weißmehl, heller Reis und Cornflakes.

 

Der Speiseplan verrät die Augengesundheit

In einer Studie mit 4100 Teilnehmern im Alter von 55 bis 80 Jahren beobachteten die Wissenschaftler die Essgewohnheiten der Probanden. Auch deren Augen wurden regelmäßigen Check-Ups unterzogen. Bei der Auswertung zeigte sich ein eindeutiges Ergebnis: Die Teilnehmer, bei denen vermehrt Lebensmittel mit hohem glykämischen Index auf dem Speiseplan standen, wiesen am ehesten Anzeichen einer Makuladegeneration auf.

Auch wenn die Forscher noch nicht genau sagen können, wie genau sich der Verzehr von Süßigkeiten und Weißbrot auf die Augen auswirkt, gehen sie davon aus, dass etwa ein Fünftel der Fälle, in denen die altersbedingte Makuladegeneration schon fortgeschritten war, durch eine Ernährungsumstellung hätte vermieden werden können.

 

Statt Gummibärchen lieber Karotten

Tatsächlich gibt es nämlich auch Lebensmittel, die vor einer AMD schützen können. Dazu gehören vor allem sogennante antioxidative Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Sie enthalten unter anderem Lutein und Zeaxanthin, die auch als Pigmente in der Makula vorkommen. Dunkle Schokolade gehört übrigens auch zu den Antioxidantien. Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind regelmäßige Check-Ups beim Augenarzt (ab 60 Jahren) und UV-Schutz in Form von Sonnenbrillen bei hellem Licht.

Hamburg, 18. Juli 2016

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