Können Sie Windpocken vorbeugen?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Da das Windpocken-Virus hochinfektiös ist und die Ansteckungsgefahr bereits besteht, bevor die typischen Symptome einer Windpocken-Erkrankung auftreten, ist es sehr schwer, Windpocken durch Vorsichtsmaßnahmen vorzubeugen.

Sind Sie selbst oder Ihr Kind an Windpocken erkrankt, sollten Sie den Kontakt zu anderen Menschen während der ansteckenden Phase so weit wie möglich vermeiden. Umgekehrt sollten Sie auch den Kontakt zu infizierten Menschen meiden, wenn Sie selbst noch nicht an Windpocken erkrankt sind. Diese Vorsichtsmaßnahmen bieten jedoch niemals einen 100-prozentigen Schutz und können Windpocken nicht sicher vorbeugen.

 

Vorbeugung durch Immunisierung

  • Die aktive Immunisierung erfolgt durch eine Windpocken-Impfung. Hierzu wird ein abgeschwächtes, ungefährliches Windpocken-Virus verwendet.
  • Die passive Immunisierung erfolgt mit Hilfe von Antikörpern, die gegen das Windpocken-Virus gerichtet sind.
 

Empfohlene Windpocken-Impfung

Kind bei Windpocken-Impfung
Eine Impfung kann Ihr Kind zuverlässig vor einer Windpocken-Infektion schützen© Fotolia

Die aktive Immunisierung durch eine Windpocken-Impfung wird seit 2004 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen. Sie besteht aus zwei Einzelimpfungen und wird normalerweise in den ersten zwei Lebensjahren durchgeführt. Selbstverständlich ist eine Windpocken-Impfung aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen jederzeit möglich.

 

Windpocken: Risikogruppen

Natürlich ist es in Ihrem eigenen Ermessen, ob Sie sich oder Ihr Kind impfen lassen möchten. Allerdings wird die Windpocken-Impfung vor allem folgenden Menschen, die bislang nicht an Windpocken erkrankt sind, dringend empfohlen:

  • Frauen mit Kinderwunsch
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Menschen, die eine Organtransplantation erhalten sollen
  • Patienten, die an einer schweren Neurodermitis leiden
  • Menschen, die Kontakt zu Menschen aus einer dieser Gruppen haben (z. B. Angehörige, Ärzte, Krankenpfleger oder Geburtshelfer)
  • Menschen, die in Kindergärten und Schulen arbeiten
 

Windpocken in der Schwangerschaft

Falls Sie als Frau noch keine Windpocken hatten und gerne Kinder bekommen möchten, ist Ihnen eine Impfung besonders ans Herz zu legen, da eine Windpocken-Infektion während der Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann:

  • In seltenen Fällen überträgt sich das Virus über die Plazenta auf das Kind und verursacht das fetale Varizellensyndrom, durch das Hautveränderungen, neurologische Erkrankungen, Augenschäden und Fehlbildungen des Skeletts und der Muskulatur entstehen können.
  • Bei der neonatalen Windpocken-Erkrankung kommt es erst kurz vor oder direkt nach der Geburt zu einer Übertragung der Windpocken-Viren auf das Kind. Das ist besonders problematisch, da das Neugeborene durch die Mutter nicht mehr genügend schützende Antikörper erhält und selbst nur ein sehr unreifes Immunsystem hat, mit dem es die Infektion nicht wirkungsvoll abwehren kann. Der Krankheitsverlauf ist deshalb bei Neugeborenen-Windpocken meistens sehr schwer.
 

Passive Immunisierung

Im Gegensatz zu der aktiven Immunisierung, bei der das eigene Immunsystem dazu angeregt wird, Antikörper gegen das Windpocken-Virus zu bilden, schützt die passive Immunisierung nur kurzfristig vor einer Windpocken-Infektion. Bei der passiven Immunisierung verabreicht der Arzt Antikörper, die gegen das Windpocken-Virus gerichtet sind und den Ausbruch der Erkrankung verhindern sollen. Allerdings ist die passive Immunisierung nur maximal 96 Stunden nach der Infektion erfolgsversprechend und ist vor allem bei folgenden Risikogruppen sinnvoll:

  • ungeimpfte Schwangere ohne Immunität
  • ungeimpfte Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • Neugeborene, deren Mutter kurz vor oder nach der Geburt an Windpocken erkrankt ist
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