Können meine Kontaktlinsen mich umbringen?

Eine Frau setzt sich Kontaktlinsen ein
Bei Kontaktlinsen ist die richtige Hygiene wichtig – sonst können sie zur gefährlichen Keimfalle werden © Fotolia

Durch mangelnde Kontaktlinsenhygiene brachte sich Jessica Greaney (18) in Lebensgefahr: Ein Parasit hatte begonnen, sich durch ihr Auge zu fressen. Praxisvita erklärt, wie Sie sich schützen können.

Als das rechte Auge der jungen Frau begann, sich zu röten und anzuschwellen, dachte Jessica Greaney, sie habe sich eine leichte Augenentzündung zugezogen. Doch innerhalb einer Woche war die Schwellung auf die Größe eines Golfballs angewachsen. Als sie im Krankenhaus eingeliefert wurde, stellten die Ärzte eine schockierende Diagnose: Ein Parasit namens Akanthamöbe war dabei, sich durch ihre Augen-Hornhaut zu fressen – Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Akanthamöben-Keratitis. In Deutschland sind jährlich rund 200 Menschen davon betroffen.

Für Jessica Greaney begann nach der Diagnose eine Behandlungs-Tortur: Alle zehn Minuten mussten ihr Augentropfen verabreicht werden – sie durfte deshalb eine Woche lang kaum schlafen.

Hätte Jessica mit ihrem Arztbesuch noch gewartet, hätte der Vorfall tödlich enden können – denn die Parasiten können sich bis zum Rückenmark durchfressen.

 

Lebensgefahr Kontaktlinse

Doch wie konnte das überhaupt passieren? Schuld waren Jessicas Kontaktlinsen. Sie bewahrte sie in einem Behälter mit einer speziellen Kontaktlinsenlösung auf dem Waschbecken auf. So kam es wohl, dass einige Spritzer Leitungswasser in der Aufbewahrungsflüssigkeit landeten. Die darin enthaltenen Parasiten setzten sich auf den Kontaktlinsen fest und gelangten in Jessicas Auge.

 

Ist Duschen auch gefährlich?

Beim Duschen kommen unsere Augen täglich mit Leitungswasser in Berührung – deshalb geraten wir dabei aber nicht regelmäßig in Lebensgefahr. Denn normalerweise schützt die Tränenflüssigkeit das Auge vor Eindringlingen – Fremdkörper werden „herausgeschwemmt“. In Jessicas Fall hatten die Parasiten sich aber auf der Kontaktlinse festgesetzt und wurden so ins Auge gedrückt.

Heute geht es Jessica wieder gut und sie hat keine bleibenden Schäden davongetragen. Damit sich ihr Fall nicht wiederholt, warnen Ärzte: Kontaktlinsen immer von Leitungs- und Chlorwasser fernhalten. Weitere Tipps zur richtigen Kontaktlinsen-Hygiene erfahren Sie hier.

Außerdem warnen Experten vor häufigen Fehldiagnosen: Häufig werden die Symptome einer Akanthamöben-Keratitis fälschlicherweise auf Augenherpes zurückgeführt. Für Betroffene gilt darum: Werden die Beschwerden nach der Augenherpes-Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer, suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf und sprechen ihn auf die Möglichkeit eines Parasitenbefalls an.

Hamburg, 20. Mai 2015

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