Können Männer ihre "Tage" haben?

Ein Mann brüllt seine Kollegen an
Laut einer britischen Umfrage leidet rund jeder vierte Mann am sogenannten Prämenstruellen Syndrom – ein typisches Symptom ist Reizbarkeit © Fotolia

In einer britischen Umfrage leidet mehr als ein Viertel der Männer monatlich an Symptomen ähnlich denen des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Gibt es die „männliche Periode“ wirklich?

Für die Umfrage des Onlineportals vouchercloud.co.uk wurden rund 2.400 Erwachsene befragt, die sich seit mindestens zwölf Monaten in einer Beziehung befanden. 26 Prozent der Männer gaben an, am sogenannten Prämenstruellen Syndrom zu leiden.

Demnach treten bei ihnen monatlich wiederkehrend Beschwerden wie Reizbarkeit (56 Prozent), ungewöhnlich starke Müdigkeit (51 Prozent) und Heißhungerattacken (47 Prozent) auf. Als weitere Symptome wurden ständiger Hunger (43 Prozent), Empfindlichkeit (43 Prozent) ein Gefühl der Aufgedunsenheit (15 Prozent) und ein empfindlicherer Umgang mit dem eigenen Gewicht genannt. Fünf Prozent glaubten sogar an Menstruationskrämpfen zu leiden.

 

Frauen unterstützen ihre Partner

Und was sagen die Frauen zu den Menstruationsbeschwerden der Männer? Die Mehrheit von ihnen glaubt ihrem Partner und 43 Prozent von ihnen unterstützen ihn sogar in der monatlichen Leidensphase. In der Umfrage gaben 44 Prozent dieser Frauen an, sich zu bemühen, ihren Partner aufzuheitern, 39 Prozent fassen ihn während seiner „Periode“ nur mit Samthandschuhen an.

Doch gibt es die „männliche Periode“ wirklich? Ja, sagt Psychotherapeut und Autor Jed Diamond. In seinem Buch „The Irritable Male Syndrome“ (übersetzt etwa „männliches Reizbarkeitssydrom“) beschreibt er, wie Schwankungen im Hormonhaushalt sich auf den Gemütszustand von Männern auswirken können. Demnach unterliegt auch der männliche Körper einem Hormonzyklus, der sich monatlich wiederholt. Dafür sprechen auch Studien anderer Wissenschaftler – etwa die des dänischen Forschers Allan Erslev, der in den 1950er Jahren Hormonveränderungen in einem 30-Tage-Rhythmus in männlichen Urinproben nachweisen konnte.

Hamburg, 23. November 2015

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