Können Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) lindern?

Bockshornklee lindert Regelschmerzen
Positive Effekte bei Dysmenorrhoe zeigten pflanzliche Zubereitungen
 u. a. aus Bockshornklee © alamy

Die Dysmenorrhoe ist die häufigste Form von Menstruationsbeschwerden. Hausmittel wie Wärmflaschen, krampflösende Tees und Magnesium bieten sich zur Behandlung bei Regelschmerzen an. Ob pflanzliche Zubereitungen und Nahrungsergänzungsmittel wirklich Hilfe verschaffen, haben Forscher jetzt untersucht.

Viele Frauen müssen sie monatlich ertragen: Menstruationsbeschwerden. Die meisten von ihnen entwickeln mit der Zeit selbst Strategien, um die Bauchkrämpfe zu lindern. Einige Frauen berichten, dass sie mit einer Nahrungsumstellung vor Beginn der Menstruation gute Erfolge erzielt haben. Auch mit autogenem Training, Yoga, Wärme, Tee und Massagen lassen sich die Symptome in den Griff bekommen. Neben diesen Maßnahmen gibt es jedoch auch einige wirksame Naturheilmittel gegen Regelschmerzen (Dysmenorrhoe).

 

Dysmenorrhoe: Welche Rolle spielen Nahrungsergänzungsmittel?

Erste Hinweise auf positive Effekte bei Dysmenorrhoe zeigten pflanzliche Zubereitungen
 u. a. aus Bockshornklee, Ingwer, Baldrian. Aber auch „nicht-pflanzliche“ Nahrungsergänzungsmittel wie Zinksulfat, Fischöl und Vitamin B1 konnten die Symptome einer Dysmenorrhoe lindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Review, die sich mit der vorhandenen Datenlage der therapeutischen Alternativen bei Dysmenorrhoe befasste.
 Die Autoren setzten sich kritisch mit 27 Studien mit insgesamt 3101 Frauen auseinander. Sie betonen, dass eine Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen sollte.

 

Diese Heilpflanzen lindern Bauchkrämpfe

Besonders bei krampfartig-schmerzhaften Beschwerden sind außerdem folgende Heilpflanzen hochwirksam: Mönchspfeffer (als Extrakt), Kamillenblüten (als Tee), Tollkirsche (als Zäpfchen), Queckenwurzelstock (als Tee), Schafgarbe (als Tee). Für die Heilpflanzentees zwei Teelöffel Blüten aus der Apotheke mit einer Tasse Wasser überbrühen, zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Täglich drei bis vier Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken. Den Tee immer frisch zubereiten.

 

Dysmenorrhoe kann auch organische Ursachen haben

Viele Menschen tun Menstruationsprobleme voreilig als normal ab. Aber die Dysmenorrhoe sollte zunächst vom Frauenarzt abgeklärt werden, vor allem, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, ungewöhnlich oder besonders stark sind. Denn hinter den Beschwerden kann eine Reihe organischer Ursachen stecken, zum Beispiel Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter. Aber auch eine Endometriose – dabei handelt es sich um Gewebe, das außerhalb der Gebärmutter wuchert – kann Schmerzen verursachen. Das Gleiche gilt für gutartige Wucherungen wie Myome und Polypen oder bösartige Veränderungen wie Krebs. Sie können zu einer verlängerten und beschwerlichen Menstruation führen. Manche Frauen haben auch Probleme mit ihrer Spirale. Zur Sicherheit sollte der Arzt prüfen, ob sie richtig sitzt.

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Hamburg, 1. Juli 2016

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