Können Blaubeeren Zahnfleischentzündungen heilen?

Blaubeeren
Ein Inhaltsstoff einer bestimmten Blaubeere wirkt antibakteriell und könnte bei der Parodontitis-Therapie eingesetzt werden, zeigt eine neue Studie © Fotolia

Eine Parodontitis kann Krankheiten wie einen Herzinfarkt begünstigen. In schweren Fällen muss sie mit Antibiotika behandelt werden. Auf der Suche nach einer natürlichen Alternative sind kanadische Forscher jetzt fündig geworden.

Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) sind weit verbreitet. In einigen Fällen führen sie zu einer sogenannten Parodontitis – einer Entzündung des Zahnhalteapparats. Symptome einer solchen Entzündung sind geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch. Doch was man zunächst nicht sieht, sind Veränderungen im Bindegewebe und dem Knochen, in dem die Zähne im Kiefer verankert sind. Wird die Parodontitis nicht rechtzeitig behandelt, kann das zu Zahnausfall führen. Im schlimmsten Fall können sogar Herzprobleme die Folge sein: Denn die Parodontitis-Bakterien können über das verletzte Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen und so zu entfernten Stellen im Körper wandern, beispielsweise zum Herzen.

 

Blaubeere – natürliches Antibiotikum

In hartnäckigen Fällen muss die Parodontitis mit Antibiotika behandelt werden. Wissenschaftler der Université Laval in Kanada suchten nach einer natürlichen Alternative der Parodontitis-Behandlung und stießen dabei auf eine spezielle Blaubeeren-Art (Vaccinium angustifolium).

Bestimmte Inhaltsstoffe dieser Blaubeere wirken antibakteriell. In Laborversuchen testeten die kanadischen Wissenschaftler, ob sie Auswirkungen auf das Bakterium Fusobacterium nucleatum haben, das bei Parodontitis eine wichtige Rolle spielt.

Das Blaubeerenextrakt stoppte erfolgreich das Wachstum der Bakterien. Doch es schaffte noch mehr: Weitere Tests zeigten, dass es außerdem antientzündlich wirkte. Grund dafür sind die in der Blaubeere enthaltenen Polyphenole – Pflanzenstoffe mit entzündungshemmenden Eigenschaften.

Das Forscherteam möchte nun ein spezielles Gerät entwickeln, mit dem das Blaubeerenextrakt nach der Zahnreinigung langsam in das Zahnfleisch abgegeben wird.

Bisher besteht die Behandlung einer Parodontitis in einer gründlichen Zahnreinigung beim Zahnarzt, bei dem Ablagerungen oberhalb des Zahnfleischsaums sowie in den Zahnfleischtaschen entfernt werden. Werden angegriffene Zähne oder schlecht sitzende Füllungen als Bakterienherde identifiziert, werden diese ebenfalls behandelt. Zusätzlich kann eine Therapie mit Blaulicht zum Einsatz kommen, bei der nach der Reinigung zurückgebliebene Bakterien sichtbar gemacht und durch Bestrahlung abgetötet werden. Wichtig ist in jedem Fall eine sorgfältige Mundhygiene durch den Patienten mit Zahnbürste, Zahnseide und einer antibakteriellen Mundspülung. Wie Sie einer Parodontitis vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Hamburg, 7. September 2015

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