Königliche Lupine Die Talente der Lupine

Carolin Banser
Lupine
Lupine ist eine Hülsenfrucht und wird auch gern als „Soja des Nordens“ bezeichnet © istock/TheCrimsonMonkey
Inhalt
  1. Ursprüngliches Verbreitungsgebiet der Lupine
  2. Botanik
  3. Welche Vitamine und Nährstoffe enthalten Lupinen?
  4. Lupinen Anwendung
  5. Lupinen Wirkung
  6. Geschmack
  7. Weitere Gründe, Lupinen zu essen
  8. Vorsicht, Nebenwirkung!

Sie waren etwas in Vergessenheit geraten – doch jetzt erleben Lupinen ihr großes Comeback. Und das aus gutem Grund: Die heimische Hülsenfrucht ist ein wahres Superfood-Genie.

 

Ursprüngliches Verbreitungsgebiet der Lupine

Ursprünglich stammt die Wildblume aus Amerika. Im 19. Jahrhundert wurde die Lupine dann in Europa eingeführt. Seitdem ist sie als Wild- und Zuchtform bei uns vertreten. Einige Arten der Lupine wurden kultiviert und sind essbar. Besonders die seit den 1930er Jahren gezüchtete Süßlupine ist eine hervorragende Futter- und Nahrungspflanze. Bei ihr wurden die giftigen Bitterstoffe herausgezüchtet – daher auch der Name Süßlupine. Bekannt ist die Süßlupine als blau, weiß und gelb blühende Pflanze. Als Heilpflanze ist die Lupine weniger bekannt.

 

Botanik

Mit ihren bis zu einem Meter hohen Blütenstielen bringen die einjährigen Pflanzen von Mai bis August Farbe in den Garten oder auf die Felder. Nach der Blütezeit bilden sich an den Stielen der Lupine drei bis sieben Zentimeter lange Hülsen, die Samen beherbergen. Lupinen gehören zur Familie der Hülsenfrüchte und sehen aus wie eine Kreuzung aus Mais und Bohnen. Sie vertragen Trockenheit sehr gut, wachsen häufig wild an Böschungen. Lupinen eignen sich auch gut als Gründüngung für den Hausgarten und für einzelne Beete, da sie Böden auflockern und mit Stickstoff anreichern.

 

Welche Vitamine und Nährstoffe enthalten Lupinen?

Lupinen sind wahre Eiweiß-Stars

Der hohe Eiweiß- und der geringe Kohlenhydratgehalt machen Lupinen zum perfekten Lebensmittel für Veganer und Vegetarier, aber auch für Fans der Low-Carb-Küche. Immerhin stecken in 100 g knapp 42 g Eiweiß und nur 5 g Kohlenhydrate. Das bringt nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern ist auch noch gesund.

Lupinen punkten mit lebensnotwendigen Mineralstoffen

Neben dem wertvollen Eiweiß enthält die Hülsenfrucht noch viel mehr Gutes: Sie punktet mit Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Aber Lupinen sind auch gute Quellen für die Spurenelemente Mangan, Eisen, Kupfer, Zink und Selen. Ein weiterer Vorteil: Die Kerne enthalten alle essenziellen Aminosäuren, die wichtig für die Eiweißbildung im Körper sind.

Lupinensamen
Lupinen bilden Samen, die ähnlich wie Erbsen in einer Hülse liegen © istock/lenalir
 

Lupinen Anwendung

Lupinen sind vielfältig einsetzbar. Für den Verzehr werden die Samen der Lupine zubereitet. Sie können pur genossen oder zu Mehl verarbeitet werden. In Mehlmischungen sorgen sie für längere Frische im Brot. Aber auch Fleischersatzprodukte gibt es aus der eiweißreichen Pflanze: Nudeln, Aufstriche, Dressings, Mayonnaise, Eis, Milch und Pudding sind mittlerweile in Supermärkten und online erhältlich.

 

Lupinen Wirkung

Lupinen helfen beim Abnehmen

Lupinen sind ein natürliches Mittel um abzunehmen. Studien konnten belegen, dass mit Lupinen oder Lupinenmehl angereicherte Nahrung bei der Appetit-Kontrolle helfen. Dafür verantwortlich ist der hohe Eiweißgehalt. Eiweiß macht nicht nur satt, sondern kurbelt auch den Stoffwechsel ordentlich an.

Lupinen senken den Blutdruck

Lupinen enthalten einen hohen Anteil Arginin. Arginin ist eine Aminosäure, die unterstützend auf die natürliche Blutdruckregulation wirkt.

Lupinen sind natürliche Cholesterinsenker

Die in den Lupinsensamen enthaltenen löslichen Ballaststoffe sind in der Lage, den Gesamtcholesterinspiegel positiv zu beeinflussen. Die Samen senken die Anteile an schädlichem Cholesterin und erhöhen gleichzeitig das gute Cholesterin.

 

Geschmack

Lupinen haben eine angenehm nussigen Geschmack. Problematisch war anfangs der bittere Geschmack der Lupinenmilch. 2014 wurde allerdings ein Verfahren entwickelt, das die Störaromen entfernt. Geschmacklich kommt die neue Pflanzenmilch nun sogar näher an Kuhmilch heran als andere pflanzliche Varianten aus Soja, Hafer oder Nüssen.

Lupinenmehl
Lupinenmehl macht sorgt für geschmeidigen Brotteig und hält die Waren länger frisch © istock/HansJoachim
 

Weitere Gründe, Lupinen zu essen

Lupinen sind perfekt für Allergiker

Die Lupine ist von Natur aus laktose- und glutenfrei. Das macht sie besonders interessant für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf bestimmte Lebensmittel verzichten müssen. Außerdem werden Lupinen von weitaus mehr Menschen gut vertragen als importiertes Soja, das oft zu Allergien führen kann. Zudem ist die heimische Hülsenfrucht frei von Purinen, was sich positiv auf unseren Harnsäurespiegel auswirkt.

Lupinen sind ein Gewinn für die Umwelt

Im Gegensatz zu Soja ist die Süßlupine ökologisch gesehen ein Gewinn: Sie ist nicht gentechnisch verändert, wächst auf mageren, sandigen Böden und kommt auch mit mittelmäßigem Klima gut zurecht. Sie lässt sich also problemlos auch in unseren Breitengraden anbauen. Dadurch fällt auch der lange Transportweg weg.

So schmeckt die Lupine am besten

Zum Selbermachen: Lupinen-Aufstrich

1 rote Paprika, 2 Schalotten und 1 Knoblauchzehe würfeln. 1 EL Öl erhitzen, 40 g feines Lupinenschrot (Reformhaus) darin anrösten. Paprika, Schalotten und Knoblauch zugeben und ca. 2 Minuten dünsten. 1 EL Tomatenmark einrühren, anschwitzen und mit 50 ml Gemüsebrühe ablöschen. Zugedeckt ca. 5 Minuten köcheln. Alles pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Chiliflocken und etwas Balsamico abschmecken. Blättchen von 2 Stielen Oregano abzupfen und unterrühren. Mit getrockneten Tomaten garnieren.

 

Vorsicht, Nebenwirkung!

Nur die Lupinensamen von den blauen, gelben und weißen Lupinensorten dürfen verzehrt werden. Andere Lupinensorten enthalten oft bittere und giftige Alkaloide. Nach dem Verzehr kann es zu Symptomen einer Vergiftung kommen, die sich im Nerven-, Kreislauf- und Verdauungssystem zeigen.

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