Knorpelschaden im Knie richtig behandeln

Ines Fedder Medizinredakteurin

Ein Knorpelschaden im Knie kann unentdeckt im schlimmsten Falle zum irreversiblen Gelenkverschleiß führen. Früh behandelt lassen sich die Schmerzen lindern und der Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

Mann hält sich schmerzendes Knie
Ein Knorpelschaden im Knie kann vor allem bei Belastung starke Schmerzen hervorrufen Foto:  istock/phanuwatnandee
Inhalt
  1. Knorpelschaden im Knie: Ursachen
  2. Welche Symptome deuten auf einen Knorpelschaden im Knie hin?
  3. Kniearthrose? So erfolgt die Diagnose
  4. Gelenkschmerzen im Knie richtig behandeln
  5. Alternative Behandlung bei Gelenkschmerzen
  6. Operative Behandlungsmöglichkeiten bei einem Knorpelschaden im Knie

Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit und gilt als Ursache Nummer eins bei Gelenkproblemen im Knie-, Hüft-, und Schulterbereich. Und auch Finger und Wirbelgelenke sind häufig von Arthrose betroffen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte ein Gelenkschaden besser früh erkannt werden.

 

Knorpelschaden im Knie: Ursachen

Um die Ursachen eines Knorpelschadens im Knie zu ergründen, lohnt es sich, einen Blick auf die menschliche Anatomie zu werden. Die Knochengelenke sind im gesunden Zustand mit einer Knorpelschicht überzogen, um den Knochen zu schützen und Reibung zu vermeiden. Im Laufe der Jahre verliert der Knorpel jedoch an Wassergehalt und somit auch an Elastizität. Die Folge: Die Knochen werden spröde und reiben im schlimmsten Fall bei entsprechender Abnahme der Knorpeldichte direkt aufeinander. Faktoren, die eine Abnutzung und Schaden des Knorpelgelenks begünstigen, sind unter anderem:

  • Durchblutungsstörungen
  • starke, einseitige Belastung
  • Gelenkentzündungen
  • Sportverletzungen
  • Stoffwechselstörung
  • Fehlbelastung (X-/O-Beine)
  • Übergewicht
 

Welche Symptome deuten auf einen Knorpelschaden im Knie hin?

Aber wie genau äußert sich so ein Knorpelschaden im Knie überhaupt? Folgende Symptome können auf einen Knorpelschaden hindeuten:

  • Belastungsschmerzen im Knie (z.B. beim Treppensteigen)
  • Bewegungseinschränkungen (steifes Knie)
  • Schmerzhafte Gelenkentzündungen
  • Im späteren Verlauf auch Schmerzen während der Ruhephasen
 

Kniearthrose? So erfolgt die Diagnose

Das Problem bei einem Knorpelschaden – sowohl im Kniegelenk als auch in anderen Gelenken – der Schaden ist in der Regel immer irreversibel, das heißt nicht rückgängig zu machen. Wie schwer das Kniegelenk tatsächlich beschädigt ist, kann man mithilfe eines Röntgenbildes, einer kernspintomographischen Untersuchung, eines MRTs oder einer Gelenkspiegelung feststellen.

Bei der Diagnose unterscheidet der Mediziner je nach Ausmaß der Abnutzung und teilt den Grad der Erkrankung (nach Outerbridge) in vier Stadien ein:

Grad 1: Der Knorpel ist erweicht und geschwollen

Grad 2: Es sind bereits Knorpelrisse erkennbar, die jedoch nur oberflächlich sind

Grad 3: Die Knorpelrisse sind sehr tief reichen bis auf die Knochen

Grad 4: Der Knorpel ist vollständig defekt und die Knochen liegen frei auf. Hier spricht man von einer Arthrose, einem Gelenkverschleiß.

 

Gelenkschmerzen im Knie richtig behandeln

Je nachdem wie weit der Schaden im Kniegelenk fortgeschritten ist, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. In allererster Linie gilt es, das Kniegelenk zu entlasten. Dies kann zum Beispiel durch gezielte Stärkung der Muskulatur im Kniebereich durch zum Beispiel Krankengymnastik, Gerätetraining, gelenkschonenden Sport wie Schwimmen oder Wassergymnastik oder durch eine Ernährungsumstellung geschehen.

Zudem kann natürlich auch auf schmerzstillende Arzneimittel zurückgegriffen werden. Bei akuten Schmerzen helfen Arzneimittel mit Wirkstoffen wie „Diclofenac“ oder „Ibuprofen“. Da diese jedoch unter Umständen unangenehmen Nebenwirkungen mit sich bringen können, suchen viele Betroffene auch nach sanften Alternativen, um die Schmerzen zu lindern.

 

Alternative Behandlung bei Gelenkschmerzen

Ein homöopathischer Wirkstoff hat sich bei der alternativen Behandlung von Gelenkschmerzen besonders bewährt: Rhus toxicodendron. Der Pflanzenwirkstoff aus den Sprossen des Rhus-toxicodendron-Strauchs soll vor allem bei den so typischen Anlaufschmerzen helfen. Der Vorteil: Die Einnahme birgt keine Nebenwirkungen und kann sowohl als Gel auf die Haut aufgetragen als auch zur innerlichen Anwendung dargereicht werden. 

Sollte trotz Einnahme pflanzlicher Mittel und Entlastungsmaßnahmen keine Besserung des Gesundheitszustands eintreten, bleibt nur noch ein operativer Eingriff als letzte Option.

 

Operative Behandlungsmöglichkeiten bei einem Knorpelschaden im Knie

Sind alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und die Schmerzen kaum noch erträglich, bleibt nur noch ein operativer Eingriff, um den Schaden am Gelenk zu beheben. Mögliche Optionen wären unter anderem eine Knorpelglättung, um weitere Risse zu verhindern, oder eine Transplantation von Knorpelknochen, falls der Gelenkverschleiß zu weit fortgeschritten ist. Neueste Studien und Forschungsergebnisse zeigen, dass auch eine Stammzellen-Operation helfen kann. Durch sie soll die Produktion von Knorpelgewebe angeregt werden. Bisher ist diese Methode jedoch keine gängige Praxis bei der Behandlung von Knorpelschäden im Knie.

Welche Methode für den Patienten infrage kommt, darüber informiert der behandelnde Arzt.

Ein Knorpelschaden im Knie kann äußerst schmerzhaft sein. Um eine Kniearthrose zu verhindern und die Schmerzen zu lindern, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Wohlbefinden des Patienten enorm verbessern können.

Quellen:

Es gibt viele Ursachen für Knorpelschaden am Knie, in: sportklinik-ravensburg.de

Der Knorpel, in: viktoriaklinik-bochum.de

Arthrose, in Robert Koch Institut, Statistisches Bundesamt, Heft 54

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