Knochenbrüche: So kommen Sie wieder auf die Beine

Im Winter häufig Knochenbrüche
Besonders im Winter, wenn es glatt ist, passieren häufiger Knochenbrüche © imago

Winterzeit ist Sturzzeit! Die Folgen: gebrochene Knochen. Doch wie werden sie behandelt? Wir stellen die Operationsmethoden für die sechs häufigsten Knochenbrüche vor – inklusive Heilungsdauer.

Vereiste Gehwege, glatte Straßen, Matsch auf den Stufen ... Der Winter birgt große Unfallrisiken für Fußgänger. Die schmerzhaften Folgen: Brüche. Unfallchirurgen schrauben, schienen und gipsen.

In diesen Zeiten verdoppelt sich die Zahl der Patienten mit Frakturen. Eine stationäre Aufnahme kostet Krankenkassen durchschnittlich 4000 Euro. Ein komplizierter Bruch kann sogar mit bis zu 15 000 Euro zu Buche schlagen. Doch viel wichtiger für die Opfer sind Antworten auf diese Fragen: Was machen die Ärzte mit mir und wann bin ich wieder fit? So werden die sechs häufigsten Winter-Brüche behandelt:

 

1. Handgelenkbruch

In der Regel wird die Verletzung operativ versorgt: Knochen werden mit Platten und Schrauben fixiert. Nur einfache Brüche werden noch mit Gipsverband behandelt. Nach der Operation bleibt der Patient noch drei bis fünf Tage im Krankenhaus. Heilungsdauer: fünf bis sechs Wochen.

 

2. Oberarmkopfbruch

Glatte Brüche werden mit einem ruhig stellendem Verband versorgt, andernfalls in einer Operation mit Nägeln und Platten oder Drähten gerichtet. Bei schweren Brüchen ist unter Umständen ein künstliches Gelenk notwendig. Nach fünf Tagen darf der Patient nach Hause. Heilungsdauer: acht bis zwölf Wochen.

 

3. Sprunggelenkbruch

Nicht verschobene Brüche kann man mit Gips oder Spezialschuh therapieren. Ansonsten wird mit Platten und Schrauben operiert. Fünf bis acht Tage Aufenthalt im Krankenhaus. Heilungsdauer: acht Wochen.

 

4. Oberschenkelbruch

Eine Oberschenkelhalsfraktur wird heutzutage  nahezu immer operiert. In seltenen Fällen erfolgt wie früher eine Behandlung im Streckverband. Das Bein wird dabei mit einer speziellen Vorrichtung gestreckt. Der Knochen kann wieder gerade anwachsen.

Der Patient liegt eine Woche in der Klinik. Es folgen drei Wochen Reha. Der gesamte Heilungsprozess kann acht bis zwölf Wochen dauern.

 

5. Hüftgelenkbruch

Bei jungen Patienten wird eine Hüftkopferhaltende Operation durchgeführt, der Knochen mit einem Platten-/ Schraubensystem fixiert. Bei älteren Patienten wird ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Eine Woche stationärer Aufenthalt, drei Wochen Reha. Heilung: 12 bis 14 Wochen.

 

6. Ellenbogenbruch

Meist wendet man beim Verletzten eine operative Methode mit Fixierung durch Platten, Schrauben, Drähten an. Der Patient liegt eine Woche im Krankenhaus. Heilungsprozess acht bis zwölf Wochen.

 

Oberschenkelhalsbruch: Der Albtraum für Ältere?

Auch wenn die einstige Schock-Diagnose wegen neuer Therapie-Methoden oft ihren Schrecken verloren hat, bleibt der Oberschenkelhalsbruch eine typische Fraktur älterer Menschen. „Aufgrund von altersbedingten Erkrankungen erhöht sich das Sturzrisiko. Häufig kommt es beispielsweise zu Schwindelanfällen", erklärt Chefarzt Dr. Bogislav Herzfeldt von der Klinik in Hamburg-Wandsbek.

Oft sei auch die Knochenqualität durch eine Osteoporose herabgesetzt. Dann könne schon ein Stolpern und Fallen auf Teppichboden zum Bruch führen. Früher lagen Patienten nach der OP lange im Bett. Das erhöhte die Gefahr lebensgefährlicher Thrombosen und Infektionen. Heute stehen Patienten in den meisten Fällen am Tag nach der Operation auf, beginnen mit ersten Schritten. „Viele können nach Nutzung von Unterarmgehstützen binnen weniger Wochen ohne Hilfsmittel laufen", weiß Dr. Herzfeldt. Entscheidend sei das Training.

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