Klopftherapie: Welche Wirkung hat das Tappen?

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Die Klopftherapie ist eine alternative Heilmethode, bei der durch Tappen vor allem Ängste, negative Gedanken und Stress reduziert werden sollen. Das Beste daran: Man kann die Klopftherapie alleine zuhause anwenden.

Eine anatomische Puppe mit eingezeichneten Meridianpunkten
Die Klopftherapie ist eine alternative Methode, um Ängste und Stress zu bewältigen Foto:  istock_robstyle
Inhalt
  1. Definition: Um welche Methode handelt es sich bei der Klopftherapie?
  2. Klopftherapie: Was ist der Unterschied zu ähnlichen Methoden?
  3. Welche Wirkung soll die Klopftherapie haben?
  4. Wie sieht die Anwendung der Klopftherapie aus?
 

Definition: Um welche Methode handelt es sich bei der Klopftherapie?

Die Klopftherapie gilt als energetische Heilmethode, die Betroffene selbst anwenden können. Man benötigt lediglich seine Hände. Je nach Methode gibt es eine unterschiedliche Anzahl an sogenannten Meridianpunkten, die durch leichtes Klopfen mit Mittel- und Zeigefinger stimuliert werden. Es gibt verschiedene Formen der Klopftherapie, die alle eines gemeinsam haben: Ähnlich wie bei der Akupressur werden einzelne Punkte bearbeitet, die dann wiederum einen Einfluss auf verschiedene Körperbereiche haben sollen.

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Klopftherapie: Was ist der Unterschied zu ähnlichen Methoden?

Die Klopftherapie wurde Anfang der 1990er-Jahre durch den US-Amerikaner Gary Craig entwickelt. Er arbeitete bereits mit anderen Methoden zur Stress-und Angstbewältigung, darunter die Gedankenfeldtherapie (Thought Field Therapy, kurz TFT) nach Roger Callahan. Nach dieser Lehre sind negative Gedanken an energetische Punkte im Körper gekoppelt. Gelingt es, diese Verbindungen zu lösen, verschwinden auch die damit verbundenen Probleme. Gary Craig nannte seine neue Methode Emotional Freedom Technique (EFT).

Mit der Zeit haben sich weitere Ableger der Klopftherapie entwickelt. Darunter das Emotionale Selbstmanagement (ESM) nach George Pratt und Peter T. Lambrou, die Mentalfeldtherapie (MFT) nach Dietrich Klinghardt, die Meridian-Energie-Technik (MET) nach Rainer Franke und die Methode zur Auflösung negativer Zustände (Negative Affect Erasing Method, kurz NAEM) nach Fred P. Gallo. Sie unterscheiden sich in Details, haben aber alle dasselbe Ziel: durch Klopfen auf spezielle Meridianpunkte Blockaden zu lösen.

 

Welche Wirkung soll die Klopftherapie haben?

Durch das Auflösen von Blockaden sollen sich Ängste und Stress reduzieren. Grundsätzlich soll die Klopftherapie auf all jene Probleme Wirkung haben, die mit negativen Gedanken in Zusammenhang stehen. Zum Beispiel:

  • Ängste und Phobien
  • Liebeskummer
  • Trauer
  • Beziehungsprobleme
  • Süchte
  • Traumata

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Zahlreiche alternative Lehren gehen davon aus, dass physische Krankheiten durch negative Emotionen sowie Störungen im Energiesystem des Körpers hervorgerufen werden. Demnach sollen durch die Klopftherapie auch chronische Krankheiten und akute Schmerzzustände behandelt werden können.

 

Wie sieht die Anwendung der Klopftherapie aus?

Wer die Klopftherapie anwenden will, sollte die Methode unter Anleitung eines entsprechenden Therapeuten erlernen, bevor sie zu Hause angewendet wird. Je nach Ziel und Methode reichen 15 Minuten Klopfen pro Tag aus.

Auch wenn kleinere Studien eine positive Wirkung der Klopftherapie zum Beispiel auf den Spiegel des Stresshormons Cortisol feststellen konnten, gibt es noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für eine tatsächliche medizinische Wirkung der Klopftherapie.

Quellen:

Franke, Rainer-Michael & Franke, Regina (2016): MET-Klopftherapie in der Praxis: Handbuch für Therapeuten und Coaches, Stuttgart: Karl F. Haug

Rother, Robert & Rother, Gabriele (2011): EFT-Klopf-Akupressur. München: Gräfe und Unzer Verlag

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