Kliniktasche – was gehört hinein?

Michelle Kröger

In den letzten Wochen vor der Geburt steigt nicht nur die Vorfreude auf das Baby, sondern auch die Notwendigkeit einiger Vorbereitungen. Dazu gehört auch das rechtzeitige Packen der Kliniktasche. Erfahren Sie, was unbedingt in die Kliniktasche gehört – und worauf Sie besonders achten sollten.

Schwangere Frau sitzt auf dem Bett und packt ihre Kliniktasche
Packen Sie Ihre Kliniktasche in Ruhe und vor allem rechtzeitig, damit beim Einsetzen der Wehen nicht im Stress alles Wichtige vergessen wird Foto:  iStock/comzeal
Inhalt
  1. Wann sollte ich meine Kliniktasche packen?
  2. Die Kliniktasche – eine oder mehrere Taschen?
  3. Kliniktasche 1: Das brauchen Sie vor und während der Geburt
  4. Kliniktasche 2: Das brauchen Sie im Wochenbett und für den Heimweg
  5. Allgemeines zum Klinikaufenthalt
 

Wann sollte ich meine Kliniktasche packen?

Stellen Sie die Kliniktasche bereits einige Wochen vor dem Geburtstermin (ab der 30. SSW) fertig. Spätestens sollten Sie sich in der 34. SSW darum kümmern. Kurz vor dem Geburtstermin kann es sehr hektisch werden – und vielleicht hält sich Ihr Kind auch nicht an den errechneten Entbindungstermin. Um Stress zu vermeiden und sofort aufbrechen zu können, wenn die Wehen einsetzen, sollten Eltern die wichtigsten Dinge schon vorab zusammenpacken.

 

Die Kliniktasche – eine oder mehrere Taschen?

Es kann durchaus von Vorteil sein, zwei Kliniktaschen zu packen. In der ersten Tasche sollte das Wichtigste für die Zeit während und kurz nach der Geburt (Wochenbett) verstaut werden. Die zweite Tasche sollte für einen geplanten oder ungeplanten längeren Aufenthalt im Krankenhaus gepackt werden bzw. für das Baby und den Partner. Diese zusätzliche Tasche kann natürlich auch von einem Freund oder Familienmitglied fertig gepackt in die Klinik gebracht werden. Die erste Kliniktasche sollte jedoch sofort griffbereit sein.

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Kliniktasche 1: Das brauchen Sie vor und während der Geburt

  • Persönliche Papiere: Auch wenn die Anmeldung schon vorher stattgefunden hat (inklusive Einreichen der Papiere), sollten Sie die erforderlichen Papiere und Unterlagen in der Kliniktasche dabeihaben. Diese brauchen Sie auch nach der Geburt. Dazu gehören: Mutterpass, Krankenkassenkarte, Allergieausweis (falls vorhanden), Überweisung des Gynäkologen, Geburtsplan (falls vorhanden), Personalausweis sowie das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde. Wenn Sie ledig sind: Geburtsurkunde und ggf. Vaterschaftsanerkennung.
  • Hygiene- und Pflegeprodukte: Alle Artikel, die sie täglich benutzen, sollten Sie auch in Ihre Kliniktasche packen. Zum Beispiel Duschzeug, Zahnbürste und -pasta, Cremes und Deo. Tipp: Füllen Sie Cremes oder Lotionen in kleine Reisebehälter ab, um Platz zu sparen. Auch Reisegrößen sind empfehlenswert.
  • Bequeme Kleidungsstücke: Packen Sie einen Bademantel oder eine weite Strickjacke oder Weste zum bequemen Überziehen ein. Außerdem ein bis zwei weite Hemden (zum Aufknöpfen) oder T-Shirts zum einfachen Wechseln während der Wehen. Auch elastische Hosen mit Gummizug sind praktisch, denn so entsteht kein unangenehmer Druck auf dem Bauch.
  • Dicke Socken und Hausschuhe: Damit Sie beim Auf- und Ablaufen auf dem Klinikflur keine kalten Füße bekommen, denken Sie auch an ein Paar bequeme Hausschuhe und bis zu drei Paar dicke Socken.
  • Brille und/oder Kontaktlinsen: Wem als Kontaktlinsenträger gelegentlich eine Linse verrutscht, sollte für die Geburt lieber noch eine Brille einpacken. Einige Frauen fühlen sich im Kreißsaal auch gestört durch Ihre Kontaktlinsen. Nehmen Sie einfach beides mit und schauen Sie, womit Sie sich am Tag der Tage am wohlsten fühlen. Nur darauf kommt es an.
  • Haargummis: Wer lange Haare hat weiß, wie wichtig es ist, immer ein Haarband oder eine Haarspange dabei zu haben. Gerade im Krankenhaus und bei der Geburt wollen viele Frauen Ihre Haare aus dem Gesicht tragen. Seien Sie vorbereitet.
  • Dinge zum Entspannen: Besonders bei einer Entbindung in der Wanne ist es ratsam, gewisse Artikel einzupacken, die einen in den maximalen Wohlfühlmodus versetzen. Das kann eine spezielle Duftkerze sein, ein Massageöl oder auch eine besondere Playlist.
  • Snacks und Getränke: Sie sollten bei Kräften bleiben! Packen Sie deshalb alles ein, was Ihnen Energie spendet und gut schmeckt. Beispielsweise Traubenzucker, Energieriegel, Schokolade, Bonbons oder ein Lieblingsgetränk.
  • Kamera: Falls Sie diesen wichtigen Moment in Ihrem Leben aufzeichnen wollen, denken Sie auch an eine Fotokamera oder eine Videokamera. Ein Smartphone tut es heute auch.
  • Unterhaltung: Viele Frauen müssen vor der Geburt ein wenig Zeit überbrücken. Da ist es gut, sich mit Zeitschriften oder Musik abzulenken.
 

Kliniktasche 2: Das brauchen Sie im Wochenbett und für den Heimweg

  • Weite Kleidung zum Stillen: Denken Sie an ein paar weite Hemden zum Zuknöpfen, mit denen Sie in den ersten Tagen nach der Geburt problemlos stillen können.
  • Still-BHs und Stilleinlagen: Zwei Still-BHs und einige Stilleinlagen gehören außerdem in die Kliniktasche für die Zeit nach der Geburt. Es gibt zwar auch Stilleinlagen in der Klinik, doch wer qualitativ hochwertigere Stilleinlagen (z.B. Seideneinlagen) benutzten möchte, sollte sich diese separat einpacken.
  • Große Binden: Zwar werden Ihnen in der Klinik normale Binden zur Verfügung gestellt, doch die meisten Frauen haben gerne eigene bzw. extra große, saugfähige Binden dabei. Sie sind gedacht für den Wochenfluss.
  • Unterhosen: Wer lieber eigene Slips trägt und nicht die vom Krankenhaus gestellten, weniger ansehnlichen (Einmal-)Slips, der sollte sich eigene Baumwollunterhosen einpacken. Besonders wenn bei Ihnen ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, eignen sich weite, dehnbare Unterhosen. Diese können die Wundheilung der Narbe nicht stören.
  • Großes Duschhandtuch: Im Krankenhaus erhalten Sie zwar auch Handtücher und Waschlappen, doch ein extra Handtuch zum Duschen kann nicht schaden. Der vertraute Duft des eigenen Waschmittels bringt Ihnen ein bisschen Heimat in die Klinik.
  • Bequeme Kleidung: Außerdem brauchen sie ausreichend bequeme Kleidung für die Tage nach der Geburt. Darin sollen Sie sich in erster Linie wohlfühlen.
  • Extra Tasche oder Beutel: Um Schmutzwäsche verstauen zu können, eignet sich ein zusätzlicher Beutel oder eine Tasche, die Sie zusammenfalten können.
  • Bargeld: Stecken Sie auch etwas Bargeld in Ihre Kliniktasche. Etwa für Snacks im Klinikshop oder etwa für das Trinkgeld fürs Personal.

Und für das Baby? In den meisten Krankenhäusern werden die wichtigsten Kleidungsstücke für das Neugeborene bereitgestellt. Deshalb brauchen Sie nur das Nötigste für den Weg nach Hause.

  • Wichtiges fürs Baby: Packen Sie drei bis vier Windeln ein sowie zwei Bodys (Größe 50 oder 56), einen Strampelanzug, ein Strickjäckchen, im Winter ein Winterjäckchen, eine Mütze, Socken, Spucktücher sowie eine dünne Decke. Die Trageschale oder den Babyautositz kann Ihr Partner am Tag der Entlassung mitbringen.
 

Allgemeines zum Klinikaufenthalt

Denken Sie beim Packen der Kliniktasche auch an Ihre Begleitperson. Eventuell möchte Ihr Partner mit Ihnen in der Klinik übernachten. Und ganz wichtig: Sollten Sie etwas vergessen haben, ist das kein Beinbruch. Lassen Sie sich diese Dinge einfach von Ihrer Familie oder von Freunden nachträglich bringen. Das Wichtigste haben Sie schließlich endlich bei sich: Ihr Baby.

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