Kleiner Trick für mehr Mitgefühl

Verena Elson
Eine neue Kollegin wird dem Team vorgestellt
Erster Tag im Job: Wenn Frauen vom neuen Team gut aufgenommen werden wollen, sollten sie wenig Haut zeigen © iStock/andresr

Wenn Frauen kurze Kleider oder Röcke tragen, erhalten sie weniger Mitgefühl – darauf weist eine aktuelle Studie hin. Wer auf die Empathie seiner Mitmenschen spekuliert, sollte also seine Garderobe anpassen.

Erster Arbeitstag im neuen Team, Kennenlern-Treffen mit der Familie des Partners, eine Party mit lauter Unbekannten: Zu diesen Terminen sollten Frauen in Jeans und T-Shirt erscheinen und lieber nicht im Minirock. Denn freizügig gekleidete Frauen bekommen von ihren Mitmenschen weniger Empathie entgegengebracht, zeigt die aktuelle Studie eines internationalen Forscherteams.

Wissenschaftler der Universität Wien, der International School for Advanced Studies in Triest und der Universität Triest ließen Probanden an einem virtuellen Ballspiel teilnehmen, bei dem entweder die Probanden selbst oder andere Personen von den Mitspielern ausgeschlossen wurden, also den Ball nicht zugespielt bekamen.

 

Nackte Haut lässt Mitgefühl schwinden

Gleichzeitig wurde die Gehirnaktivität der Spieler mit funktioneller Magnetresonanztomographie gemessen. Die Forscher beobachteten: Wurden die Spieler selbst aus dem Ballspiel ausgeschlossen, waren für empathische Gefühle zuständige Hirnareale aktiv. Dieselben Areale waren auch aktiv, wenn eine Mitspielerin ausgeschlossen wurde, die etwa in Jeans und T-Shirt gekleidet war. Anders sah es aus, wenn eine Frau mehr Haut zeigte und beispielsweise ein kurzes Kleid trug: Dann zeigten die Aufnahmen eine deutlich geringere Aktivität der Empathie-Areale.

Zusätzlich fragten die Forscher die Probanden nach ihrem Mitgefühl für die verschiedenen Spielfiguren. Auch dabei zeigte sich: Frauen, die weniger Haut zeigten, bekamen mehr Mitgefühl von den Probanden.

„Dies deutet darauf hin, dass die betrachtenden VersuchsteilnehmerInnen eine verminderte Fähigkeit hatten, die Emotionen der sexualisierten (freizügig gekleideten) Frauen zu teilen“, erklärt Studienleiterin Giorgia Silani von der Universität Wien. Das Ergebnis fiel gleich aus, egal, ob männliche oder weibliche Probanden an dem virtuellen Ballspiel teilnahmen.

Unsere Kleidung hat nicht nur Einfluss darauf, wie uns andere sehen – sie kann sich auch auf unsere Gesundheit auswirken. Welche Kleidung dem Körper schaden kann, erfahren Sie hier.

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