Kleine Schnittwunden selbst versorgen

Redaktion PraxisVITA
Schnittwunde
Beim Zubereiten von Speisen mit scharfen Messern kann es schnell zu leichten Schnittwunden kommen © iStock/RyersonClark

Kleine Schnittwunden gehören zu den häufigsten Verletzungen im Haushalt. Ob beim Kochen, der Gartenarbeit, im Bad oder am Schreibtisch – schnell hat man sich mit dem Messer, der Rasierklinge, an Glasscherben oder einem Blatt Papier einen feinen Schnitt zugezogen, der jedoch meist harmlos ist und gut selbst versorgt werden kann.

Bei einer Schnittwunde dieser Art sind nur die obersten Hautschichten betroffen. Durch die Blutung werden eventuell bei der Verletzung eingedrungene Bakterien ausgespült – der Körper hilft sich selbst. Bevor die Stelle versorgt wird, sollten die Hände sorgfältig gewaschen werden, damit kein Schmutz in die Wunde gelangen kann. Auch das Tragen von Einweghandschuhen ist praktisch, um eine mögliche Entzündung zu vermeiden.

Mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Taschentuch etwas Druck auf die Schnittwunde auszuüben, hilft die Blutung zu stillen. Nachdem der Schnitt mit kaltem Wasser ausgespült und vorsichtig abgetupft wurde, kann ein antiseptisches Spray oder Gel auf die Wunde gegeben werden. Im Anschluss bietet ein atmungsaktives Pflaster Schutz.

 

Ein Pflaster schützt die Schnittwunde

Obgleich der Glaube, eine Schnittwunde heile an der frischen Luft besser, weit verbreitet ist, ist dies erst zu empfehlen, wenn keine Feuchtigkeit mehr austritt. Ein Pflaster schützt demnach nicht nur vor Verschmutzung, sondern nimmt auch das austretende Wundsekret auf. Fehlt das Pflaster, bildet sich zu schnell eine Kruste, die den Abtransport des darunterliegenden Wundsekrets, das die Wunde von Bakterien befreit, verhindert. In der Folge sollte das Pflaster jeden Tag gewechselt und eine beruhigende Salbe auf die Verletzung aufgetragen werden, um die Wundheilung der Haut zu fördern. Damit das Pflaster nicht an der Wunde klebt und beim Abziehen schmerzt, kann ein wenig Jodsalbe helfen.

Schnittwunde mit Pflaster
Ein Pflaster schützt die Schnittwunde vor Verschmutzung und fördert die Wundheilung © iStock/temmuzcan

Auch der Einsatz von Sekundenkleber ist bei der Behandlung von kleinen Schnittwunden möglich. Die in ihm enthaltenen Wirkstoffe ähneln denen eines medizinischen Wundklebers. Zur Verwendung die Schnittwunde leicht zusammendrücken, etwas Kleber auftragen und anschließend vorsichtig halten. Da Sekundenkleber Hautreizungen auslösen kann, sollte nur eine sehr kleine Menge an unsensiblen Stellen angewandt werden.

 

Bei tiefen Schnittwunden unbedingt zum Arzt

Bei ernsthaften Schnittwunden, zu denen es zum Beispiel bei der Arbeit in Werkstätten kommen kann, sollte unbedingt innerhalb kürzester Zeit ein Arzt aufgesucht werden. Starke Blutungen, Schwellungen oder Taubheitsgefühle können ein Zeichen für verletzte Nerven, Sehnen oder Hauptadern sein. Bei großen und auch bei kleinen Schnittwunden ist ein ausreichender Impfschutz gegen Tetanus wichtig, um nicht das Risiko eines Wundstarrkrampfs einzugehen.

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