Kleidermotten erkennen und bekämpfen: Diese 5 Tipps helfen!

Laura Basting-Neumann

Kleidermotten zu erkennen und zu bekämpfen ist gar nicht so schwer. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Kleidermotten am besten loswerden!

Kleidermotten sind weißlich bis silbrig und machen sich gerne am Wollstoffen zu schaffen
Kleidermotten lieben Textilien mit Keratinanteil, wie beispielsweise Wolle Foto:  istock/ConstantinCornel

Wie kann man Kleidermotten erkennen und bekämpfen, wenn sie es sich erstmal im Kleiderschrank gemütlich gemacht haben? Mit dieser Frage muss man sich immer wieder beschäftigen. Denn vor den Textilzerstörern ist niemand gefeit. Diese Hausmittel und Tipps können Ihnen aber dabei helfen, Kleidermotten loszuwerden und einen Befall Ihrer Klamotten zu verhindern.

 

Was sind Kleidermotten?

Kleidermotten sind Schmetterlinge und Nachtfalter aus der Familie der Echten Motten. Sie sind Textilschädlinge – die bedeutendsten tierischen Verursacher von Wollschäden in Mitteleuropa.

Sie nisten sich am liebsten in Wolle, Pelz, Leder, Kaschmir, in mit Schweiß oder Nahrungsresten verunreinigten Textilen, und in unbehandelten Wollteppichen ein. Pflanzliche Fasern, wie zum Beispiel Baumwolle, oder synthetische Fasern  ziehen sie hingegen nicht an.

 

Wie sehen Kleidermotten aus?

Kleidermotten sind strohgelb und weißlich bis silbrig glänzend und sind etwa vier bis neun Millimeter lang. Ihre Larven, oder Raupen, sind etwa sieben bis zehn Millimeter lang, weißlich oder weiß-gelblich und haben einen gelbbraunen Kopf.

 

Wie kommen Kleidermotten ins Haus?

Ihre Flugzeit ist zwischen Mai und September. In diesem Zeitraum kommt es vor, dass sie durch ein geöffnetes Fenster in die Wohnung fliegen, da sie Wohn- und Lagerräume mögen. Im Winter treten sie auch auf, da sie beheizte Orte aufsuchen. Am häufigsten gelangen Kleidermotten jedoch durch Verschleppung von befallenem Material ins Haus.

Ob der Haushalt sauber und ordentlich ist oder nicht – einen Kleidermotten-Befall kann jeden treffen.

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Was machen Kleidermotten?

Die Falter nehmen keine Nahrung auf, sondern suchen sich dunkle Ecken, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen. Wenn die Larven aus den Eiern schlüpfen, fressen sie sich durch keratinhaltige Textilen, also tierische Materialien. Die Larven ernähren sich von dem in den tierischen Textilen enthaltenen Eiweiß.

 

Kleidermotten erkennen und Kleidermotten-Nest finden

Kleidermotten kann man in der Wohnung häufig abends beobachten, da sie in der Abenddämmerung und in der Nacht aktiv sind. Auffällig ist, dass die Kleidermotte anders als andere Nachtfalter Licht meidet. Zudem hat sie einen zappelnden, taumelnden Flug.

Das Problematische sind nicht in erster Linie die Falter, sondern die Larven. Denn sie graben sich durch die Textilien. Dabei hinterlassen sie Fraßlöcher und kahle Stellen. Die Löcher sind klein und unregelmäßig verteilt. Woran man Kleidermotten noch erkennen kann: Anhand von Gespinsten – zarte, weiße Fäden oder Kokonreste, die die Larven hinterlassen. 

Um ein Kleidermotten-Nest zu finden, kann man Fallen mit einem Sexuallockstoff der Mottenweibchen aufstellen. Es sind Klebestreifen, die man in und an Schränke und Schubladen anbringen kann, um die Mottenmännchen anzulocken. So tragen die Fallen dazu bei, ihre Fortpflanzung einzuschränken und den Herd zu entdecken.

 

Was hilft gegen Kleidermotten?

Es gibt einige unkomplizierte Methoden und Mittel gegen Kleiderklamotten, die Ihnen dabei helfen, Ihren Kleiderschrank von den kleinen Textilzerstörern zu befreien:

1. Kleidermotten aus Kleidung herausschütteln

Nachdem man festgestellt hat, dass und wo sich Kleidermotten im Haus befinden, ist der erste Schritt, alle Textilien grob von den Kleidermotten und ihren Larven zu befreien. Dazu gehört das Ausklopfen der Teppiche und Ausschütteln der Kleidung.

2. Die Schränke gut absaugen

Alle ausgeräumten Schubladen und Schränke mit dem Staub- und Fugensauger reinigen. Die Ecken und Fugen nicht vergessen, denn Lebensmittelmotten legen ihre Eier gerne in dunklen Nischen ab.

3. Essigwasser gegen Kleidermotten

Was gegen Kleidermotten noch hilfft: Ausgeräumte Schränke und Schubladen mit Essigwasser besprühen und auswischen. Dazu Essigessenz im Verhältnis von 1:4 mit Wasser verdünnen.

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4. Kleidermotten loswerden durch Kleidung waschen

Alle Kleidung, die von Motten befallen ist oder befallen sein könnte, bei 60 Grad Celsius waschen. Empfindliche Kleidung, die sich nicht gut waschen lässt, für zwei bis drei Tage in den Gefrierschrank legen, da die Eier und Raupen bei der Kälte absterben. Danach gut ausschütteln und abklopfen.

5. Kleidermotten bekämpfen mithilfe von Schlupfwespen

Diese winzigen, mit dem Auge kaum erkennbaren Insekten eignen sich gut zur biologischen Bekämpfung gegen Lebensmittelmotten. Sie sind natürliche Feinde der Motten. Weder für Menschen noch für Haustiere sind sie gefährlich oder lästig.

Schlupfwespen spüren die Eier der Lebensmittelmotten auf, injizieren ihre eigenen Eier hinein und zerstören so die Motteneier. Aus diesen "geimpften" Eiern schlüpfen wieder neue Schlupfwespen, die auf der Suche nach weiteren Motteneiern sind. Sobald keine Eier mehr vorhanden sind, zerfallen die Schlupfwespen zu Staub oder sichen sich eine neue Brutstätte für ihre Eier.

Zur Bekämpfung der Kleidermotten kann man Schlupfwespeneier in Pappkärtchen kaufen, die man in den Schränken und Schubladen verteilt. Nach etwa fünfzehn Wochen sollten die Schlupfwespen alle Mottenlarven und somit die Motten beseitigt haben.

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Kleidermotten-Befall vorbeugen

Damit es erst gar nicht zu einem Kleidermotten-Befall kommt, sollten Sie diese Maßnahmen ergreifen:

  • regelmäßiges Staubsaugen der Teppiche und Aussaugen der Schränke
  • Kleidung nach dem Kauf auf Löcher und Larven kontrollieren
  • Kleidung nach Sport und Beschmutzung zum Trockenen aufhängen oder waschen
  • Kleidung in Schränken und Schubladen regelmäßig kontrollieren
  • Zirbelkiefer-, Zedern-, Lavendelöl, Lorbeerblätter, Nelken, Pfefferminze in kleinen Säckchen und Schälchen im Schrank und in Kleidernähe aufstellen
  • Fliegennetze and Fenstern und Balkontüren anbringen
  • Wenn ein Tierhaartextil, wie beispielsweise ein Wollteppich, für einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird, reinigen und gut verschlossen verpacken
  • Wenn solche Textilen regelmäßig benutzt werden, alle ein bis zwei Monate draußen ausklopfen, lüften und eine Stunde der Sonne aussetzen – dabei in einer schwarzen Plastiktüte verpackt, heizt sich das Textil noch mehr auf und die Larven sterben bei der Hitze ab

Mit diesen Hausmitteln und Tipps kann man Kleidermotten nicht nur erkennen und bekämpfen.

Quelle:

Kleidermotte, in: umweltbundesamt.de

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