Klarträumen – von der Kunst, bewusst zu träumen

Einige Menschen beherrschen die Kunst des Klarträumens
Träumen, was man möchte – das können Menschen, die die Kunst des Klarträumens beherrschen. Deutsche Forscher haben jetzt untersucht, was sie dazu befähigt © Fotolia

Wissen, dass man träumt und das Geschehen im Traum beeinflussen – Experten nennen dieses Phänomen Klarträumen. Doch warum sind einige Menschen dazu in der Lage und andere nicht? Das haben deutsche Forscher jetzt untersucht. Hier erfahren Sie, was sie dabei herausgefunden haben und ob jeder Klarträumen lernen kann.

Luzides Träumen oder Klarträumen bedeutet, dass sich der Schlafende der Tatsache bewusst ist, dass er träumt, und die Ereignisse im Traum teilweise selbst steuern kann.

In einer aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler des Max Planck Instituts für Psychiatrie jetzt, warum einige Menschen zum Klarträumen fähig sind und andere nicht.

 

Klarträumer sind selbstreflektiert

Dazu ließen die Forscher Probanden Fragebögen ausfüllen zu der Häufigkeit, mit der sie bewusst träumten. Anschließend analysierten sie ihre Gehirnaktivitäten mittels Magnetresonanztomographie (MRT).

Das Ergebnis: Bei Klarträumern zeigten sich höhere Aktivitäten im sogenannten anterioren präfrontalen Kortex – das ist der Bereich des Gehirns, der für die Selbstreflexion zuständig ist. Dieser Teil des Gehirns war bei den Klarträumern auch stärker ausgebildet.

Die Erklärung der Studienleiter: Ein Gehirn, das sich im Wachzustand regelmäßig intensiv mit den eigenen Gedanken auseinandersetzt, führt diesen Prozess auch im Schlaf weiter.

Der Blockbuster „Inception“ brachte das Phänomen Klarträumen 2010 in aller Munde
Der Blockbuster „Inception“ brachte das Phänomen Klarträumen 2010 in aller Munde – Thema des Films ist das Stehlen von Informationen aus den Träumen der Opfer© Imago
 

Klarträumen lernen – so funktioniert’s

Die gute Nachricht für alle, die ihre Träume bisher nicht steuern können: Klarträumen ist erlernbar. Experten haben vier Schritte ausgearbeitet, die als Anleitung zum Klarträumen dienen.

1. Mantra vor dem Schlafengehen

Wiederholen Sie den Satz „Ich werde mir bewusst sein, dass ich träume“ oder einen ähnlichen mehrfach vor dem Einschlafen.

2. Thema des Traums auswählen

Denken Sie vor dem Einschlafen ganz bewusst an das Thema, von dem Sie träumen möchten. Sagen Sie es sich in Gedanken immer wieder vor – es kann auch helfen, mit der Thematik assoziierte Gegenstände auf dem Nachttisch abzulegen. Wenn es sich um eine Person handelt, stellen Sie sich ihr Gesicht vor.

3. Realitätscheck

Fragen Sie sich im Wachzustand regelmäßig „Träume ich gerade?“ So trainieren Sie, auch im Traum diesen „Realitätscheck“ zu machen. Am besten wirkt diese Vorbereitung, wenn Sie sich die Frage in Situationen stellen, die Ihnen ungewöhnlich oder irreal erscheinen.

4. Rückblick nach dem Aufwachen

Bevor Sie aufstehen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit und versuchen sich daran zu erinnern, was Sie gerade geträumt haben – so üben Sie, Ihre Träume bewusst wahrzunehmen. Das muss sofort nach dem Aufwachen geschehen, denn Ablenkungen wie die tägliche Morgenroutine löschen die Erinnerung an den Traum aus.

Hamburg, 26. Januar 2015

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