Klar-Träumen: Kann man Depressionen im Schlaf behandeln?

lucides Träumen stärkt Kontrollgefühl
"Klar-Träumen" bedeutet für Menschen mit Depressionen Kontrollgewinn über Gedanken und Emotionen © Fotolia

Wissenschaftler haben jetzt erstmals die Heil-Geheimnisse des sogenannten Klar-Träumens entschlüsselt. Entdecken Sie hier, wie jeder „lucides Träumen“ lernen kann und damit auch im Wach-Zustand besondere Fähigkeiten erlangt.

Menschen, die klar träumen – sogenannte luzide Träume haben – erkennen bereits im Schlaf, dass sie sich in einem Traum befinden. Forscher der University of Lincoln in England haben nun in einer aktuellen Studie gezeigt, dass Klarträumer nicht nur Träume durchschauen können, sondern auch reale Problemstellungen besser verarbeiten – wenn sie wach sind.

 

Klarträumer denken lösungsorientiert

Der Ansatz der Studie war die Vermutung, dass die Denk- und Erinnerungsbereiche im Gehirn, die für das luzide Träumen verantwortlich sind, nicht auf den Schlafzustand beschränkt sind. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass Klarträumer lösungsorientierter denken und selbst komplexe Problemstellungen erheblich einfacher durchschauen können als Menschen ohne die Klarsicht im Traum.

„Die Fähigkeit von Klarträumern, anders und lösungsorientierter zu denken, konnte bei ihnen auch im Wachzustand festgestellt werden“, erklärt Studienleiter Professor Patrick Bourke. Konkret sei bei Studienprobanden mit luziden Träumen die geistige Begabung, schwer zu entdeckende Zusammenhänge und Unstimmigkeiten zu erkennen, um rund 25 Prozent stärker ausgeprägt als bei der ‚normal’ träumenden Vergleichsgruppe.

 

Klar-Träumen kann man lernen

Jeder Mensch kann das klare Träumen übrigens lernen. Professor Bourke und seine Kollegen fanden heraus, dass oft schon die Gewohnheit ausreicht, sich im wachen Zustand immer wieder zu fragen: Ist das ein Traum? Ist das real? Ein Großteil der an der Studie teilnehmenden Probanden begann schließlich die eigene Wahrnehmung auch während ihrer Träume zu überprüfen.

 

Mit Klarträumen Depressionen behandeln

Professor Isaac Tajz von der Universität in Heidelberg zeigte in einer Studie, dass man mithilfe des Klarträumens auch Depressionen behandeln kann. Der luzide Traum fungiere dabei „direkt als therapeutisches Werkzeug“. Depressive Zustände würden gelindert, da die bewusste Auseinandersetzung mit Traumepisoden sich in einem Gefühl von mehr Selbstkontrolle niederschlage. Kontrollverlust über die eigenen Gedanken und Emotionen wiederum ist eine beherrschende Empfindung von depressiven Menschen und verursacht einen großen Leidensdruck. Der wird durch die Traumkontrolle abgemildert und kann nach Aussagen von Professor Tajz bei Depressionen zu einer deutlichen Besserung führen.

Folgen Sie diesem Link und erfahren Sie von unserem Schlaf-Experten Dr. Daniel Erlacher, wie man mithilfe des Klar-Träumens seine Träume manipulieren kann.

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