Kinostart „Still Alice“: So fühlt sich Alzheimer an

Verena Elson
Julianne Moore hält den Oscar in der Hand
Für ihre Darstellung der alzheimerkranken Alice erhielt Julianne Moore einen Oscar als beste Hauptdarstellerin © Corbis

Am 5. März läuft das Drama „Still Alice“ in den deutschen Kinos an. Praxisvita erklärt, woran man Alzheimer erkennt, warum die Diagnose bei jungen Patienten häufig falsch gestellt wird und was Angehörige tun können.

Es dürfte die Rolle ihres Lebens sein: In dem bewegenden Drama „Still Alice – Mein Leben ohne gestern“ spielt Julianne Moore die Linguistik-Professorin Alice, die mit 50 Jahren an Alzheimer erkrankt. Schonungslos zeigt Julianne Moore die tückische Krankheit aus Sicht einer Betroffenen: Die schiere Verzweiflung, wenn einem das eigene Leben Stück für Stück entgleitet. Ihre herausragende schauspielerische Leistung wurde kürzlich mit einem Oscar prämiert.

 

Erste Anzeichen: So beginnt Alzheimer

Bei der Hauptfigur Alice zeigt sich die Alzheimer-Erkrankung zunächst durch Kleinigkeiten wie ein vergessenes Rezept, dann findet sie beim Joggen nicht mehr nach Hause. So beginnt die Erkrankung bei den meisten Betroffenen. Es fällt ihnen schwer, sich an Gesprächsinhalte oder erst kürzlich zurückliegende Ereignisse zu erinnern. Sie verlegen Gegenstände oder vergessen Verabredungen. In der ersten Krankheitsphase treten außerdem häufig Wortfindungsstörungen auf und Betroffene haben zunehmend Probleme mit der zeitlichen und räumlichen Orientierung: Sie verlaufen sich auf vertrauten Wegen und finden sich in unbekannten Umgebungen schwer zurecht. Häufig sind sich Betroffene in diesem Stadium ihrer nachlassenden Fähigkeiten bewusst, was sich auf ihre Stimmung auswirkt: Sie sind deprimiert, verunsichert oder ängstlich und sträuben sich gegen einen Arztbesuch.

 

Alzheimer bei jungen Menschen

Alice ist erst 50, als sie zum ersten Mal den Weg nach Hause nicht mehr findet, sie steht mitten im Leben. Fälle von so jungen Patienten sind selten, die meisten Betroffenen sind über 65 Jahre alt. Doch wenn es passiert, geht der Verfall umso schneller: Je jünger ein Patient zu Beginn der Erkrankung ist, desto rascher schreitet sie voran. Dennoch wird sie anfangs häufig nicht erkannt – viele Ärzte gehen bei jungen Patienten zunächst von Depressionen aus. Auch Angehörige, Freunde und Kollegen denken selten an Demenz, wenn sich das Verhalten eines Betroffenen ändert.

 

Tipps für Angehörige

Es gibt rund 1,5 Millionen Alzheimer-Patienten in Deutschland. Von der Krankheit sind nicht nur sie betroffen, sondern auch ihre Partner, Kinder und Freunde. Besonders, wenn Angehörige den Patienten selbst pflegen, geraten sie oft an ihre Grenzen und haben häufig selbst mit Depressionen zu kämpfen.

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Menschen mit betroffenen Angehörigen und Tipps für Familien, die das Leben mit der Alzheimer-Erkrankung eines geliebten Menschen erleichtern.

 

Selbsttest: Leide ich an beginnender Demenz?

Wenn man häufig vergesslich ist, kommt schnell die quälende Frage auf: Ist das noch normal oder zeige ich erste Anzeichen einer Demenz? Dieser Selbsttest hilft Ihnen, Ihr individuelles Risiko richtig einzuschätzen und erste Demenz-Anzeichen richtig zu deuten.

Hamburg, 4. März 2015

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