Filmkritik zu "Eingeimpft"

Redaktion PraxisVITA
Filmplakat Eingeimpft Vater mit Mutter und zwei Kindern
Ein spannender und Dokumentarfilm über ein heiß diskutiertes Thema. © kinofreund eG 2018
Inhalt
  1. Darum geht's in "Eingeimpft"
  2. Wann sind Impfungen sinnnvoll?
  3. Fazit

Stellen Sie sich vor, Sie impfen Ihr Kind und es geht schief - für viele Familien eine Horrorvorstellung. Doch für die meisten steht es außer Frage, den Nachwuchs vor Krankheiten zu schützen. Aber was, wenn doch etwas passiert?

 

Darum geht's in "Eingeimpft"

Als David und Jessica Eltern werden, wächst und gedeiht Zaria, sie ist kerngesund! Doch dann soll Zaria geimpft werden - gleich gegen acht Krankheiten. Was für Mama Jessica aufgrund ihrer eigenen schlechten Erfahrungen absolut nicht infrage kommt, ist für David eigentlich selbstverständlich. Doch Jessicas Bedenken lassen David hellhörig werden. Autobiographisch erzählt David Sieveking, Regisseur, Autor und Hauptdarsteller von seinem neuen Familienglück und der Frage: "Impfen oder nicht?"
Ist es fahrlässig seine Kinder den Gefahren auszusetzen oder behütet man sie damit vor möglichen Risiken, wie auftretende Behinderungen oder sogar dem Plötzlichen Kindstod?
Etwa 25 Impf-Todesfälle meldet das Bundesinstitut für Gesundheit jährlich. Über die Dunkelziffer kann nur spekuliert werden.
David beginnt mir seiner Recherche bei STIKO (Ständiges Impfkomitee), nimmt an einer Sitzung teil und geht zu einer Sprechstunde in einer Anthroposophischen Klinik in Berlin. Er erfährt, dass man zwischen Lebend- und Totimpfstoffen unterscheidet: Während Lebendimpfstoffe das eigene Immunsystem aktivieren und sich Antikörper entwickeln, verweilen Totimpfstoffe im Körper, bis sie benötigt werden, um eine Krankheit zu bekämpfen. Das Gefährliche an ihnen: Impfstoffe können Schwermetalle und Salze enthalten. 
Animierte Zeichnungen erklären im Film immer wieder Wirkung und Gefahr der Vorgänge im Körper. 

Wie ist die Lage tatsächlich? In Deutschland werden etwa 90% der Kinder geimpft. Ärzte sprechen ab der neunten Lebenswoche eine Impfempfehlung aus. Dabei reagiert jeder Organismus anders auf die verabreichten Substanzen, die weitreichende, unvorhersehbare Effekte auf unsere Gesundheit haben können. Was die Eltern Jessica und Davis besonders stutzig macht: Je jünger das Kind, desto höher die Dosierung des Wirkstoffs. 

Mann mit Hut in einem Konferenzraum
Regisseur und Hauptdarsteller David Sieveking zu Besuch bei STIKO © kinofreund eG 2018

Die Familie besucht einen Geburtstag. Doch einige Freunde sind der Party ferngeblieben. Grund: Zaria ist nicht geimpft und in Berlin sind die Masern ausgebrochen. Sollte die Tochter nicht gerade jetzt geimpft werden? Schließlich können Masern zu einer tödlichen Hirnhautentzündung führen. Und außerdem ist Jessica wieder schwanger! 
Noch immer sterben weltweit Hunderttausende ungeimpfte Kinder jährlich an den Folgen von Masern oder ähnlichen Krankheiten. Während hierzulande sehr kontrovers über das Thema diskutiert wird, reisen Frauen in Afrika manchmal tagelang, um an eine der Impfstationen zu gelangen und eine Dosis für ihr Neugeborenes zu bekommen. 

Auf einem Kongress in Frankfurt trifft David den dänischen Wissenschaftler Peter Aaby, der in Guinea-Bissau das Bandim Health Project ins Leben gerufen hat. Der lädt ihn prompt ein mitzukommen - nach Afrika. 
Die beiden reisen nach Guinea-Bissau um seine Langzeitstudien vor Ort zu betreuen. Über ein Erfassungssystem verwaltet Aaby über 100.000 Datensätze von geimpften Kindern und Müttern und dessen Entwicklung nach der Injektion. So fand er heraus, dass die Sterberate etwa fünfmal höher ist, wenn Kinder die Dreifachimpfung DIP (Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten) erhalten. Der Totimpfstoff enthält Aluminium und Salze, zur Verstärkung der Wirkung. Doch die können für Babys und Kinder zur Lebensgefahr werden. Eine wichtige Erkenntnis, die den Wissenschaftler dazu brachte, Kindern nach dem Totimpfstoff Lebendimpfstoffe zu spritzen - mit Erfolg. Die Sterberate konnte erheblich gesenkt werden. 

 

Wann sind Impfungen sinnnvoll?

Neben all der drohenden Gefahr, konnte dank der großflächigen Impfbereitschaf bereits auch positives bewirkt werden: Pocken wurden ausgerottet und die Kinderlähmung steht kurz davor. Über das Impfen lässt sich nur streiten, weil in Deutschland keine Epidemien zu befürchten sind. Denn die meisten Kinder sind geimpft. Es ist also auch ihnen zu verdanken, dass ungeimpfte Kinder gesund sind - der sogenannte Herdenschutz.
Jessica und David lassen Zaria am Ende des Films impfen. Nicht gegen sechs, sieben oder acht Krankheiten, sondern gegen eine - Masern. Ein Einzelwirkstoff. Denn die Gefahr in Berlin ist akut und sie hat jetzt eine kleine Schwester. 

 

Fazit

Impfen, ja oder nein? Jein! Generell ist der Schutz vor schlimmen Viren ratsam. Dennoch: Nicht jede ausgesprochene Impfempfehlung der STIKO ist auch zwingend notwendig. Daher sollte gemeinsam mit dem Arzt individuell besprochen werden, welche Impfungen sinnvoll sind. Kinder in Deutschland leben vergleichsweise ungefährlich. Masern, Mumps und Röteln kommen aber auch hierzulande noch häufig vor. Kinderlähmung und Meningokokken hingegen nur noch sehr selten. Reisen Kinder allerdings regelmäßig mit ihren Eltern ins Ausland, ist es ratsam sich über entsprechend weitere Impfungen zu informieren. 

Während in Deutschland nur Impfungsempfehlungen der STIKO ausgesprochen werden, ist es in Frankreich seit 1. Januar 2018 Pflicht, Kinder gegen Tetanus, Poliomyelitis, Diphtherie, Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Hepatitis B, Homophiles Influenza b, Pneumokokken und Meningokokken zu impfen.

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