Kinesio-Tape: Kleben Sie Ihre Beschwerden weg

Kann man Schmerzen und Verspannungen einfach wegkleben? Man kann: Was hilft ist ein Verband aus Kinesio-Tape. Dr. Johannes Wimmer zeigt, wie man ihn richtig anlegt.

Man könnte jetzt eine Tablette schlucken und auf Besserung hoffen, sich vom Arzt eine Spritze geben lassen... Oder man versucht es mit einer Alternative: Kinesio-Tapes. Spitzensportler schwören längst auf die schmerzlindernde Wirkung der bunten Streifen – aus gutem Grund: Die Tapes wirken ganz ohne Chemie.

Kinesio-Tape bewegt sich mit der Haut

Der japanische Mediziner Dr. Kenzo Kase entwickelte in jahrelanger Arbeit ein spezielles Pflaster: hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundlich. Sein Plan: Das Kinesio-Tape („kinesis“ = griechisch für Bewegung) sollte sich mit der Haut bewegen und die verschiedensten Beschwerden lindern.

Lange Zeit schüttelten europäische Mediziner den Kopf über diese Idee. Heute, 30 Jahre später, setzen sich die bunten dehnbaren Baumwollstreifen als Heilmethode in immer mehr Praxen und Kliniken durch. Im Gegensatz zu normalen, starren Pflastern kann sich das Kinesio-Tape nämlich um 50 Prozent seiner eigentlichen Größe ausdehnen. Der Vorteil dabei: Die natürlichen Bewegungsabläufe des Körpers werden durch die Spezialpflaster nicht beeinträchtigt.

 

Kinesio-Tape massiert die Haut

Durch das Kinesio-Tape wird die Haut mit jeder Bewegung massiert, Lymph- und Blutfluss werden angeregt. Entzündungen klingen schneller ab, der Druck lässt nach und damit auch der Schmerz, meist schon kurz nach dem Tapen.

Durch gezieltes Bekleben der Reflexzonen werden außerdem Herz, Magen und Darm positiv beeinflusst. Bei folgenden Beschwerden haben sich die bunten Tapes bereits bewährt: Arthrose, Lymphödem, Tennisarm, Kopf- sowie Magenschmerzen, Rückenleiden und Schwellungen. Laut einiger Kinesio-Tape-Experten gibt es ohnehin kaum ein Problem, bei denen die Spezialpflaster nicht helfen können.

Schnelle Linderung dank Kinesio-Tape

Im Idealfall tritt eine Linderung der Beschwerden schon unmittelbar nach dem Aufkleben des Kinesio-Tapes ein. Wer einen leicht verstauchten Knöchel mit Kinesio-Tape stützt, kann sofort wieder relativ gut gehen, denn schmerzhafte Bewegungsrichtungen lassen sich durch das Taping verhindern. Alle anderen Bewegungen sind damit aber weiterhin möglich.

Falls sich die Symptome nach zwölf Stunden jedoch nicht gebessert oder sogar verschlechtert haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Vorteil der Kinesio-Tapes ist, dass sie bis zu sieben Tage auf der Haut bleiben können – und auch genauso lange wirken.

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