Kindsbewegungen – wenn der Nachwuchs sich bewegt

Redaktion PraxisVITA
Hände an schwangerem Bauch
Sie ersten Kindsbewegungen sind ein ganz besonderer Moment in der Schwangerschaft © iStock/Ridofranz
Inhalt
  1. Kindsbewegungen: Ab wann sind sie spürbar?
  2. Wie fühlen sich Kindsbewegungen an?
  3. So spüren Sie Kindsbewegungen schneller
  4. Ab wann muss ich mir Sorgen machen?

Die erste Bewegung des Babys ist ein ganz besonderer Moment in der Schwangerschaft. Ab wann Kindsbewegungen spürbar sind, wie sie sich anfühlen und was zu tun ist, wenn sie ausbleiben, weiß PraxisVITA.

 

Kindsbewegungen: Ab wann sind sie spürbar?

Viele Schwangere sehnen den Moment herbei, in dem sie ihr ungeborenes Kind zum ersten Mal spüren. Wann Sie erste Kindsbewegungen wahrnehmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört die Lage der Plazenta: „Schwangere mit einer Vorderwandplazenta spüren die Bewegungen eher später“, sagt Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, Leiter der Hormonsprechstunde der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Der Grund: Liegt die Plazenta zur Bauchdecke hin, dämpft sie die Bewegungen des Fötus.
Ein weiterer Faktor ist die Fettschicht am Bauch der Frau: Schlankere Frauen spüren Kindsbewegungen früher, da die Bauchdecke dünner ist. Hinzu kommt, dass manche Frauen empfindlicher sind als andere, und deshalb Bewegungen im Bauch stärker wahrnehmen.

Erste Bewegungen im Bauch

Grundsätzlich gilt unter Gynäkologen die Richtlinie: Frauen spüren in der ersten Schwangerschaft ihren Fötus ab der 19.-22. Schwangerschaftswoche, während Frauen, die schon ein Kind zur Welt gebracht haben, die Kindsbewegungen häufig schon um die 17. Schwangerschaftswoche (SSW) oder früher spüren. 

Gegen Ende der 22. SSW misst das Ungeborene etwa 28 Zentimeter und ist rund 500 Gramm schwer. In der 23. und 24. SSW ist das Baby für die Mutter dann meist kaum noch zu ignorieren. Die Bewegungen und Tritte fallen schon sehr kräftig aus. Ab jetzt kann auch der Partner durch Handauflegen auf dem Babybauch den Nachwuchs spüren.

 

Schwangere Frau

© iStock/AleksandarNakic

Hier finden Sie alle Schwangerschaftswochen auf einen Blick!

 

 

 

Wie fühlen sich Kindsbewegungen an?

Zerplatzende Seifenblasen, Sprudelwasser oder auch der Flügelschlag eines Schmetterlings – diese Vergleiche zeigen, wie sanft die ersten Bewegungen des Fötus anfangs ausfallen. Sie können im hektischen Alltag leicht untergehen. Auch das ist laut Bühling ein Grund, warum Frauen, die schon einmal schwanger waren, die Kindsbewegungen in der Regel zwei bis drei Wochen früher merken: Sie können diese einfach besser erkennen und einordnen.

Scheinbar ausbleibende Kindsbewegungen sind häufig falschen Erwartungen geschuldet. „Am häufigsten berichten Schwangere im Nachhinein, dass sie die Kindsbewegungen schon viel früher gespürt haben“, weiß der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Prof. Dr. med. Bühling. „Man sollte nämlich kein starkes Treten erwarten, sondern die ersten Kindsbewegungen werden am ehesten mit 'Blubberblasen' im Bauch beschrieben.“ Die Bewegungen in Ihrem Bauch können wenige Sekunden oder auch bis zu einer Stunde oder länger dauern –  Ungeborene haben – genau wie Neugeborene – ihren eigenen Schlafrythmus.

 

So spüren Sie Kindsbewegungen schneller

Schwangere Frau mit buntem Kleid liegt entspannt im Bett
Gönnen Sie sich Entspannung, um ins sich hineinzuhorchen und erste Kindsbewegungen besser wahrnehmen zu können © iStock/momcilog

Wer die ersten Regungen des Kindes auf keinen Fall verpassen möchte oder sich wegen scheinbarer Reglosigkeit Sorgen macht, sollte bewusst in sich hineinhorchen. Meditation, Entspannungsübungen oder Yoga können helfen. Sie können auch eine Spieluhr auf Ihren Bauch legen, um Ihr Baby zur Bewegungen anzuregen und dann in sich hinein horchen.

 

Ab wann muss ich mir Sorgen machen?

Doch was ist, wenn sich das Kind einfach nicht bemerkbar machen will? Als Faustregel unter Hebammen gilt, dass Ihr Ungeborenes sich etwa zehnmal am Tag bewegen sollte. Eine Veränderung der Häufigkeit der Kindsbewegungen kann auf mögliche Komplikationen deuten. Eine späte Fehlgeburt sei laut Bühling aber äußerst selten: „Um dies zu erkennen werden ja bei jeder Mutterschaftsvorsorge die Herztöne geprüft.“ Die meisten Aborte passieren in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen.

Im Zweifel fragen Sie Ihre Frauenärztin, wenn Sie sich wegen ausbleibender Kindsbewegungen Sorgen machen. „Ich kann aber jeder Schwangeren auf den Weg geben, dass in über 99% der Fälle die Kindsbewegungen nicht richtig gedeutet und deshalb nicht erkannt werden“, beruhigt Bühling Betroffene. Bedenken Sie außerdem, dass jedes Kind sich unterschiedlich häufig bewegt. So kann zum Beispiel das erste Kind sehr aktiv sein, während das zweite ein ruhigeres Temperament hat.

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