Kindersonnencreme: Darauf sollten Sie achten

Mittlerweile ist es eigentlich in allen Köpfen angekommen – Kinder sollten besonders vor der Sonne geschützt werden. Sonst drohen Hautschäden und schlimmstenfalls die Entwicklung von Hautkrebs. Welche Kindersonnencreme besonders geeignet ist und warum Sonne trotzdem wichtig ist, erfahren Sie hier.

Dessen aktive Form, die die Haut unter Sonneneinfluss produziert, ist wichtig für unsere Knochenstabilität. Vitamin D spielt darüber hinaus auch eine Rolle bei der Infektabwehr – das zeigt auch wieder eine aktuelle Studie aus den USA*.

Daher gilt: Auch Babys und Kleinkinder sollten in die Sonne, allerdings nicht in die pralle. Aber wie lange? Mit welchem Lichtschutzfaktor? Können für Babys dieselben Produkte verwendet werden, wie für ältere Kinder, oder braucht man spezielle Kindersonnencreme? Was hat es mit textilem Sonnenschutz auf sich? Zu welchen Uhrzeiten sollte die Sonne besser gemieden werden?

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Insbesondere kleine Kinder und Säuglinge mit ihrer dünneren und empfindlicheren Haut sollten gut geschützt werden und gehören aus ärztlicher Sicht definitiv nicht in die direkte Sonne. Bei schönem Wetter sollte unterwegs stets eine Kindersonnencreme aufgetragen werden, auch wenn Sie eigentlich nur mal kurz rauswollen. Wie oft entwickelt sich alles anders und plötzlich hat man ungeplant doch eine oder zwei Stunden im Freien verbracht?

 

Kinder-Sonnencreme: Der richtige Lichtschutzfaktor für Kinder und Säuglinge

Ich empfehle einen Lichtschutzfaktor (LSF) von 30-50: Alles andere schützt zu wenig. Und übrigens – auch mit einem LSF von 50 wird man braun – nur eben etwas langsamer und ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Zwischendurch, insbesondere wenn viel geschwitzt oder geschwommen wird, sollten Eltern daran denken, nachzucremen. Auch, wenn Kindersonnencreme oft als wasserfest deklariert ist, der Schutz ist nach dem Bad nicht mehr der gleiche – auch, weil man beim Abtrocknen immer zusätzlich etwas „abrubbelt“.

Wann immer Sie in der Sonne sind, denken Sie auch an eine ausreichende Trinkmenge!

Die folgende Trinkmengen-Abstufung orientiert sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung:

Ein- bis Vierjährige: 820 ml/Tag

Vier- bis Siebenjährige: 940 ml/Tag

Sieben- bis Zehnjährige: 970 ml/Tag

Zehn- bis Dreizehnjährige: 1170 ml/Tag

Dreizehn- bis Fünfzehnjährige: 1330 ml/Tag

Die üblichen, normalen Sonnencremes für ältere Kinder und Erwachsene sind für Babys nicht geeignet, da sie chemische Lichtschutzfilter enthalten. Aufgrund der erhöhten Permeabilität (Durchlässig- oder Aufnahmefähigkeit) der Babyhaut können diese Stoffe in den Körper eindringen und hormonähnlich wirksam werden. Im ersten Lebensjahr sollten Sie also nur spezielle Kindersonnencreme für Babys verwenden, die alle auf einem mineralischen oder auch physikalisch genanntem Lichtschutz beruhen. Diese Sonnencremes reflektieren das Licht und schützen so die Haut vor der Sonne. Leider sind sie kosmetisch und für helle Kleidung nicht besonders angenehm – sie machen die Haut weißlich und können gelbliche Flecken in der Kleidung hinterlassen, die schlecht wieder herausgehen.

Babys, Kinder und Sonnenschutz - welcher LSF ist bei Sonnencremes richtig? Kinderärztin Hess berät
Kinderhaut ist durchlässiger als die von Erwachsenen und braucht spezielle Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30-50. Häufiges Nachcremen und textiler Sonnenschutz schützen zusätzlich vor Sonnenbrand und Hautkrebs© Fotolia

Abgesehen vom Hautschutz durch Sonnencremes sollten Sie auch auf textilen Sonnenschutz achten. Kinder sollten immer einen Hut oder ähnliches tragen, ganz besonders dann, wenn sie noch eine offene Fontanelle (die Knochenlücke der Babys auf dem Kopf) haben. Solange sind sie gefährdeter, einen Sonnenstich zu erleiden, da der zusätzliche Schutz durch den Schädelknochen an der Stelle fehlt. Auch spezielle UV-Kleidung, die zugegebenermaßen nicht immer günstig ist, ist sinnvoll, insbesondere wenn die Kinder am Strand spielen. Hat man diese Kleidung nicht zur Hand, kann auch Papas T-Shirt angezogen werden und schützt Ihr Kind zusätzlich. Allerdings ist hier nicht die Farbe entscheidend (dunklere Shirts schützen nicht besser als helle), sondern die Webart. Je dichter der Stoff gewebt ist, desto besser hält er schädliche UV-Strahlung ab. In der Zeit zwischen 11-16 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am höchsten. Dann sollten Sie und Ihr Kind sich möglichst nicht in der prallen Sonne aufhalten.

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