Kinderlähmung (Polio): Welche Symptome treten auf?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Kinderlähmung beginnt oft mit unspezifischen Symptomen wie einer Magen-Darm-Grippe oder Muskelschmerzen. Befallen die Zellen dann allerdings das zentrale Nervensystem, treten weitere Symptome auf: Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe sowie Lähmungen einzelner Muskeln.

 

Bei einer Kinderlähmung können Symptome ausbleiben

Bei mehr als 90 Prozent aller an einer Kinderlähmung (Polio) erkrankten Menschen treten keinerlei Symptome auf. In allen anderen Fällen kommt es zunächst zu einer sogenannten abortiven Poliomyelitis. Bei dieser treten unspezifische Symptome wie die einer Magen-Darm-Grippe mit Fieber, Übelkeit, Durchfall, Magen-, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen auf.

Befällt das Polio-Virus im weiteren Krankheitsverlauf auch Zellen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), kommt es entweder – in 1 bis 2 Prozent der Fälle – zu einer nichtparalytischen oder – in 0,1 bis 1 Prozent der Fälle – zu einer paralytischen Poliomyelitis. Bei der nichtparalytischen Kinderlähmung, die auch als aseptische Meningitis bezeichnet wird, treten nach etwa drei bis sieben Tagen hohes Fieber, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe auf.

Erkrankte mit einer paralytischen Poliomyelitis zeigen zunächst ebenfalls Symptome wie schwere Rücken-, Nacken- und Muskelschmerzen. Diese Symptome bessern sich in den meisten Fällen zunächst, bis nach einigen Tagen das Fieber stark ansteigt und Lähmungen einzelner Muskeln auftreten. Am häufigsten sind davon die Beinmuskeln, aber auch Arm-, Bauch-, Brustkorb- oder Augenmuskeln betroffen. Selten kommt es bei dieser Form der Kinderlähmung zu Symptomen wie Sprach-, Kau- oder Schluckstörungen. Auch eine Herzmuskelentzündung mit einer späteren Herzschwäche ist möglich. Bei einem besonders schweren Verlauf der Kinderlähmung, zu dem es bei etwa 5 von 10.000 Erkrankten kommt, ist schließlich auch die Atemmuskulatur von der Lähmung betroffen, was unbehandelt zum Tod führt.

Übelkeit als Zeichen für Kinderlähmung
Erste Symptome einer Kinderlähmung können Übelkeit, Fieber und Muskelschmerzen sein© Fotolia
 

Kinderlähmung kann Spätfolgen haben

Bis zu zwei Jahre nach einer Polio-Infektion kann es vorkommen, dass sich die Symptome wie die Lähmungen bei einer Kinderlähmung spontan wieder zurückbilden. Sind die Hirnnerven allerdings betroffen, ist die Heilungschance geringer. Bei etwa einem Viertel der Erkrankten mit Lähmungen bleiben leichte Schäden zurück, bei weiteren 25 Prozent schwere Schäden. Zusätzlich zu den Lähmungen kann es zu Gelenkfehlstellungen, unterschiedlichen Bein- und Armlängen, Wirbelsäulen-Verschiebungen sowie zu einer Osteoporose (Knochenschwund) kommen.

Eine besondere Form der Spätfolgen der Kinderlähmung ist das Postpolio-Syndrom. Bei diesem kann es Jahre oder Jahrzehnte nach der Erkrankung noch zu einer Zunahme der Lähmungen und des Muskelschwunds kommen. Begleitend dazu treten häufig Schmerzen und Erschöpfungszustände auf.

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