Kinder machen Mütter jünger

Kinder können ihren Müttern zwar den letzten Nerv rauben – für die Zellen sind sie jedoch ein Jungbrunnen. Erfahren Sie hier, was es mit dem verjüngenden Effekt von Kindern auf sich hat.

Je mehr Kinder eine Frau hat, desto langsamer altert sie. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt kanadische Forscher, die die Zellen von Müttern untersucht haben. Dabei konnten sie einen Zusammenhang der Ausprägung verschiedener Altersmarker und der Anzahl ihrer Kinder feststellen. Im Journal „Plos“ erklären Pablo Nepomnaschy und seine Kollegin Cindy Barha, welche Zell-Bestandteile eine vorzeitige Alterung verhindern.

 

Mütter haben veränderte Chromosomen

Für die Studie untersuchten die Forscher im Abstand von 13 Jahren die Speichelproben und Abstriche der Mundschleimhaut von 75 Müttern. Im Fokus der Analyse standen die sogenannten Telomere  – Struktureinheiten der DNA, die das Ende der Erbgutfäden darstellen, den Chromosomen. Ihre Länge gibt Auskunft über den Zellstoffwechsel und damit über das Altern. Je kürzer sie sind, desto weniger Schutz können sie den Chromosomen bieten. Kurze Telomere stehen daher allgemein für ein höheres Alter der Zellen. In ihrer aktuellen Studie stellten kanadische Forscher fest, dass jedes weitere Kind mit einer Verlängerung der Telomere verbunden ist. Das heißt: Mehr Kinder verlangsamen die Zellalterung.

Verantwortlich für die Länge der Telomere machen die Wissenschaftler die erhöhte Hormonkonzentration während der Schwangerschaft. Denn das Hormon Östrogen wirkt zellschützend und bewahrt die Telomere davor, kürzer zu werden.

Und noch ein weiterer Faktor scheint eine Rolle zu spielen: Mütter von Großfamilien erhalten mehr Fürsorge und Unterstützung als Mütter weniger Kinder. Das könnte ebenfalls ein Grund dafür sein, dass die Zellen der Mütter langsamer altern.

Hamburg, 11. Januar 2016

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