Kinder-Leukämie: Sind manipulierte „Jäger-Zellen“ die neue Hoffnung gegen Krebs?

Bei neun von zehn Kindern, die an besonders aggressiven Leukämie-Formen leiden, zeigt eine neue T-Zellentherapie Wirkung
Bei neun von zehn Kindern, die an besonders aggressiven Leukämie-Formen leiden, zeigt eine neue T-Zellentherapie Wirkung © Fotolia

Mediziner haben in einer aktuellen Studie ein neuartiges Verfahren vorgestellt, das große Erfolge bei der Behandlung der sogenannten akuten lymphatischen Leukämie (ALL) bei Kindern gezeigt hat. ALL ist die häufigste und eine der aggressivsten Krebsarten, die überwiegend bei Kindern auftritt.

Für die Pilotstudie der University of Pennsylvania wurden 39 Kinder mit einer sogenannten „Hochrisiko-ALL“ – herkömmliche Behandlungsmethoden zeigen hier keine Wirkung – einer speziellen Zelltherapie unterzogen.

Den jungen Probanden wurden genmanipulierte T-Zellen (CTL019 Zellen) verabreicht, die jeweils auf ihre Empfänger genetisch personalisiert worden waren – also von keinem anderen Körper angenommen werden können.

 

Jäger-Zellen auf den Krebs loslassen

Durch diese sogenannten „Jäger-Zellen“ sei das Immunsystem der Kinder völlig neu programmiert worden, erklären die Forscher. Die verabreichten Zellen wurden so manipuliert, dass sie nur auf B-Lymphozyten reagieren. Diese – für die Bildung von Antikörpern verantwortlichen – B-Zellen gelten als Auslöser für bestimmte Leukämieformen (wie z.B. ALL) und sollen von den speziell abgerichteten „Jäger-Zellen“ zerstört werden.

Ein besonderer Vorteil des neuen Verfahrens ist nach Aussagen der Forscher, dass sich die genetisch veränderten CTL019-Krebs-Jäger im Körper der kleinen Patienten ganz normal vermehren und auch nach der Erstbehandlung – als Teil des körpereigenen Abwehrsystems – im Blutkreislauf erhalten bleiben. Dadurch eignet sich diese personalisierte T-Zellentherapie nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Vorbeugung von ALL.

 

Die Therapie zeigt Wirkung

Die nun veröffentlichten Daten der Studie zeigen, dass rund 36 Kinder (92 Prozent) auf die T-Zellentherapie mit „einer vollständigen Immunantwort“ reagierten – was bedeutet, dass sie einen Monat nach der Behandlung aus medizinischer Sicht krebsfrei waren. Bei zehn von 36 Kindern brach die ALL allerdings nach einigen Monaten erneut aus. Die verbliebenen Studienteilnehmer leben seit der Behandlung mit den T-Zellen ohne Leukämie-Rückfall.

Hamburg, 11. Dezember 2014

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