Keuchhusten: Impfschutz mit 50plus

Im Alter reagiert das Immunsystem schwächer
Mit zunehmendem Alter reagiert das Immunsystem immer schwächer. Experten raten daher ab 50 zu Schutzimpfungen zum Beispiel gegen Keuchhusten © Fotolia

Besonders ab der Lebensmitte sind Impfungen ein wichtiger Schutz vor Krankheiten wie Keuchhusten, Grippe oder Hepatitis. PraxisVITAL erklärt, welcher Schutz ab 50 empfehlenswert ist.

Es sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 8.000 bis 12.000 Menschen an den Folgen einer Lungenentzündung – besonders häufig sind Menschen über 60 und chronisch Kranke betroffen. Denn mit zunehmendem Alter reagiert unser Immunsystem langsamer und merkbar schwächer – es benötigt Unterstützung durch eine Reihe von Impfungen. Und anders als Antibiotika wirken Impfstoffe gegen Bakterien und Viren. Der Körper lernt so, wie er gegen Erreger vorgehen muss. Wurde eine Grundimmunisierung gemacht, bilden sich Gedächtniszellen. Die alle 10 Jahre empfohlenen Impfungen frischen diese Erinnerung wieder auf – bei Keuchhusten reicht nur eine Impfung.

 

1. Impfung gegen Keuchhusten

Gegen Keuchhusten (Pertussis) schützt einmalig eine Spritze – die Kosten dafür werden von der Krankenkasse übernommen. Pertussis wird von Bakterien ausgelöst. Wird bei Keuchhusten nicht gleich zu Beginn ein Antibiotikum genommen, ist es wirkungslos und eine Heilung dauert Wochen. Medikamente beugen dann nur noch einer Übertragung des Erregers vor. Die typischen starken Hustenanfälle führen oft zum Erbrechen. Bei etwa einem Viertel der erkrankten Erwachsenen kommt es sogar zu Komplikationen wie Rippenbrüchen durch das heftige Husten. Weil Kleinkinder häufig von Eltern oder Großeltern angesteckt werden, empfiehlt unsere Expertin eine Impfung für alle Erwachsenen.

 

2. Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken)

Pneumokokken sind Bakterien, die etwa 70 bis 80 Prozent aller Lungenentzündungen auslösen. Für Ältere und immunschwache Menschen sowie für Herzpatienten ist eine solche Infektion schnell lebensbedrohlich, weil viele Antibiotika mittlerweile gegen Pneumokokken wirkungslos sind. So können sie sich ungehindert im Körper ausbreiten. Eine einzige Impfung schützt ein Leben lang. Denn anders als Antibiotika wirken Impfstoffe bei Viren und Bakterien. „Auffrisch-Impfungen werden nur bestimmten Patienten zum Beispiel mit Immunschwäche empfohlen, wie Menschen ohne Milz. Denn dieses Organ ist für die Abwehr sehr wichtig“, erklärt Dr. Sigrid Ley-Kollstädt. Die Kasse trägt die Kosten.

 

3. Impfung gegen Grippe (Influenza)

Weil sich das Grippe-Virus von Jahr zu Jahr verändert, ist es besonders tückisch. Oft schützt uns eine überstandene Krankheit vor Neuansteckung, doch dieses wandelbare Virus verhindert den Lerneffekt der Abwehr. Darum ist jede Neuansteckung eine Herausforderung. Die Impf-Expertin rät deshalb, sich spätestens ab 60 jährlich im Herbst impfen zu lassen. Die Wirkstoffe werden regelmäßig angepasst und bieten so größtmöglichen Schutz vor der Infektion. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

 

4. Impfung gegen Hepatitis

Hepatitis ist eine Leberentzündung, die durch Viren ausgelöst wird. Hepatitis B kann chronisch werden und zu Leberversagen führen. Hepatitis A wird durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Wer häufig ins Ausland reist, sollte sich über die Hepatitis-Impfungen informieren. Die meisten Kassen zahlen.

 

5. Impfung gegen Zecken (FSME)

Zeckenbisse können den FSME-Virus übertragen. Dieser kann eine Gehirnhautentzündung auslösen, die zu Lähmungen und im schlimmsten Fall zum Tod führt. Die Kasse übernimmt die Impfkosten für Bewohner und Urlauber in Risikogebieten wie Bayern. Ihr Arzt hat eine aktuelle Risiko-Karte.

 

6.-7. Impfung gegen Diphtherie und Tetanus

Alle zehn Jahre ist die Impfung für Diphtherie und Tetanus fällig – geimpft wird ein Kombi-Präparat.

Diphtherie wird durch Bakterien ausgelöst, die weltweit verbreitet sind. Der Erreger befällt Haut und Schleimhäute – und kann sich im ganzen Körper verbreiten. Es bilden sich Beläge in Nase, Mund und Rachen, die das Atmen erschweren und zum Ersticken führen können. Zudem produzieren die Keime ein Gift, das zu schweren Organschäden wie Nierenversagen führt. „Nur eine vorbeugende Impfung schützt davor, denn gegen die Giftwirkung sind auch Antibiotika machtlos“, weiß Dr. Ley-Kollstädt.

Wundstarrkrampf wird durch Bakterien verursacht, die im Boden oder in Tierkot vorkommen. Diese gelangen durch offene Wunden wie kleine Schnitte an den Händen z. B. bei der Gartenarbeit in den Körper. Erste Anzeichen sind Kopf- und Muskelschmerzen. Schnell stellen sich dann die typischen Tetanus-Symptome ein: heftige Krämpfe und Lähmungen, die auch die Atemmuskulatur befallen können. Es droht dann der Erstickungstod. Die Expertin rät dringend zu dieser Impfung, weil Medikamente nach Ausbruch der Krankheit nahezu wirkungslos sind.

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