Kein Lockdown-Ende: Merkel warnt vor „harten Wochen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt vor weiteren Corona-Herausforderungen und spricht von acht bis zehn „sehr harten Wochen“. Ein baldiges Ende des Lockdowns scheint so immer unwahrscheinlicher. Rutscht Deutschland in den Dauer-Lockdown? Das sagen die Experten!

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Ein baldiges Lockdown-Ende am 31. Januar rückt angesichts der aktuellen Corona-Entwicklungen immer mehr in weite Ferne. Das lässt sich auch aus den Worten der Kanzlerin entnehmen, die laut Medieninformationen bei einer Sitzung der AG Sicherheit der Unions-Bundestagsfraktion erklärte, Deutschland stünde vor acht bis zehn sehr harte Wochen. Bezogen sei diese Aussage auf die nun auch in Deutschland grassierende Coronavirus-Mutation B117, die eine verheerende Auswirkung auf die Verbreitung des Coronavirus haben könnte. Die Entwicklung in Irland habe gezeigt, wie schnell sich das mutierte Virus ausbreiten könne. Die Infektionszahlen haben sich dort innerhalb kürzester Zeit verdoppelt, berichtet der Spiegel.

Zukünftige Maßnahmen in Deutschland hängen laut Merkel sehr stark davon ab, wie sich die Ausbreitung der neuen Virus-Mutante entwickle.

Angela Merkel: Lockdown-Ende nicht vor Ostern?

Dass aber der Lockdown wie zunächst beschlossen am 31. Januar endet, ist sehr unwahrscheinlich. Zwar habe entgegen Berichten der „Bild“-Zeitung, Merkel keine härteren Maßnahmen für noch mindestens acht bis zehn Wochen gefordert, allerdings kündigte sie „sehr harte Zeiten“ an. Und damit steht sie nicht alleine.

Virologe Alexander Kekulé: Lockdown bis Juni oder Juli

So kritisierte Virologe und Epidemologe Prof. Alexander Kekulé nicht zum ersten Mal die mangelnden Schutzmaßnamen in Pflege- und Senioren-Einrichtungen und das kategorische Festhalten an Inzidenz-Zahlen, ohne ein wirksames Konzept. „Wenn der Inzidenzwert wirklich von derzeit 167 auf 25 oder niedriger gebracht werden solle, wird der Lockdown bis Juni oder Juli andauern müssen“, so Kekulé in der Talk-Show „Hart aber Fair“.

Lockdown-Ende erst im Juli? Auch Lisa Federle, Notfallmedizinerin und Impfärztin aus Tübingen, sieht eine Entspannung der Infektionslage eher „Ende Mai oder Juni“, wie sie gegenüber der „Bild“-Zeitung berichtet.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt bereits vor 3. Welle

Ganz so dramatisch sehen es nicht alle Experten, jedoch sind die Prognosen weitestgehend düster. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnt derweil vor einer dritten Welle: „Wenn wir die Nerven verlieren und zu früh aus dem Lockdown gehen, könnte das zu einer dritten Welle, dann mit dem mutierten Virus, führen“, so Lauterbach gegenüber den Medien.

Die Virologen Hendrick Streeck und Christian Drosten haben bereits frühzeitig vor schweren Wochen in der ersten Jahreshälfte gewarnt. Dem schließt sich nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Nicht nur die hohen Infektionszahlen, sondern vor allem auch die drohende Gefahr, die von der noch ansteckenderen Virus-Mutation B117 ausgeht, lassen vermuten, dass ein schnelles Ende des Lockdowns wohl vorerst nicht in Sicht ist.