Keime in gezapftem Bier

Frisch gezapftes Bier
Ein frisch gezapftes Bier sieht lecker aus – so lange man nicht weiß, was drinsteckt © Fotolia

Gezapftes Bier hat im Sommer Hochsaison. Jetzt zeigt eine Untersuchung, warum es vielleicht besser wäre, auf Flaschenbier umzusteigen.

Für viele gehört es zu einem netten Sommerabend: Ein kühles Bier. Besonders an heißen Tagen schwören viele auf die frisch gezapfte Variante – oft wäre aber das Flaschenbier die bessere Wahl. Das zeigt eine Untersuchung des Hessischen Landeslabors.

Die Lebensmittelkontrolleure haben 87 Proben aus Gaststätten mikrobiologisch untersucht. Das beunruhigende Fazit: Fast die Hälfte (42,5 Prozent) war mit sogenannten coliformen Keimen belastet.

 

Keimbelastung durch falsche Reinigung

„Kommen coliforme Keime in gezapften Getränken vor, ist das ein Hinweis auf Hygienemängel“, sagt der Direktor des Hessischen Landeslabors, Prof. Dr. Hubertus Brunn. „Dazu zählen falsche Handhabung der Geräte, unzureichende Reinigung und Desinfektion sowie fehlende oder ungenügende Wartung der Anlagen.“

 

Fäkalkeime im Bier

In zwei Proben fanden die Wissenschaftler sogar Escheria coli Bakterien. Ein Zeichen für eine „fäkale Verunreinigung“, so Brunn. Er fügt aber an: „Gesundheitlich bedenklich sind die Befunde nicht, da bei der optimalen Biertrinktemperatur von vier bis sieben Grad Celsius die Keimvermehrung durch die Kälte, den enthaltenen Alkohol, die Kohlensäure sowie die Hopfenbitterstoffe weitgehend verhindert wird.“

Trotzdem: Die sicherste Möglichkeit ist, auf Flaschenbier umzusteigen. Denn auch eine zweite Prüfung der auffälligen Betriebe zeigte nur eine leichte Verbesserung. Hinzu kommt: Für einen gesunden Menschen sind die Keime vielleicht kein Problem, ist das Immunsystem allerdings geschwächt, dann sieht es schon anders aus. Es drohen Durchfall und Erbrechen.

Hamburg, 29. Juli 2015

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