Katzenyoga: Neuer Trend aus den USA

Joana Schmidt
Katzenyoga
Die Welt liebt Katzenvideos, überall sprießen Katzencafés aus dem Boden – da ist ein Yogakurs mit Katzen nur naheliegend © Fotolia

Es war nur eine Frage der Zeit. 2016 gab es die verrücktesten Yogatrends wie Acro-Yoga, Unterwasser-Yoga, Detox-Yoga oder Nackt-Yoga. Jetzt hatten Angestellte eines amerikanischen Tierheims eine außergewöhnliche Idee. Warum nicht Yogastunden mit Katzen anbieten?

Die Auffangstation für Katzen namens „Good Mews“ in Marietta, einem Vorort von Atlanta, vermittelt normalerweise herrenlose Katzen an liebevolle, neue Besitzer. Eine Mitarbeiterin ist ausgebildete Yogalehrerin und hatte die Idee, die Tiere in Yogakurse zu integrieren. Ein voller Erfolg: Das Angebot ist jedes Mal ausgebucht, gleich nachdem sie die neuen Termine online gestellt hat.

 

Heilsame Haustiere

Das ist kein Wunder, denn die Teilnehmer spüren die beruhigende Wirkung der Katzen. Psychologin Dr. Anja Beetz erklärt, warum sie uns glücklich machen: „Das Interesse an Natur und Tieren ist den Menschen angeboren. Da wir heutzutage aber immer weniger Kontakt zur Natur haben, suchen und finden wir ihn bei den Tieren. Das hat einen beruhigenden Effekt“, sagt sie.

Katzen lassen uns innehalten. Das ist ein angenehmer Ausgleich in unserem schnelllebigen Alltag. Tierpsychologin Birgit Rödder vergleicht das Verhältnis zwischen Mensch und Tier mit einer Eltern-Kind-Beziehung. Es gehe darum, sich zu kümmern und Aufmerksamkeit zu schenken. Auch eine Katze zu streicheln oder sich mit ihr die Yogamatte zu teilen, befriedigt das menschliche Grundbedürfnis, für jemanden da zu sein.

Studien zeigen, dass Menschen mit Katzen Krisen leichter bewältigen und die Vierbeiner auch bei der Überwindung von Ängsten und Depressionen helfen können. Durch ihre Anwesenheit vermitteln sie Trost, man fühlt sich nicht alleingelassen. Auch Körperkontakt spielt dabei eine Rolle. Er ist in unserer Gesellschaft reglementiert, meist beschränkt er sich auf Familie oder Freunde. Für Katzen gehört er zum ganz normalen Alltag – was auch uns Menschen gut tut. Denn wir schütten dabei das Happy-Hormon Oxytocin aus.

 

Mehrwert für die Tiere

Auch für die Katzen ist die gemeinsame Yogastunde eine positive Erfahrung. Sie sind sehr neugierig und freuen sich über eine neue Beschäftigung. Zudem genießen sie die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Teilnehmer. Die Leiterin des amerikanischen Tierheims findet die Idee aus einem weiterem Grund sehr gut: Der Yogakurs bietet eine zusätzliche Gelegenheit, bei der Mensch und Tier sich kennenlernen können. Er erhöht also die Chancen, dass eine der Katzen ein neues Zuhause findet.

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