Katzenallergie – Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden

Mona Trautmann
Frau kuschelt mit grau getigerter Katze
Katzen zählen zu den beliebtesten Haustieren – in Deutschland leben knapp 13 Millionen Hauskatzen. Doch bei einer Katzenallergie sorgt der Vierbeiner oft für starke Beschwerden © iStock/vladans
Inhalt
  1. Die Ursachen für eine Katzenallergie sind nicht die Haare
  2. Das sind die Symptome einer Katzenallergie
  3. Allergie? – Methoden zur Diagnose 
  4. Was tun bei Katzenallergie?
  5. Was, wenn ich meine Katze trotz Allergie behalten will?
  6. Hyposensibilisierung bei Katzenallergie

Etwa 13 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Für manche Katzenhalter wird das eigene Haustier zum Auslöser starker Beschwerden – und die Katzenallergie betrifft sogar Menschen, die gar keine Katze besitzen. PraxisVITA erklärt, woher die Allergie kommt, welche Symptome sie auslöst und welche Behandlungsmethoden es gibt.

 

Die Ursachen für eine Katzenallergie sind nicht die Haare

Bei einer Katzenallergie handelt sich um eine Überreaktion des menschlichen Immunsystems auf Eiweiße, die von Katzen produziert und in die Umwelt abgegeben werden. Ärzte unterscheiden die Allergene Fel d-1 bis Fel d-7. Bei Fel d-1 handelt es sich um das Hauptallergen, auf das die meisten Allergiker reagieren. Abgeleitet wird der Begriff vom lateinischen Wort Felis domesticus – Hauskatze. Doch Allergiker reagieren auch auf die Eiweiße von Großkatzen wie Löwen und Tigern, da sie dieselben Allergene verbreiten wie Hauskatzen. Beschwerden können deshalb auch im Tierpark oder im Zirkus auftreten.

Die Allergene von Katzen kommen vor in:
•    Hautschuppen
•    Kot
•    Speichel
•    Talg
•    Tränenflüssigkeit
•    Urin

Wenn sich eine Katze putzt, überträgt sie Allergene aus dem Speichel auf ihr Fell. Die herumfliegenden Haare verteilen das Allergen dann durch die gesamte Wohnung. Deshalb wird die Allergie oft als Katzenhaarallergie bezeichnet, obwohl nicht die Haare selbst, sondern die daran haftenden Eiweiße die Beschwerden auslösen. Die Allergene haben gute Schwebeeigenschaften und setzen sich an Möbeln und Textilien fest. Sie sind auch noch drei Jahre, nachdem eine Katze in einer Wohnung war, nachzuweisen.

 

Das sind die Symptome einer Katzenallergie

Blonde Frau putzt sich die Nase
Eine Katzenallergie sorgt oft für Niesreiz und tränende Augen © iStock/PeopleImages

Zu den typischen Symptomen einer Katzenallergie gehören:
•    Augenjucken
•    Halskratzen
•    Hautausschlag mit Juckreiz
•    Husten
•    Luftnot
•    Niesreiz

Die Beschwerden können bei empfindlichen Personen auch dann auftreten, wenn keine Katze im Raum ist. Der Grund: Über die Kleidung von Katzenbesitzern gelangen die Allergene zum Beispiel auf den Sitz im Bus oder Kino. 

Kinder mit Katzenallergie sollten in der Schule möglichst nicht neben Schulkameraden sitzen, die zu Hause eine Katze halten, um den Kontakt mit Allergen zu vermeiden. 
Je nach Ausprägung der Allergie treten sogar Symptome auf, wenn die Nachbarskatze durch den Hausflur gelaufen ist. Eine Katzenallergie kann zudem auch zu Beschwerden bei Kontakt mit Hunden führen, da sich die Grundstrukturen der Eiweiße beider Tiere ähneln. Umgekehrt bekommen einige Hundeallergiker auch beim Kontakt mit Katzen Allergiesymptome.

 

Allergie? – Methoden zur Diagnose 

Wenn Sie diese Allergiesymptome bei sich feststellen, sollten Sie einen Termin bei einem Allergologen (Facharzt für Allergien) machen. Er wird Sie zu Ihrer Krankengeschichte befragen, um herauszufinden, in welchen Situationen welche Beschwerden auftreten. Führen Sie am besten ein Allergietagebuch, in dem Sie Symptome vermerken. Notieren Sie auch, an welchem Ort Sie sich befinden, wenn die Beschwerden auftreten. Vermutet der Arzt eine Katzenallergie, wird er einen Allergietest machen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1.    Der Pricktest: Dabei gibt der Arzt Allergene auf die Haut am Unterarm des Patienten. Anschließend kratzt er mit einer Pricknadel leicht die oberste Hautschicht an. Bei einem Allergiker reagiert die Haut auf das Allergen mit Rötungen und Schwellungen innerhalb der nächsten Viertelstunde.
2.    Die Blutuntersuchung: Meist führt der Allergologe den sogenannten Enzym-Allergo-Sorbent-Test durch, nachdem der Pricktest eine Allergie vermuten lässt. Dazu wird Blut abgenommen und im Labor auf Antikörper getestet.
3.    Der Provokationstest: Bei dieser Methode gibt der Arzt das vermutete Allergen direkt auf die Nasenschleimhaut des Patienten, um eine mögliche allergische Reaktion auszulösen. Heutzutage wird der Test nur noch selten und ausschließlich unter strenger Beobachtung durchgeführt, da die Schwere der allergischen Reaktionen nicht absehbar ist.

 

Was tun bei Katzenallergie?

Frau hat schwarz weiße Katze auf dem Arm
Auch wenn es wahrscheinlich sehr schwer fällt, sollten Allergiker den Kontakt zu Katzen weitestgehend vermeiden © iStock/Olezzo

Zur Behandlung der Beschwerden einer Tierhaarallergie ist eine Medikamenteneinnahme möglich, die sich nach den Beschwerden richtet: Gegen Hautirritationen wirken Salben, zum Beispiel mit Aloe Vera. Sprays und Lösungen zum Inhalieren helfen gegen eine verstopfte Nase. Auch die Einnahme von Antihistaminika in Form von Tabletten oder Nasenspray ist eine Methode, um die Beschwerden zu lindern. Ihr Allergologe berät Sie zur geeigneten Therapie.

All diese Methoden behandeln allerdings nur die Symptome und nicht die Ursache – denn heilbar ist die Allergie bisher nicht. Wie bei jeder Allergie, steht auch bei der Behandlung einer Katzenhaarallergie die Vermeidung des Allergens im Vordergrund. In diesem Fall ist das die Katze. Wer also eine Katze besitzt und gegen sie allergisch ist, sollte sein Tier wohl oder übel abgeben – unbehandelt kann eine Katzenallergie sich verstärken und zu Asthma bronchiale führen. Wer sich dazu entschieden hat, die Katze in andere Hände zu geben, muss anschließend die Wohnung reinigen, um Allergene zu entfernen. Sie haften insbesondere an Textilien wie Sofas, Teppichen und Vorhängen. 

 

Was, wenn ich meine Katze trotz Allergie behalten will?

Angorakatze sitzt am geöffneten Fenster
Wer seine Katze trotz Allergiesymptome behält, sollte die Allergenkonzentration möglichst niedrig halten – zum Beispiel durch häufiges Lüften © iStock/ichywong

Viele Katzenbesitzer möchten ihr geliebtes Haustier nicht abgeben, obwohl sie unter Allergiebeschwerden leiden. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihren Symptomen gut leben zu können, gibt es die Möglichkeit, die Allergenkonzentration so gering wie möglich zu halten. Das erreichen Sie durch:

•    einen katzenfreien Schlafbereich
•    häufiges Lüften (mindestens dreimal täglich stoßlüften)
•    Händewaschen nach Kontakt mit der Katze
•    tägliches Reinigen aller Oberflächen, auf denen Haare haften (Insbesondere Polstermöbel)
•    wenn möglich tägliches Staubsaugen

Bedenken Sie aber, dass die Allergie sich verschlimmern kann, wenn das Allergen nicht gemieden wird.

 

Hyposensibilisierung bei Katzenallergie

Eine weitere Behandlungsmethode ist die Hyposensibilisierung (Allergie-Impfung), die auch als Desensibilisierung bezeichnet wird. Über einen Zeitraum von drei Jahren spritzt der Arzt dem Patienten das Allergen in ansteigender Dosis. Das Immunsystem gewöhnt sich so an den allergieauslösenden Stoff und reagiert weniger stark darauf – die Symptome nehmen ab. Viele Allergologen betonen, dass die Therapie nur dann wirksam ist, wenn sich im gesamten Behandlungsverlauf keine Katze im Haushalt befindet.
Der Allergologe kann Ihnen sagen, ob eine solche Therapie für Sie in Frage kommt.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.