Katzenallergie: Symptome und mögliche Behandlung

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Eine Katzenallergie kann sich durch vielfältige Symptome zeigen. Als Behandlung steht aktuell eine Desensibilisierung zur Verfügung, die jedoch nicht immer wirkt. Forscher testen einen neuen Ansatz: Sie wollen durch eine Impfung die Zahl der Allergene bei der Katze verringern.

Katze leckt sich Vorderpfote
Die Katzenallergie ist die häufigste Tierallergie Foto:  iStock/jinjo0222988
Inhalt
  1. Handelt es sich um eine Katzenallergie oder eine Katzenhaarallergie?
  2. Was sind bei einer Katzenallergie die typischen Symptome?
  3. Wie lässt sich eine Katzenallergie behandeln?

Wie viele Menschen von einer Katzenallergie betroffen sind, ist nicht bekannt. Fest steht nur: Unter den Tierallergien ist sie häufigste. Auch die individuelle Belastung ist für die Patienten meistens höher, weil sich die auslösenden Stoffe leichter verbreiten, als es beispielsweise bei einer Hundeallergie der Fall ist.

 

Handelt es sich um eine Katzenallergie oder eine Katzenhaarallergie?

Bei einer Allergie stuft das menschliche Immunsystem einen harmlosen Stoff als einen gefährlichen Erreger ein. Dieser Auslöser, Allergen genannt, wird bekämpft, was zu zahlreichen Beschwerden führen kann. Bei Katzen gibt es verschiedene Eiweiße, die zu einer Reaktion führen können. Das wichtigste Allergen wird als Fel d 1 bezeichnet. Es kommt in erster Linie im Speichel und in der Tränenflüssigkeit der Tiere vor. Bei der ausgiebigen Fellpflege verteilen Katzen das Allergen jedoch über den ganzen Körper, sodass es an den Haaren klebt und sich mit ihnen in den Räumen verteilt. Es handelt sich also um eine Katzenallergie und nicht um eine Katzenhaarallergie. Dennoch sind die Haare wichtige Träger für die Allergene. Besonders problematisch ist dabei, dass die Katzen-Allergene sehr leicht sind und regelrecht durch die Luft schweben. Deswegen verbreiten sie sich intensiver als zum Beispiel die schwereren Hunde-Allergene.

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Was sind bei einer Katzenallergie die typischen Symptome?

Die Symptome einer Katzenallergie können einzeln auftreten oder in Kombination. Das sind die häufigsten Beschwerden:

  • Juckreiz in der Nase, Niesen, allergischer Schnupfen
  • gerötete, tränende, juckende Augen
  • Kratzen im Hals, Husten, Asthma und Atemnot
  • Juckreiz der Haut, Rötungen, Quaddeln, Ekzeme

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Bei einer Katzenallergie ist die Haut vor allem dann betroffen, wenn sie direkten Kontakt mit dem Fell des Tieres hat. Es stehen verschiedene Allergietests zur Verfügung, um eine Katzenallergie zu bestätigen.

 

Wie lässt sich eine Katzenallergie behandeln?

Was tun bei einer Katzenallergie? Das fragen sich nicht nur Katzenbesitzer, sondern auch Menschen, die immer wieder mit den Allergenen konfrontiert werden, weil sie beispielsweise beruflich in Haushalten von Tierbesitzern unterwegs sind. Für kurzfristigen Kontakt gibt es wirksame Mittel gegen die Katzenallergie. Als Antiallergika stehen Antihistaminika und Glucocorticoide zur Verfügung. Sie schwächen Symptome ab oder unterdrücken sie ganz.

 

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Zudem lässt sich eine Katzenallergie über eine Desensibilisierung, auch Hyposensibilisierung genannt, behandeln. Dafür spritzt der Arzt (Allergologe) in regelmäßigen Abständen eine Lösung mit einer abgewandelten Form des Allergens unter die Haut. Die Therapie erfolgt in der Regel über mehrere Jahre, bis das Immunsystem sich, vereinfacht gesagt, an das Allergen gewöhnt hat und keine belastenden Symptome mehr auftreten.

Ein ganz neuer Ansatz befindet sich in der Erforschung: Wissenschaftler haben Katzen einen Impfstoff gespritzt, der nachweislich dazu geführt hat, dass die Katzen weniger Allergene Fel d 1 abgaben. An diesem Prinzip wollen sie weiterarbeiten. Das könnte dazu führen, dass Menschen mit einer Katzenallergie eine geimpfte Katze halten könne, ohne dass es zu Beschwerden kommt.

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Quellen:

Tierhaarallergie, in: Deutscher Allergie- und Asthmabund

Tierhaarallergie - Was ist das?, in: Helmholtz Zentrum München

Katzenimpfung gegen Katzenallergie, in: HelmholtzZentrum München

Katzenallergie, in: Deutsche Haut- und Allergiehilfe

Tierallergie, in: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

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