Katzen für Allergiker: Diese 9 Rassen sind allergiefreundlich

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Katzen für Allergiker produzieren weniger Allergene oder haaren kaum. Welche Rassen diese Eigenschaften haben? Wir verraten es Ihnen! 

Eine Frau sitzt vor ihrer Katze und lächelt sie an
Es gibt einige Katzenrassen, die sich für Allergiker eignen, weil sie kaum haaren oder wenig Allergene aussondern Foto:  istock_LSOphoto
Inhalt
  1. Gibt es hypoallergene Katzen?
  2. Gibt es Katzen, die für Allergiker besser geeignet sind als andere?
  3. Welche Katzenrassen sind für Allergiker empfehlenswert?

Es gibt Katzen, die für Allergiker besonders gut geeignet sind. Echte antiallergene Katzen, die keinesfalls Symptome auslösen, gibt es zwar nicht. Bei einigen Rassen ist das Allergierisiko jedoch zumindest deutlich geringer als bei anderen.

 

Gibt es hypoallergene Katzen?

Katzen für Allergiker wünschen sich viele Menschen. Denn die Katzenallergie ist die häufigste Tierhaarallergie. Da sich die auslösenden Stoffe (Allergene) besonders leicht verteilen, kommt es bei vielen Betroffenen schnell zu den typischen Allergie-Anzeichen.

Gibt es also hypoallergene Katzen, die das problematischste Protein nicht in sich tragen? Das ist leider nicht der Fall. Bislang sind 19 Katzenallergene bekannt, die beim Menschen zu Reaktionen führen können. Bei den meisten Betroffenen hat das Immunsystem Schwierigkeiten mit dem Protein Fel d 1. Das wird allerdings von allen Hauskatzen ausgegeben, selbst Großkatzen, wie Löwen und Tiger, sondern es ab  – über Talg, Speichel und Tränenflüssigkeit.

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Gibt es Katzen, die für Allergiker besser geeignet sind als andere?

Dass es keine speziellen Anti-Allergie-Katzen gibt, heißt jedoch nicht, dass die Katzenhaltung für Allergiker komplett ausgeschlossen ist. Wenn die Symptome nicht sehr ausgeprägt sind, kommt meistens eine Behandlung über eine Desensibilisierung infrage. Zudem haben Forscher bei nicht-kastrierten Katern im Durchschnitt eine größere Menge an Allergenen gefunden als bei kastrierten Katern. Katzen schneiden am besten ab.

Auch die Fellfarbe scheint eine Rolle zu spielen. Allergikerfreundlich sind Katzen mit hellem Fell, während dunkle Tiere tendenziell mehr Allergene verbreiten. Eine Erklärung haben die Wissenschaftler dafür noch nicht gefunden.

Ein weiteres Phänomen kommt hinzu: Die Allergene schwanken individuell von Tier zu Tier, auch innerhalb einer Rasse. Während eine Katze Symptome auslöst, kann es sich bei einem anderen Tier aus demselben Wurf also um eine allergiefreundliche Katze handeln. Am besten ist es daher, den Kontakt auszuprobieren, das Tier auf den Arm zu nehmen oder eine Decke der gewünschten Katze für einige Tage auf das heimische Sofa zu legen.

Frau mit einem Hund auf dem Schoß.
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Welche Katzenrassen sind für Allergiker empfehlenswert?

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die bestimmte Katzenrassen als antiallergen beschreiben würden. Die Ergebnisse sind in der Regel widersprüchlich, da das Vorkommen der Allergene bei den einzelnen Tieren jeweils sehr unterschiedlich ist. Vor einigen Jahren machte ein amerikanisches Biotech-Unternehmen Furore, weil es über Tests Katzen identifiziert haben wollte, die keine Allergene in sich trugen. Die sogenannten Allerca-Katzen hielten dieses Versprechen jedoch nicht. Auch sie produzierten Allergene.

Dennoch gibt es Katzenrassen, die bei Allergikern besonders selten Symptome auslösen, weil sie zum Beispiel wenig Fel d 1 produzieren oder extrem wenig Haare verlieren und die Allergene sich daher nicht so gut verbreiten. Als allergikerfreundlich werden unter anderem diese Rassen gehandelt:

1. Russisch Blau produziert weniger Allergene

Der Name stammt von der stahlgrauen Fellfarbe, die leicht bläulich zu schimmern scheint. Die Katze soll weniger des Allergens Fel d 1 produzieren als manche Artgenossen. Zudem verliert sie wenig Haare. Die Art gilt als sehr sensibel und menschenbezogen.

Eine Russisch Blau Katze liegt auf einer Decke und guckt in die Kamera
Das bläulich schimmernde Fell gibt der Russisch Blau ihren Namen. Foto:  istock_UfukSaracoglu

2. Devon Rex haaren kaum 

Das Fell ist zwar leicht gelockt, aber sehr dünn, weswegen Devon Rex besser als Wohnungskatze geeignet ist. Durch ihr besonderes Fell haart sie wenig. Außerdem soll sie ebenfalls weniger Fel d 1 abgeben. Das kann jedoch von Tier zu Tier unterschiedlich sein.

Eine Devon Rex sitzt aufrecht auf einem Bett

Devon Rex haben gleich zwei allergiefreundliche Eigenschaften Foto:  istock_insonnia

3. Cornish Rex: Allergiefreundlich durch geringe Allergenproduktion

Das Fell entspricht der typischen Struktur der Rex-Katzen, weswegen sie draußen schnell friert. Cornish Rex gilt als sehr agil und verspielt. Auch bei ihr wird eine geringe Fel-d-1-Produktion vermutet.

Eine Cornish Rex Katze liegt unter einer Decke
Verspielt und allergiefreundlich: Die Cornish Rex Foto:  istock_rozmarina

4. Pflegeleicht und kaum Haarverlust: Die Javanese-Katzen

Es handelt sich um eine Kreuzung aus den Rassen Balinese und Orientalisch Kurzhaar. Das Fell ist etwas länger, aber trotzdem pflegeleicht, weil die Katze kaum haart. Sie sollte nicht alleine gehalten werden, da die Tiere untereinander engen Kontakt suchen.

Eine weiße Javanese Katze blickt in die Kamera
Javanese-Katzen verlieren wenig Haare. Foto:  imago images_Pacific Press Agency

5. Siamkatzen haben keine Unterwolle

Sie gehört durch ihre auffällige beige-braune Färbung zu den bekanntesten Katzenrassen. Siamkatzen sind sehr willensstark und werden leicht eifersüchtig, sodass sie mit anderen Tieren im Haushalt meistens schlecht zurechtkommen. Für Allergiker sind sie ideal, denn: Ihr Fell hat keine Unterwolle, und sie haaren sehr wenig.

Eine liegende Siamkatze
Zwar kommen Siamkatzen nicht gut mit anderen Tieren zurecht, für Allergiker sind sie jedoch ideal. Foto:  istock_cocorattanakorn

6. Sibirische Katzen sind trotz langen Fells allergiefreundlich

Aus ihrer sibirischen Heimat hat sie ein dichtes und schnell trocknendes Fell mitgebracht, mit dem sie auch niedrigen Temperaturen gut trotzen kann. Trotz ihres langen Fells soll sie für Allergiker geeignet sein, weil es Hinweise darauf gibt, dass der Anteil des Allergens Fel d 1 bei ihr sehr gering ist.

Eine sibirische Katze steht auf einer Schnee bedeckten Fläche
Ein dickes Fell muss nicht immer bedeuten, dass die Katze für Allergiker ungeeignet ist. Foto: istock_marieclaudelemay

7. Bengalkatzen sondern wenig Allergene ab

Sie sieht aus wie ein kleiner Leopard und braucht auch ähnlich viel Freiraum, weil sie sehr aktiv ist. Im Wesen ist die Bengalkatze neugierig, aber nicht wild, sondern Menschen gegenüber sehr freundlich. Auch sie soll weniger Allergene abgeben als andere Rassen.

Eine Bengalkatze liegt auf einem Bett
Bengalkatzen geben weniger Allergene ab. Foto:  istock Urheber*in: Ingus Kruklitis

8. Burmakatzen mit sehr kurzem Fell

Sie ist aus Kreuzungen mit der Siamkatze entstanden, sieht aber kompakter aus. Sie ist eine ideale Wohnungskatze, weil der Bewegungsdrang der sanften Katze nicht so stark ausgeprägt ist. Das Fell ist sehr kurz, und die Katze haart kaum, was sie allergiefreundlich macht. 

Eine liegende Burmakatze mit hellem Fell
Ihr kurzes Fell bewahrt Allergiker vor Niesanfällen. Foto:  imago images_imagebroker

9. Sphynx-Katzen: Leichter Flaum statt Fell

Sie sollten nur in der Wohnung gehalten werden, denn sie wurden haarlos gezüchtet. Manche Tiere haben maximal einen leichten Flaum. Die Rasse gilt als menschenbezogen und intelligent. Da sie keine Haare besitzt, können sich Allergene schlechter verteilen.

drei Nacktkatzen auf einem Sofa
Sphynx-Katzen punkten nicht nur mit ihrer Intelligenz, sondern auch mit ihren allergiefreundlichen Eigenschaften. Foto:  istock_OlgaChan

Bei geeigneten Katzen für Allergiker muss es sich zwar nicht automatisch um teure Rassekatzen handeln, ihr Potenzial lässt sich hier jedoch etwas besser einschätzen.

Quellen:

Tierhaarallergie, in: Deutscher Allergie- und Asthmabund

Tierhaarallergie - Was ist das?, in: Helmholtz Zentrum München

Katzenallergie, in: Deutsche Haut- und Allergiehilfe

Can cats be made hypoallergenic?, in: Veterinary Information Network

Allergic to your cat?, in: The Ohio State University College of Veterinary Medicine

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