Katze mit Diabetes: Was sollten Halter beachten?

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Nicht nur bei Menschen, sondern auch bei der Katze kann Diabetes auftreten. Ein Prozent aller Katzen ist zuckerkrank. Wird der Diabetes rechtzeitig erkannt, lässt er sich aber auch bei der Katze gut therapieren. 

Diabetes ist keine rein menschliche Krankheit. Sie kann auch Katzen treffen.
Diabetes ist keine rein menschliche Krankheit. Sie kann auch Katzen treffen Foto:  istock/nailiaschwarz
Inhalt
  1. Was ist Diabetes bei Katzen?
  2. Diabetes bei der Katze – was sind die Symptome?
  3. Wie sieht die Behandlung von Diabetes bei Katzen aus?
 

Was ist Diabetes bei Katzen?

Es kommt nicht selten vor, dass eine Katze Diabetes (feliner Diabetes mellitus) entwickelt. Unter den hormonellen Erkrankungen ist der Diabetes diejenige, die am häufigsten auftritt. Ursache ist eine Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse, in der Insulin produziert wird, der Zucker in die Zellen befördert. Wird zu wenig des Hormons produziert, gelangt der Zucker nicht in die Zellen, sondern verbleibt im Blut. 

Genau wie bei Menschen gibt es auch bei der Katze zwei verschiedene Diabetes-Typen. Katzendiabetes Typ 2 ist dabei mit etwa 90 Prozent am häufigsten vertreten. Die Insulinausschüttung wird durch toxische Ursachen oder Ablagerung von Proteinen gestört. Diese Form von Diabetes bei der Katze kann auch als Symptom einer anderen Krankheit auftreten. Anders der Katzendiabetes-Typ 1: Bei dieser Form sind die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion zuständig sind, dauerhaft zerstört.

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Diabetes bei der Katze – was sind die Symptome?

Wer sein Tier gut beobachtet, wird schnell Symptome erkennen, die auf Diabetes bei der Katze hindeuten. Katzen mit Diabetes trinken deutlich mehr und suchen häufiger das Katzenklo zum Urinieren auf. Infolge des vermehrten Harndrangs kann es zu weiteren Erkrankungen wie Harnwegsinfekten kommen.

Unter Katzendiabetes leiden häufig übergewichtige oder kastrierte Kater ab einem Alter von fünf Jahren und älter. Bleibt eine Behanldung aus, verschlimmert sich die Krankheit schleichend und führt schließlich zum Tod.

 

Wie sieht die Behandlung von Diabetes bei Katzen aus?

Die Diagnose von Diabetes bei der Katze muss von einem Tierarzt gestellt werden. Blutzuckertests für den Menschen eignen sich nicht. Der Tierarzt misst den Fructosamin-Wert im Langzeitblutzuckerspiegel. Eine korrekte Messung ist wichtig. Würde aufgrund einer Falschmessung einer gesunden Katze Insulin verabreicht, kann das zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung führen.

Steht die Diagnose, muss der Katzenbesitzer den Blutzuckerwert des Tieres regelmäßig kontrollieren. Dazu wird ein Blutstropfen aus dem Ohr entnommen und in einem Messgerät ausgewertet. Im Normalfall bekommt eine Katze mit Diabetes zweimal täglich eine vom Tierarzt individuell ausgerechnete Dosis Insulin. Gewicht, Rasse oder Alter sind für diese Berechnung nicht relevant. 

Blutzuckermessung und Insulinspritze werden bei einem vertrauten Umgang zwischen Halter und Tier schnell Routine. Unterstützend kann ein spezielles Futter für Katzen mit Diabetes wirken. Dieses ist kohlenhydratarm und proteinreich. Ist die Katze gut eingestellt, kann sie auch mit Diabetes ein beschwerdefreies Leben führen.

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Quellen:

Schrey, Christian (2019): Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze: Differenzialdiagnostischer Leitfaden, Stuttgart: Thieme Verlag.

Lutz, Hans (Hrsg.) et al. (2019): Krankheiten der Katze, Stuttgart: Thieme Verlag.

Huhn, Annette (2006): Katzenkrankheiten, Suttgart: Ulmer Verlag.

„Zuckerkrankheit“ auch bei Hund und Katze, in: Bundesverband für Tiergesundheit

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