Katze impfen lassen: Gegen welche Krankheiten?

Katharina Flick

Seine Katze impfen zu lassen, ist definitiv wichtig. Aber welche Impfungen brauchen Katzen? Ein Überblick und welche Kosten auf Tierbesitzer zukommen.

Wogegen kann man seine Katze impfen lassen?
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Um eine Epidemie zu vermeiden, müssen mindestens 70 Prozent einer Tierpopulation durch eine Impfung geschützt sein. Gegen viele Krankheiten kann man seine Katze impfen lassen. Mit einigen Impfungen kann man dem Tier das Leben retten – gegen Katzenkrankheiten, die ansonsten tödlich verlaufen können.

 

Welche Impfungen bei Katzen gibt es?

Rechtzeitige und konsequente Impfungen der Katze bieten den wirksamsten Schutz für das Tier. Reaktionen auf die Impfung oder Nebenwirkungen sind selten geworden. Der Schutz durch die Impfung überwiegt mögliche Risiken deutlich. 

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Gegen folgende drei Krankheiten sollte man seine Katze immer impfen lassen – nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission der Veterinäre (Stiko vet.):

 

1. Impfung gegen Katzenseuche

Die Katzenseuche, auch Feline Panleukopenie genannt, ist hochansteckend und weit verbreitet. Auslöser sind Viren, die Katzen jeden Alters befallen können. Die Grundimmunisierung erfolgt in vier Impfungen im Alter von acht, zwölf und 16 Lebenswochen und im Alter von 15 Lebensmonaten. Die Grundimmunisierung von älteren Tieren kann durch einmalige Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder durch zweimalige Verabreichung eines inaktivierten Impfstoffs erreicht werden. Die Auffrischung sollte alle drei Jahre erfolgen.

 

2. Impfung gegen Katzenschnupfen

Die Bezeichnung Katzenschnupfen klingt harmlos, die Krankheit ist es jedoch nicht. Es ist eine teilweise lebensbedrohlich verlaufende Infektionskrankheit. Verursacht wird sie durch verschiedene Erreger, überwiegend durch das Feline Herpesvirus 1 (FHV 1) und das Feline Calicivirus (FCV). Die Immunisierung junger Katzen erfolgt in den gleichen Zeitabständen wie bei der Katzenseuche, die Auffrischung muss je nach Impfstoff-Komponenten alle ein bis drei Jahre erfolgen.

 

3. Tollwut-Impfung bei der Katze

Tollwut ist eine meldepflichtige Viruserkrankung, die für Tiere tödlich verläuft und auch für den Menschen lebensgefährlich ist. Die Stiko vet empfiehlt, Freigänger-Katzen im Alter von zwölf Wochen gegen Tollwut impfen zu lassen. Für einige Tollwut-Impfstoffe wird eine zweite Immunisierung im Alter von 15 Monaten empfohlen. Die Auffrischung der Tollwut-Impfung bei der Katze sollte alle zwei bis drei Jahre erfolgen. Für Wohnungskatzen gibt es keine generelle Empfehlung der Stiko vet. Ein Nachweis für diese Impfung ist dann nötig, wenn man mit der Katze ins Ausland verreisen will oder das Tier eventuell in eine Tierpension geben muss.

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Welche zusätzlichen Impfungen sind für die Katze möglich?

Neben diesen drei Pflicht-Impfungen gibt es weitere Krankheiten und Erreger, gegen die man seine Katze impfen lassen kann. Ob diese Impfungen nötig sind, hängt von den Lebensumständen des Tieres ab. Katzenhalter sollten sich individuell beim Tierarzt beraten lassen.

Eine Übersicht über weitere mögliche Impfungen:

  • Bordetella bronchiseptica: Empfohlen für Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen. Mindestimpfalter: vier Wochen; Impfung mindestens eine Woche vor erwarteter Exposition, Auffrischung jährlich.
  • Chlamydien (Chlamydia felis): Empfohlen für Tiere in einem Mehrkatzenhaushalt. Erste Impfung im Alter von acht bis neun Wochen, zweite Impfung drei bis vier Wochen später. Auffrischung jährlich.
  • Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Ausgelöst durch Felines Coronavirus (FCov). Sinnvoll laut Stiko vet. nur bei FCoV-Antikörper-negativen Katzen oder Katzen mit einem niedrigen FCoV-Antikörper-Status. Mindestimpfalter: 16 Wochen, insgesamt zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen. Auffrischung jährlich.
  • Katzenleukämie/Leukose (FeLV): Empfohlen für junge Katzen unter sieben Jahren und Freigänger. Mindestimpfalter: acht Wochen; insgesamt zwei Injektionen im Abstand von drei bis vier Wochen. Eine dritte Injektion nach einem Jahr zum Abschluss der Grundimmunisierung.
  • Pilzinfektionen (Mikrosporie, Trichophytie): Mindestimpfalter: zwischen zehn und zwölf Wochen, insgesamt zwei Impfungen im Abstand von 14 Tagen. Auffrischung nach neun bis zwölf Monaten. Die Impfung verhindert nicht die Infektion, mildert aber den Verlauf ab.
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Katze impfen: Wie hoch sind die Kosten?

Wer seine Katze impfen lässt, auf den kommen Kosten zu. Diese richten sich zum einen nach der Gebührenordnung für Tierärzte, zum anderen nach den verwendeten Impfstoffen. Gerade in den ersten Lebensjahren einer Katze sind die Impfungen der größte Posten auf der Tierarzt-Rechnung.

Die Grundimmunisierung einer Wohnungskatze im ersten Lebensjahr kostet etwa 60 Euro, die für einen Freigänger, der mehr Impfungen benötigt, 180 Euro. Die Auffrischungen für Wohnungskatzen liegen bei 50 Euro im Jahr, die für Freigänger bei etwa 130 Euro. Die Katze impfen zu lassen, ist nicht ganz günstig – bedenkt man aber, wie hoch die Behandlungskosten im Fall einer Infektion wären, relativiert sich der Betrag wieder.

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Quellen:

 

Schrey, Christian (2019): Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze: Differenzialdiagnostischer Leitfaden, Stuttgart: Thieme Verlag.

Lutz, Hans (Hrsg.) et al. (2019): Krankheiten der Katze, Stuttgart: Thieme Verlag.

Impfempfehlung für Katzen, in: Tierärzteverband

Gebührenordnung für Tierärzte, in: Gesetze im Internet

Krankheiten bei der Katze, in: Bundesverband für Tiergesundheit

Impfen schützt Katzen vor tödlichen Infektionskrankheiten, in: Tierärzteverband

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