Katja Burkard: "Ich hatte schon fünf Hörstürze"

Katja Burkard moderiert trotz Hörstürzen
Katja Burkard moderiert trotz Hörstürzen, Tinnitus und Schwerhörigkeit seit Jahren das RTL-Mittagsmagazin
 © Corbis

Jeder Mensch hat ein eigenes Stressorgan. Bei Katja Burkard sind es die Ohren. Wie sie erleiden in Deutschland rund 15.000 Menschen pro Jahr einen Hörsturz.

Ganz plötzlich konnte Katja Burkard auf ihrem linken Ohr nichts mehr hören. Sie hatte das Gefühl, ihr Gehörgang sei mit Watte verstopft. Die Ohrmuschel fühlte sich pelzig an. So erlebte die RTL-Moderatorin vor mehr als 20 Jahren ihren ersten Hörsturz. „Seitdem hatte ich noch mindestens vier weitere. Dabei wurde mein Innenohr stark beschädigt.“

 

Sie kann den Wecker nicht mehr hören



Seit ihrem letzten Hörsturz kann die 48-Jährige keine hohen Töne mehr wahrnehmen. „Einen Wecker höre ich zum Beispiel nicht“, sagt Katja Burkard. Der Grund dafür: Die Moderatorin erlitt einen sogenannten Hochton-Hörsturz. Dieser gilt als die schwerste Variante eines Hörsturzes. Die andere Variante, der Tiefton-Hörsturz, ist meist gutartiger, erklärt HNO-Arzt und Psychosomatiker Prof. Dr. Goebel. Die Schwerhörigkeit geht dann mit dem Hörsturz vorüber – und bleibt nicht dauerhaft wie bei Katja Burkard.



 

Was passiert beim Hörsturz?



Wie es zum Hörsturz kommt, können Ärzte bis heute nur vermuten, sagt Prof. Goebel. Sie gehen davon aus, dass die Durchblutung des Innenohrs gestört ist. Dadurch werden die feinen Haarzellen, die sich dort befinden, nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das wäre ein plausibler Grund dafür, dass das Hörorgan den Dienst versagt. Der Verlauf dieser Durchblutungsstörung ähnelt einem Herzinfarkt – deswegen nennen einige Mediziner den Hörsturz auch Infarkt im Ohr.



Grafik der Blutgefäße im Innenohr
So entsteht ein Hörsturz© Fotolia
 

Plötzlich taub – was tun?



Wer plötzlich auf einem Ohr nichts mehr hört, sollte in jedem Fall möglichst schnell zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen, rät Experte Gerhard Goebel. Der Arzt wird feststellen, ob möglicherweise ein Pfropf aus Ohrenschmalz oder eine schwere Mittelohrentzündung der Grund für die plötzliche Taubheit ist. Auch eine Virusinfektion kann die Ursache sein. Erst wenn Ihr Arzt alle anderen Krankheiten ausschließen kann, handelt es sich sicher um einen Hörsturz, erklärt Prof. Goebel.



 

Wie sieht die Therapie bei Hörstürzen aus?



In den meisten Fällen werden gefäßerweiternde Mittel gegeben, um die Durchblutung des Innenohrs zu verbessern. Ein eher harmloser Tieftonhörsturz wird auch mit Kortison behandelt. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Form des Hörsturzes durch einen Flüssigkeitsüberdruck im Innenohr verursacht wird. Dabei entstehen entzündliche Schwellungen, die mit Kortison wirksam behandelt werden können.



 

Ist Stress die Ursache?



Warum Katja Burkard schon so viele Hörstürze hatte, ist den Ärzten ein Rätsel. Es könnte damit zusammenhängen, dass jeder Mensch ein bestimmtes Organ hat, über das er Stress abbaut, sagt die zweifache Mutter. Bei mir sind es die Ohren. Besonders der gefährliche Hochton-Hörsturz trifft in der Regel sehr pflichtbewusste Menschen, die beruflich unter Druck stehen. Ärzte vermuten daher, dass Stress der Auslöser ist.



 

Warum ein Hörsturz Tinnitus auslöst



Etwa 60 Prozent der Hörsturz-Patienten haben einen Tinnitus, sagt Prof. Goebel. Die Betroffenen hören dabei Geräusche im Ohr, die wie ein lauter Pfeifton oder ein Rauschen klingen können. In vielen Fällen bildet sich der Tinnitus wieder zurück. Aber er kann auch chronisch werden – wie bei Katja Burkard. Mittlerweile kann ich mit dem Pfeifton gut umgehen, sagt sie. Und das ist wichtig! Denn wer den Ton als lästig oder bedrohlich empfindet, setzt seinen Körper unter zusätzlichen Stress, der wiederum die Symptome verstärkt. Betroffene wie die RTL-Moderatorin sollten daher lernen, das Geräusch zu überhören. HNO-Ärzte können dazu Kurse empfehlen.



Noch mehr Wissenswertes zum Thema Tinnitus erfahren Sie in unserem Video.

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