Kataplexie: Wie erkennt man sie und wie fühlt sie sich an?

Eine Kataplexie kommt plötzlich und immer ungelegen: Was hat es mit dem plötzlichen Erschlaffen der Muskulatur auf sich? Wie kommt es dazu und was können Betroffene tun?

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Mitten im Gespräch, in einem fröhlichen Moment, sacken Betroffene plötzlich in sich zusammen: Eine Kataplexie kann auf Umstehende, die mit dem Krankheitsbild der Narkolepsie nicht vertraut sind, erschreckend wirken. Dabei ist sie in der Regel ungefährlich – dennoch geht sie für viele Betroffene mit einem hohen Leidensdruck einher.

Kataplexie: Symptom der Narkolepsie

Die sogenannte Kataplexie ist ein Symptom der Narkolepsie – eine neurologische Erkrankung, bei der die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus durch eine Funktionsstörung im Gehirn geschädigt ist.

Nicht bei allen Narkoleptiker:innen treten Kataplexien auf. Kommt es jedoch regelmäßig zu den Anfällen, ist das ein sicheres Anzeichen einer Narkolepsie. Häufig sind Kataplexien ein frühes Symptom der Narkolepsie, in einigen Fällen treten sie aber auch erst einige Jahre nach Beginn der Erkrankung zum ersten Mal auf.

Über die Jahre kann das Symptom unterschiedlich ausgeprägt auftreten. Es gibt Hinweise darauf, dass Kataplexien mit dem Alter statistisch gesehen seltener auftreten.

Wie fühlt sich eine Kataplexie an?

Bei der Kataplexie kommt es zum plötzlichen Verlust des Muskeltonus, also zum abrupten Erschlaffen der Muskeln. In leichten Fällen ist ausschließlich die Gesichtsmuskulatur betroffen, zusätzlich können aber auch andere Muskeln oder Muskelgruppen erschlaffen.

So kann sich eine Kataplexie für Betroffene unterschiedlich anfühlen: Einige verlieren für wenige Sekunden die Kontrolle über ihr Gesicht, andere sprechen plötzlich undeutlich oder lassen Gegenstände fallen, bei wieder anderen knicken die Knie ein oder sie sacken ganz in sich zusammen.

In jedem Fall bleiben die Betroffenen bei Bewusstsein und bekommen alles um sich herum mit. Sie sind aber für wenige Sekunden bis Minuten nicht in der Lage, darauf zu reagieren.

Erstickungsgefahr besteht bei einer Kataplexie nicht, denn die Atemmuskulatur ist von dem Muskeltonusverlust niemals betroffen.

Emotionen als Auslöser einer Kataplexie

Kataplexien werden durch Emotionen ausgelöst – häufig durch positive wie Glück oder Vorfreude, aber auch Wut oder Überraschung sind mögliche Auslöser. In einigen Fällen reicht schon der Gedanke an eine solche Emotion, um eine Kataplexie auszulösen. Einige Narkolepsie-Patient:innen können nicht lachen, ohne dabei in sich zusammenzusacken.

Diese Situationen können für Betroffene extrem belastend und schambesetzt sein. Viele Betroffene ziehen sich zurück und meiden soziale Kontakte, um nicht vor anderen die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Die soziale Isolation und der Versuch, die Erkrankung zu verstecken, kann den Leidensdruck noch zusätzlich erhöhen.

Was können Betroffene tun?

Zur Behandlung von Kataplexien gibt es Medikamente – dazu zählen etwa einige Antidepressiva sowie Wirkstoffe, die den REM-Schlaf unterdrücken.

Da Narkolepsie eine sehr seltene Erkrankung ist, fühlen sich Betroffene häufig allein in ihrer Not. Zusammen mit Schamgefühlen und der Angst vor Stigmatisierung kann dieses Gefühl den Leidensdruck noch verschlimmern. Darum ist es in dieser Situation für viele hilfreich, sich etwa in Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen zusammenzuschließen.

Vorteilhaft ist es für Narkoleptiker:innen in der Regel außerdem, wenn sie ihr Umfeld über ihre Erkrankung unterrichten. Wenn Freund:innen von den drohenden Anfällen wissen, können sie beispielsweise in der Öffentlichkeit darauf verzichten, die Betroffenen zum Lachen zu bringen und in kritischen Situationen darauf vorbereitet sein, sie festzuhalten, wenn sie wegzusacken drohen. Zusätzlich hilft ein eingeweihtes, verständnisvolles Umfeld in der Regel, Scham und die Angst vor einer Kataplexie in Gesellschaft anderer zu reduzieren.

Quellen:

Narcolepsy, in: mayoclinic.org

What to know about narcolepsy, in: medicalnewstoday.com

Narkolepsie mit und ohne Kataplexie, in: aoporphan.com