Kartoffelwasser: Für diese 8 Dinge ist es nützlich!

Kartoffeln landen hierzulande oft auf dem Teller – doch über eine Sache machen sich die wenigsten Gedanken, wenn sie das Kartoffelwasser wegschütten: dass der stärkehaltige Sud für vieles genutzt werden. Für diese 8 Dinge ist Kartoffelwasser nützlich!

Kartoffelwasser im Topf
Ob Haarspülung, Pflanzendünger oder Unkrautvernichter: Kartoffelwasser kann als Hausmittel vielfältig eingesetzt werden Foto: iStock/Herzstaub

Kartoffelwasser findet nach dem Kochen kaum Beachtung, weil viele meinen, dass es in den Abfluss gehört. Doch weit gefehlt: Sie sollten das Kartoffelwasser nicht wegschütten, sondern aufheben. Denn der Sud ist nicht nur in der Küche weiterverwendbar, sondern auch eine Wohltat für den Körper und Gartenpflanzen.

Ist Kartoffelwasser giftig?

In der Kartoffel ist das giftige Alkaloid Solanin enthalten. Das natürliche Toxin dient dazu, die Kartoffel vor Fressfeinden zu schützen. Beim Menschen kann Solanin allerdings zu Vergiftungserscheinung wie Kopf- und Bauchschmerzen sowie Durchfall führen. Solaninvergiftungen sind allerdings selten und treten erst auf, wenn eine Dosis etwa 200 Milligramm Solanin pro Kilogramm Kartoffel aufgenommen wurde – zu diesem Schluss kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer 2018 veröffentlichten Stellungnahme. Kinder und ältere Menschen reagieren zudem noch sensibler auf das Toxin.

Beim Kochen geht Solanin in das Kartoffelwasser über – in größeren Mengen allerdings nicht, wenn man sich an die Empfehlung des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) hält. Dann ist eine Gesundheitsgefährdung eher unwahrscheinlich:

  • Kartoffeln an einem dunklen Ort bei unter zehn Grad Celsius lagern. Licht möglichst abschirmen.

  • Grüne Stellen und Keime vor dem Kochen herausschneiden.

  • Stark keimende oder schrumpelige Kartoffeln nicht mehr essen.

  • Kartoffeln vor dem Kochen schälen: In der Schale sind zwar viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten – aber auch das meiste Solanin.

Kartoffelwasser trinken oder nicht?

Auch wenn die Solanin-Vergiftungsgefahr mit diesen Tipps reduziert werden kann, rät das BfR dennoch: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten das Kochwasser von Kartoffeln nicht wieder verwenden.“ Zum Trinken ist Kartoffelwasser also nicht geeignet; dennoch nutzen viele Menschen Kartoffelwasser für die orale Anwendung, zum Beispiel bei einem gereizten Darm oder Sodbrennen.

Auch wenn das Wasser nicht getrunken werden sollte, lohnt es sich, die Flüssigkeit nicht wegzuschütten – denn Kartoffelwasser kann auf der Haut oder im Garten ein hilfreiches Hausmittel sein.

Kartoffelwasser verwenden: 8 nützliche Tipps

Äußerlich auf Haut und Haaren angewendet sowie als Pflanzendünger kann das Kartoffelwasser einen großen Nutzen haben. Diese acht Möglichkeiten gibt es, den Sud wiederzuwenden:

1. Kartoffelwasser für die Haut

Wer raue und trockene Hände hat, kann Kartoffelwasser für eine pflegende Handkur nutzen. Dafür das Kartoffelwasser abkühlen lassen und in eine Schüssel geben. Die Hände darin für etwa fünf Minuten ruhen lassen – danach soll sich die Haut weicher und zarter anfühlen.

Auch bei Unreinheiten soll das Hausmittel helfen: Dafür die fettigen oder pickeligen Hautpartien mit Kartoffelwasser abtupfen.

2. Kartoffelwasser nutzen für die Haare

Einige nutzen Kartoffelwasser, um gegen ihre grauen Haare vorzugehen, da die Flüssigkeit das Haar nachdunkeln soll. Fest steht: Vielen dient das Hausmittel als Spülung, um die Haare zu stärken und mehr zum Glänzen zu bringen. Auch für die Kopfhaut soll das Wasser wohltuend sein.

So geht’s: Geben Sie nach dem Haarewaschen das Hausmittel in ihre Haare, gut einmassieren, ein paar Minuten einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen. 

3. Kartoffelwasser für Suppen, Soßen und saftiges Brot verwenden

Wer den Kartoffelgeschmack mag, kann mithilfe des Suds Soßen, Suppen und Brot ein angenehmes Kartoffelaroma verleihen. Kartoffelwasser wird zudem bei Suppen oder Soßen verwendet, um sie wieder wässriger zu machen. Beim Brotbacken können Sie das im Rezept angegebene Wasser einfach mit lauwarmem Kartoffelwasser ersetzen – das Gebäck hat dann eine angenehme Kartoffelnote.

4. Kartoffelwasser gegen Unkraut

Unkraut jäten war gestern: Wenn Sie noch heißes Kartoffelwasser über das unliebsame Beikraut kippen, stirbt es ab. Das liegt daran, dass die Kartoffelstärke die Pflanzenporen verstopft und die Hitze die Pflanzenzellen schädigt. Wenn das Unkraut eingegangen ist, muss es nur noch entfernt werden. Beliebt ist das natürliche Unkrautvernichtungsmittel vor allem bei Giersch.

Tipp: Nudel- und Reiswasser haben denselben Effekt wie Kartoffelwasser und können Unkraut vernichten.

Kartoffelwasser und Pflanzen: Das ist zu beachten

Verwenden Sie für die Unkrautvernichtung, Schädlingsbekämpfung oder Düngung kein gesalzenes Kartoffelwasser. Durch das Salz können Garten- und Zimmerpflanzen Schaden nehmen.

5. Kartoffelwasser gegen Blattläuse

Nicht nur gegen lästiges Unkraut ist Kartoffelwasser wirksam – auch Pflanzenschädlinge wie Blattläuse lassen sich mit diesem Hausmittel gut bekämpfen. Wichtig bei der Anwendung ist es, dass das Kartoffelwasser abgekühlt ist, damit die Pflanzen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

So geht’s: Kartoffelwasser in eine Sprühflasche abfüllen und die befallene Pflanze damit bespritzen. Vor allem bei Blattläusen auf Rosen wird diese natürliche Schädlingsbekämpfung häufig angewendet. Sollte der Befall stärker sein, wiederholen Sie den Vorgang nach ein paar Tagen, bis alle Blattläuse weg sind.

6. Kartoffelwasser für Pflanzen als Dünger

Einen angenehmen Nebeneffekt hat es, wenn Blattläuse mit Kartoffelwasser vertrieben werden: Das Hausmittel düngt gleichzeitig die Gartenpflanzen. Die im Sud enthaltenen Mineralstoffe wie Magnesium, Phosphor und Eisen sind ein idealer Dünger, um Pflanzen beim Wachsen zu unterstützen.

Gut zu wissen: Kartoffelwasser ist auch ein gutes Düngemittel für Kakteen und Orchideen.

7. Kartoffelwasser gegen Algen

Algen leben nicht nur im Wasser, sondern besiedeln auch Fliesen im Badezimmer, breiten sich auf Dachziegeln und an Fassaden aus. Um die befallenen Flächen von Algen zu befreien, eignet sich Kartoffelwasser. Lassen Sie das Wasser nach dem Kochen abkühlen und schrubben Sie damit die Beläge weg. Wichtig ist, dass die Fläche vorher möglichst trocken ist.

8. Kartoffelwasser bei schmutzigen Pfannen

Nicht nur gegen Algenbeläge, auch bei schmutzigen Pfannen und Töpfen kann Kartoffelwasser helfen. Dafür eignen sich vor allem Kochutensilien aus Kunststoff. Den Schwamm mit heißem Kartoffelwasser vollsaugen lassen (Vorsicht heiß!) und damit die Oberflächen reinigen.

Übrigens: Sollte der Abfluss im Spülbecken einmal verstopft sein, kann heißes Kartoffelwasser dafür sorgen, das Rohr wieder freizumachen – in diesem Fall ist es sinnvoll, das Kartoffelwasser wegzuschütten.

Quellen:

Solanin, in: gesundheit.gv.at

Kartoffeln: Verbraucherschutz, in: bzfe.de

Solanin & Lektin – Wie gefährlich sind Kartoffeln, Bohnen und Tomaten?, in: verbraucherfenster.hessen.de

Speisekartoffeln sollten niedrige Gehalte an Glykoalkaloiden (Solanin) enthalten, in: bfr.bund.de